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12.02.2016, 16:02

Hoffenheims neuer Trainer stellt sich eloquent vor

Nagelsmann: "Die eine oder andere Beule vertrage ich"

Ein Bundesliga-Trainer, der erst 28 Jahre alt ist: Kann das gut gehen? Julian Nagelsmann hat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Chefcoach der TSG Hoffenheim einen überzeugenden, redegewandten, selbstbewussten Eindruck hinterlassen. Er sprach über die Vorteile seines Alters - und konterte Werder-Trainer Viktor Skripnik.

Julian Nagelsmann
"Ich bin überzeugt, dass wir mit der Mannschaft besser Fußball spielen können": Julian Nagelsmann.
© picture allianceZoomansicht

Frisch, forsch, eloquent und selbstbewusst. So präsentierte sich Julian Nagelsmann bei seiner Vorstellung am Freitagnachmittag im Hoffenheimer Trainingszentrum in Zuzenhausen. Der mit 28 Jahren nunmehr jüngste Cheftrainer der Bundesliga aller Zeiten antwortet schnell, präzise und zielgerichtet. Und genau so soll seine Mannschaft künftig auch Fußball spielen.

"Wir wollen ein bisschen offensiver zu Werke gehen, weil wir Tore brauchen. Wir hoffen, dass wir das schon am Samstag auf den Platz kriegen", erklärte Nagelsmann nach einer "turbulenten Woche", die seinen für Sommer geplanten Amtsantritt deutlich vorgezogen hatte. "Ich war schnell überzeugt, es zu machen. Weil ich auch überzeugt bin, dass wir mit der Mannschaft besser Fußball spielen und auch die Klasse halten können."

Schon in seinen ersten Trainingseinheiten konzentrierte sich der Novize im Profigeschäft auf die erkannten Defizite. "Man konnte in den letzten Wochen sehen, dass die Mannschaft stabiler steht, dass sie weniger Chancen zulässt und weniger Gegentore bekommt. Jetzt geht es darum, dass wir in der Offensive mehr Kreativität entwickeln, mehr Torgefahr ausstrahlen, denn wir müssen Spiele gewinnen, das ist jedem klar. Darum geht es in den nächsten Wochen."

Für mich stellt sich die gleiche Aufgabe wie für jeden anderen Bundesligatrainer auch.Julian Nagelsmann

Großartige Bedenken oder Zweifel, ausgerechnet in dieser heiklen Situation der TSG seine Karriere zu starten, bremsen Nagelsmann nicht. "Ich hatte vor jeder Aufgabe, die mir in meinem Leben gestellt wurde, Respekt. Aber niemals Angst, sondern immer die Überzeugung, das zu schaffen, und die habe ich auch jetzt." Dass seine Reputation tiefe Schrammen abbekommen könnte, sollte der Klassenerhalt nicht mehr gelingen, irritiert ihn nicht. "Ich habe einen Vertrag bis 2019 unterschrieben und mache mir keine Gedanken darüber, welche Beulen meine persönliche Karriere bekommen könnte", versicherte Nagelsmann, "es geht um den Verein und darum, dass wir nächstes Jahr in der 1. Liga spielen. Die eine oder andere Beule kann ich vertragen und trotzdem wieder aufstehen."

"Ich glaube, dass ich mit meiner Art neue Reize setzen kann"

Die Diskussionen um sein noch zartes Alter mag er unterdessen gar nicht gerne. "Wir tun gut daran, über die Sache und die Aufgabe zu reden. Für mich stellt sich die gleiche Aufgabe wie für jeden anderen Bundesligatrainer auch." Nagelsmann, den seine nun annähernd gleichaltrigen Schützlinge duzen dürfen, erkennt sogar Positives: "zum Beispiel dass ich eine ähnliche Sprache spreche wie die Spieler und mich da auch gut in sie reinversetzen kann, was sie gerade beschäftigt." Mangelnden Respekt fürchtet er keinesfalls. "Selbstbewusstsein muss jeder haben, der vor einer Gruppe steht. Das ist unabdingbar."

Keine Frage, dieser junge Mann ist durchaus in der Lage, mit seiner Persönlichkeit, seiner erfrischenden Ansprache und seiner fachlichen Kompetenz, den blockierten Hoffenheimern neues Leben einzuhauchen. Ob das am Ende reicht, und ob das schon am morgigen Samstag im richtungsweisenden Duell mit dem Tabellennachbarn in Bremen fruchtet, bleibt abzuwarten. "Die Zeit ist begrenzt, ich kann keine Bäume ausreißen", weiß auch Nagelsmann, "es geht darum, die Spieler im Kopf zu erreichen, Blockaden zu lösen, ihnen Mut zuzusprechen. Ich glaube, dass ich mit meiner Art neue Reize setzen kann, aber ich habe auch inhaltlich neue Ideen, wo ich ansetzen möchte, um besser Fußball zu spielen. Es geht darum, eine Leistungssteigerung zu erzeugen, damit sich an der Situation etwas ändert."

Konter für Skripnik - Zuber fällt aus

Durchaus schlagfertig returnierte er auch das Statement seines Bremer Kollegen Viktor Skripnik, der am Donnerstag bereits erklärt hatte: "Ich kenne ihn gut und weiß, was er auf dem Platz sehen will und taktisch plant." Das könne ein Vorteil sein für Werder. "Wenn er mich taktisch schon entschlüsselt hat, dann hat er seine Arbeit sehr gut gemacht. Dann muss man ihn loben", flachste Nagelsmann, "ich kenne ihn persönlich, wir haben mal zusammen gekickt. Am Rande einer kleinen privaten Feier haben wir zusammen Fußball gespielt und uns kennengelernt. Aber wir sind nicht im regen Austausch."

Nagelsmanns erster Eindruck von seinem neuen Team war trotz der angespannten Lage positiv. "Der Zustand der Mannschaft war sehr gut, sie wirkte fit und griffig, willig und aggressiv. Ich hoffe, dass wir die Ideen, die wir uns gemeinsam erarbeitet haben, in Bremen auch aufs Feld bekommen. Das sah größtenteils schon gut aus." Verzichten muss er dabei auf die Hilfe von Steven Zuber, der wegen einer Kapselverletzung am linken Sprunggelenk ausfällt.

In Bremen steht am Samstag für die Kraichgauer viel auf dem Spiel. Bei einer Niederlage gerät die TSG gegenüber der Konkurrenz möglicherweise vorentscheidend ins Hintertreffen. Andererseits könnte Nagelsmann mit einem Sieg, dem ersten für Hoffenheim in Bremen überhaupt, gleich ein Ausrufezeichen setzen. Den Segen vom Vereinsboss hat er jedenfalls. "Herr Hopp hat mich angerufen, mir gratuliert und viel Glück gewünscht", berichtete Nagelsmann, "er hat ein gutes Gefühl, dass wir das schaffen werden und dass der gesamte Klub hinter mir steht."

Michael Pfeifer

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 12.02., 16:46 Uhr
Nagelsmann: "Wiese nannte mich Mini-Mourinho"
Selbstbewusst und eloquent hat sich Julian Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim vorgestellt. Der jüngste Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte sprach über die Vorteile seines Alters, die Reize, die er mit seiner Art setzen könnte - und sagte, warum der Spitzname "Mini-Mourinho" gar nicht passt.
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17TSG Hoffenheim19:3115
 
18Hannover 9619:3614

weitere Infos zu Nagelsmann

Vorname:Julian
Nachname:Nagelsmann
Nation: Deutschland
Verein:TSG Hoffenheim


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