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23.02.2016, 09:18

Erfolg gibt dem Dortmunder Trainer recht

Tuchels Verzicht auf Castro wirft Fragen auf

Am Montag stand Gonzalo Castro wieder auf dem Fußballplatz, und die Laune des Mittelfeldspielers von Borussia Dortmund dürfte sich beim Training in Grenzen gehalten haben. Weniger wegen des schlechten Wetters in Dortmund als vielmehr wegen seiner erneuten Nichtberücksichtigung durch Trainer Thomas Tuchel. Diese wirft einige Fragen auf.

Gonzalo Castro
Gegen den Ex-Klub nicht mal im Kader: Gonzalo Castro.
© imagoZoomansicht

Beim Theater um die Auseinandersetzung zwischen Leverkusens Trainer Roger Schmidt und Schiedsrichter Felix Zwayer ging am Sonntag etwas unter, dass beim BVB Gonzalo Castro erneut nicht im Kader stand. Wie schon in der Europa League gegen Porto (2:0) verzichtete BVB-Trainer Thomas Tuchel auch am Rhein auf den Mittelfeldspieler. Und das, obwohl beim 1:0-Erfolg der Westfalen in Leverkusen Ilkay Gündogan krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand und der zuvor monatelang verletzte Nuri Sahin nach seinem Comeback gegen Porto geschont wurde. Bedarf an einem Mittelfeldspieler hätte also durchaus bestanden, dennoch aber war für Castro kein Platz frei. Nicht in der Startelf, auch nicht im Kader. Und das gibt zu denken.

Da Castro, der nach seinem Wechsel aus Leverkusen nach Dortmund im vergangenen Sommer bereits mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte, am Montag am Training in Dortmund-Brackel teilnahm, können eine Erkrankung oder eine Verletzung als Erklärung für den zweimaligen Tribünenplatz ausgeschlossen werden. Vielmehr waren Castros mäßige Auftritte in Gladbach (kicker-Note 4), gegen Ingolstadt (3), in Berlin (4) und gegen Hannover (4) ausschlaggebend. "Es ging in erster Linie um Leistungsgründe", bestätigt BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Tuchel zieht Bender, Ginter und Leitner vor

Hinzu kommt, dass Tuchel in Leverkusen angesichts der Spielweise der Gastgeber im Zentrum auf Robustheit setzte. "Wenn es eine Mannschaft gibt, die auf Zweikämpfe aus ist, die dich nie in Ruhe lässt, die dich körperlich bis ans Limit fordert, dann ist es Leverkusen", hatte Dortmunds Trainer im Vorfeld des Spiels erklärt. Da passten Matthias Ginter und Sven Bender nach Meinung des Trainers einfach besser, obwohl der gerade erst von einer Sehnenreizung genesene Bender noch nicht topfit sein konnte. Dass aber auch Moritz Leitner, der in der Hinrunde keine Rolle gespielt hatte, Castro ebenfalls vorgezogen wurde, ist weniger verständlich. Zumal der ehemalige Stuttgarter am Sonntag nicht überzeugen konnte (kicker-Note 5). Gleiches gilt für Youngster Christian Pulisic, der auf der Außenbahn, wo Castro auch schon gespielt hat, eine Chance erhielt, weil Tuchel auf dessen Schnelligkeit setzte.

Nimmt man nun die taktischen Erwägungen, wird der Startelf-Verzicht auf Castro nachvollziehbar. Dass es aber ausgerechnet im Spiel in Leverkusen, wo er 16 Jahre lang gespielt hatte, noch nicht einmal für einen Kaderplatz reichte, ist nur schwer vermittelbar und lässt sich nur so deuten, dass Tuchel derzeit mit den Trainingsleistungen des 28-Jährigen derart unzufrieden sein muss, dass er ihn zweimal gleich ganz außen vor ließ.

Tuchel: "Entscheidungen sind nie für die Ewigkeit"

Am Samstag, also einen Tag vor dem Spiel in Leverkusen, hatte Dortmunds Trainer auf einer Pressekonferenz allgemein über den Konkurrenzkampf im Kader gesprochen. Der sei hoch, es könne daher jeden treffen. "Es muss dann natürlich auch für die Spieler begründet sein, es muss für diese Entscheidungen Verständnis geweckt werden. Aber es ist auch wichtig, dass es jeder akzeptiert", erklärte Tuchel und betonte: "Die Entscheidungen sind nie für die Ewigkeit." Als Beleg für diese These erinnerte der BVB-Coach u.a. an Shinji Kagawa. Der hatte in Berlin nicht im Kader gestanden, was ebenfalls zu Diskussionen geführt hatte. Nur: Anders als Castro kehrte der Japaner nach nur einem Spiel Pause wieder zurück, wodurch sich das Ganze schnell wieder erledigte.

Fakt ist natürlich, dass Dortmund ohne Castro gegen Porto und in Leverkusen gewann, und der Erfolg heiligt im Leistungssport die Mittel. Hätte Tuchel nun Castro in Leverkusen mit in den Kader genommen und zu einem (Kurz-)Einsatz bei dessen Ex-Verein verholfen, wäre das Ganze wohl ähnlich wie bei Kagawa umgehend im Sande verlaufen. Und man kann durchaus der Meinung sein, dass angesichts des komfortablen Vorsprungs des BVB in der Liga eine Kader-Nominierung Castros wohl gefahrlos möglich gewesen wäre. Tuchel sah das offensichtlich anders. So tritt der BVB am Donnerstag zum Zwischenrunden-Rückspiel in der Europa League beim FC Porto an (21.05 Uhr, LIVE bei kicker.de). Und ein Thema wird bis dahin vermutlich sein, ob es Castro diesmal in den Kader schafft.

Jan Reinold

Tabellenrechner 1.Bundesliga
 

18 Leserkommentare

wupperfan
Beitrag melden
26.02.2016 | 16:42

mir wurscht

Von mir aus kann Tuchel den zeugwart aufstellen, solange wir gewinnen, er hat die Übersicht von fitness [...]
AlterWolf
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24.02.2016 | 22:28

Castro versus Leitner

Mich würde es schon freuen würde ein Moritz Leitner endlich sein Potenzial abrufen.
So recht dar[...]
dk.do
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24.02.2016 | 11:42

Kommentarfunktion

Ich möchte hier keine Diskussion über das Nutzen der Kommentarfunktion eröffnen, aber ich stimme Zimstar [...]
Zimstar
Beitrag melden
24.02.2016 | 09:17

@Sommerhund

Vielen Dank für die konstruktive Kritik. Ihr Text ist leider der Beweis dafür, dass in der Kürze kaum [...]
lo1977
Beitrag melden
23.02.2016 | 23:51

Leistung zählt

Ehrlich gesagt, frage ich mich, warum dieser umstand, das castro mal eine pause kriegt einen solchen [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Castro

Vorname:Gonzalo
Nachname:Castro
Nation: Deutschland
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:11.06.1987

Vereinsdaten

Vereinsname:Borussia Dortmund
Gründungsdatum:19.12.1909
Mitglieder:139.088 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Schwarz-Gelb
Anschrift:Rheinlanddamm 207-209
44137 Dortmund
Telefon: (02 31) 90 20 0
Telefax: (02 31) 90 20 105
E-Mail: info@bvb.de
Internet:http://www.bvb.de


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