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25.02.2016, 17:06

Die Gründe für den Stuttgarter Höhenflug

Dank Kramny ist der VfB "auf einem guten Weg"

Jürgen Kramny hat geschafft, was seinen Vorgängern in jüngster Vergangenheit nicht gelingen wollte. Beim VfB Stuttgart ist eine deutliche Entwicklung sichtbar: Die Mischung innerhalb der Mannschaft passt, die taktische Ausrichtung ist verfeinert worden. Der Blick darf nach oben gerichtet werden - und die kommende Woche hat es in sich. Sportlich und wirtschaftlich wollen die Stuttgarter die Weichen für eine bessere Zukunft stellen.

VfB Stuttgart
Unter Jürgen Kramny lebt eine neuer Teamgeist beim VfB Stuttgart.
© imagoZoomansicht

Jeweils samstags trifft der VfB in der Bundesliga erst auf den Tabellenletzten aus Hannover und sieben Tage später auf den Vorletzten Hoffenheim. Zwei Siege und die Schwaben könnten sich endgültig von den beiden Kellerkindern absetzen. Mittwochs in Gladbach winken die gern erwähnten Bonuspunkte, die die Stuttgarter Führungskräfte um Präsident Bernd Wahler am Sonntag auch bei den eigenen Fans einsammeln wollen. Der Klub hat seine Mitglieder zu einem Workshop eingeladen, um mit ihnen über den Kurs zu sprechen, mit dem der Meister von 2007 die für Juli 2016 geplante Ausgliederung auf die Gleise stellen will.

Die Chancen stehen gut, in allen Bereichen wichtige Schritte nach vorne zu machen. Die Stimmung unter den Anhängern hat sich durch die Erfolge der Mannschaft stark aufgehellt. Die breite Front der Bedenkenträger und Widerständler gegen die Ausgliederung bröckelt. Und sie dürfte weiter an Stärke verlieren, solange die Schwaben weiter so gewinnen.

Seit Jürgen Kramny das Traineramt von Alexander Zorniger übernommen hat, ist eine deutliche Entwicklung sichtbar. Nur die erste der bisher neun Bundesligapartien - 1:4 bei Borussia Dortmund - ging verloren. Seither sind die Schwaben in acht Punktspielen ungeschlagen, auf Rang elf gelandet und vieler Sorgen ledig. Der Abstiegskampf ist in den Hintergrund gerückt. Laut Robin Dutt sind die Stuttgarter "auf einem guten Weg", ihr anfangs ausgegebenes Saisonziel zu erreichen. Der sichere Mittelfeldplatz winkt. Über mehr, vielleicht sogar die Chancen auf eine Qualifikation für die Europa League, soll im Moment nicht diskutiert werden. "Je nachdem, wie die englische Woche verläuft, können wir danach darüber sprechen."

Jürgen Kramny hat geschafft, was seinen Vorgängern in jüngster Vergangenheit nicht gelingen wollte. Unter dem neuen Trainer...

...stimmt die Balance zwischen Offensive und Defensive.

...passt die Mischung innerhalb der Mannschaft, die mittlerweile ein festes Gerüst aufweist. Mit Georg Niedermeier und Kevin Großkreutz wurden neue Führungsfiguren eingebaut, die mit ihrer Erfahrung und Emotionalität der Abwehr und dem ganzen Team mehr Halt geben. Was auch Przemyslaw Tyton hilft, der im Tor sicherer wirkt. Im Mittelfeld kann Filip Kostic auf dem linken Flügel wieder seine Stärken im Tempodribbling an der Linie ausspielen, weil er besser abgesichert wird. Rechts hat sich Lukas Rupp als spielstarker und ideenreicher Balleroberer und Ballverteiler etabliert. Im Sturm legt Timo Werner nach vielen Extraschichten im Training verstärkt den Turbo ein. Und von der Bank kann jederzeit hochwertig mit Martin Harnik, Artem Kravets oder Florian Klein nachgelegt werden.

...wurde das System auf ein 4-1-4-1 umgestellt, die Doppelsechs Serey Dié und Christian Gentner aufgelöst. Der Ivorer stabilisiert jetzt als alleiniger Prellbock vor der Abwehr dank klarer Aufteilung und konsequenter Positionstreue die Defensive. Gentner und Rupp stehen im Fall der Fälle zur Seite, können sich aber ansonsten nach vorne orientieren.

...ist die taktische Ausrichtung verfeinert worden. "Bei Jürgen Kramny ist das Pressing ein Stilmittel, das situativ eingesetzt wird", sagt Dutt. Anders als die auf defensive Kontrolle bedachte Spielweise unter Huub Stevens, die mehr gearbeitet als gespielt wurde und wenig Ertrag, dafür aber wenigstens zweimal den Klassenerhalt brachte. Oder der hochriskante Angriffsfußball unter Zorniger, der zwar vielversprechend und attraktiv, aber gleichzeitig erfolglos war.

...lebt eine neuer Teamgeist. Die Mannschaft wirkt in sich viel gefestigter, ist sichtlich zusammengerückt, was sich zuletzt u.a. in den vielen öffentlichen Genesungswünschen für ihren verletzten Torjäger Daniel Ginczek widerspiegelte. Von Grüppchen keine Spur, auch die Reservisten ziehen voll mit.

VfB Stuttgart
VfB-Training: Von Grüppchen keine Spur, auch die Reservisten ziehen voll mit.
© imago

Nach 13 Spieltagen, Platz 16 und 17:31 Treffern musste der mit großen Hoffnungen angetretene Zorniger die Segel streichen. Sein Erbe trat Kramny als Interimslösung an, dem mehr Skepsis als Optimismus entgegenschlug und nur eine kleine Chance auf Langfristigkeit zugetraut wurde. 1,8 erzielte Treffer (1,2 unter Zorniger) und 1,3 Gegentore (2,4) im Schnitt sprechen eine deutliche Sprache für den früheren VfB-II-Coach.

Dutt: "Kleine Änderungen gepaart mit den Erfolgserlebnissen haben diese Entwicklung bewirkt." Die eine Art Selbstläufer wurde. "Es gibt auch immer Randbereiche, die nicht steuerbar sind, sowohl im positiven wie im negativen Fall. Wenn das Selbstvertrauen mal aufgebaut ist, kann man als Trainer viel machen und es funktioniert dann auch sehr oft. Genauso ist es aber auch im umgekehrten Fall: Wenn es mal nicht läuft, kann man super Dinge machen und es wird trotzdem einfach nicht besser." Darum gelte es zu warten. Auf Niederlagen, die sicher kommen werden.

Georgios Moissidis

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9FC Ingolstadt 0417:2430
 
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13FC Augsburg26:3325
 
14SV Darmstadt 9825:3625
 
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16Werder Bremen27:4621
 
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