Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
10.02.2016, 15:10

"Das Thema knallt international"

Preis-Protest: BVB-Fans erklären Tennisball-Aktion

Die Aktion hat weit über Deutschlands Grenzen hinaus Beachtung gefunden. Sogar argentinischen Medien musste Jan-Henrik Gruszecki am Mittwoch erklären, warum Hunderte von Fans beim Pokalspiel zwischen Stuttgart und Dortmund (1:3) ihren Block erst mit 18:21 Minuten Verspätung aufsuchten - und während der Partie sogar bunte Tennisbälle auf den Rasen warfen. Das wiederum könnte Konsequenzen nach sich ziehen.

Mats Hummels und Ilkay Gündogan (im Hintergrund)
Mussten während der Partie den Rasen von den bunten Tennisbällen befreien: Mats Hummels und Ilkay Gündogan (im Hintergrund).
© imagoZoomansicht

Gruszecki gehört zu den Sprechern des Bündnisses "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein", das sich dem Kampf gegen überhöhte Preise verschrieben hat. Dortmunder Fans wurden in Stuttgart 19,50 Euro für einen Stehplatz und 38,50 Euro für den günstigsten Sitzplatz abgenommen. Die vom BVB erhobene Vorverkaufsgebühr verteuerte die Karten noch einmal um weitere zehn Prozent.

"Diese Preise sind am Anschlag", zürnt Gruszecki. "Die Fans haben den Kaffee auf." Entsprechend hoch war der Mobilisierungsgrad in Stuttgart. "Deutlich mehr als 50 Prozent des Gästeblocks", so schätzt Gruszecki, blieben in den ersten 18:21 Minuten draußen. Die Aktion sei ein "Riesenerfolg" gewesen, zumal der Protest des Bündnisses auch außerhalb Deutschlands Gehör fand: "Das Thema knallt international."

Gruszecki: "Wir wollten niemanden gefährden"

Als "Akt des zivilen Ungehorsams" deklarieren die Dortmunder Fans ihren Protest, "wir wollten ein Zeichen setzen". Ein Zeichen gegen die schleichende Entwicklung, dass der Fußball seinen Status als Volkssport verlieren könnte. Um ihre Forderung nach bezahlbaren Tickets zusätzlich zu illustrieren, übersäten die BVB-Anhänger den Rasen vor ihrem Block nach der Pause mit kleinen, weichen Bällen. "Das sollte eine kreative, witzige Aktion sein", erklärt Gruszecki. "Wir wollten niemanden gefährden." Witzig fanden diese Aktion dem Vernehmen nach aber weder Spieler noch Offizielle von Borussia Dortmund. Beim BVB schließt man nicht aus, dass der DFB ein Ermittlungsverfahren einleitet und möglicherweise eine Strafe ausspricht.

BVB-Fans
Betraten erst verspätet den Gästeblock: Fans des BVB.
© Getty Images

Die Mercedes-Benz-Arena war am Dienstag jedenfalls nicht ausverkauft. Das kann an der kritisierten Stuttgarter Preisgestaltung in diesem sogenannten "Kategorie-A-Spiel" gelegen haben. Möglicherweise hat aber auch der Mix aus Ferien, Faschingsdienstag und ungemütlicher Witterung mit Sturm-Warnungen in Baden-Württemberg Tausende von einem Stadionbesuch abgehalten. Aus Dortmund kamen rund 5000 Fans; ein Viertel von ihnen wurde inklusive Vorverkaufsgebühr für Tickets auf der Gegengeraden mit mehr als 70 Euro zur Kasse gebeten. "So gräbt sich der Fußball das Wasser ab", befürchtet Gruszecki.

Schon in Hamburg, Hoffenheim, Berlin oder Mönchengladbach hatte das Bündnis "Kein Zwanni" auf ähnliche Weise gegen zu hohe Eintrittspreise Front gemacht. Nicht ganz erfolglos, wie Gruszecki anmerkt, "hinterher wurden die Preise wieder gesenkt". Ob sich der VfB Stuttgart daran jetzt für die Liga-Partie im April ein Beispiel nimmt, wird das "Kein Zwanni"-Bündnis aufmerksam verfolgen.

Thomas Hennecke

10.02.16
 

19 Leserkommentare

Mr.Monk
Beitrag melden
16.02.2016 | 12:04

Marktwirtschaft

Warum sollen beim Fussball nicht Angebot und Nachfrage gelten? Wollen sie nun auch den Vermietern in [...]
Timme1993
Beitrag melden
11.02.2016 | 00:18

Gefährliches Halbwissen

Leider sehe ich unter jedem Artikel zum Protestthema extrem viele Beiträge mit Halbwissen. Um nur mal [...]
Sciathan
Beitrag melden
10.02.2016 | 22:38

Schwachsinn pur

Also aus meiner Sicht war die Aktion von den sogennanten "wahren Fans" der pure Schwachsinn.
Zum ein[...]
deingewissen
Beitrag melden
10.02.2016 | 21:58

Nicht konsequent

Aus meiner Sicht sind solche einmaligen Aktionen nicht konsequent.

Ich möchte mich nicht selbst abfe[...]
intosomethin
Beitrag melden
10.02.2016 | 21:19

Wie meine Tante vom Lande

" Das wiederum könnte Konsequenzen nach sich ziehen."

...die hat auch immer Angst davor irgendw[...]

Seite versenden
zum Thema

Video zum Thema