Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
05.02.2016, 13:16

Bremen: Verbände haben immer noch nicht offiziell entschieden

Fall Yatabaré: Eichin rüffelt DFB und FIFA

Immer noch nicht ist geklärt, ob Sambou Yatabaré ab sofort für Werder Bremen spielberechtigt ist. Die Verbände machen aus dem Fall des Profis aus Mali, der in Belgien nachträglich gesperrt worden ist, eine kritikwürdige Hängepartie. Werder und Trainer Viktor Skripnik hängen vor dem Spiel in Mönchengladbach in der Luft. Geschäftsführer Thomas Eichin rüffelt das Verhalten des DFB und der FIFA: "Ein unzumutbarer Zustand."

Sambou Yatabaré
Trainiert und steht im Kader. Aber ob Sambou Yatabaré auch spielen kann, ist noch offen.
© imagoZoomansicht

Das Warten hält an. Die Bremer hatten bis Freitagmittag immer noch keinen offiziellen Bescheid seitens des DFB erhalten, wissen somit weiterhin nicht, ob sie Sambou Yatabaré beim Auswärtsspiel am heutigen Freitagabend in Mönchengladbach einsetzen können. Die Auskunft, die Eichin vom DFB erhalten hat, war lediglich diese: "Die Beratungen dauern noch an." Eichin ist weiterhin stinksauer über das Vorgehen: "Das ist mehr als unglücklich und stört empfindlich unsere Spielvorbereitung."

Zwei Tage hatte der Verband nun Zeit, den Fall des Neuzugangs beim Nord-Klub juristisch zu prüfen und zu klären. Geschehen ist nichts, jedenfalls hat es keine offizielle Stellungnahme gegeben. Werder hängt in der Luft, Trainer Viktor Skripnik, geplagt von Personalsorgen nach den kurzfristigen Ausfällen von Ulisses Garcia und Florian Grillitsch, die nicht zum Aufgebot zählen, hängt in der Luft, weiß zur Stunde noch nicht, ob er Mittelfeldspieler Yatabaré, der als 19. Mann zum Kader gehört, einsetzen kann im Borussen-Park.

"Ein unzumutbarer Zustand, sowohl für Werder als auch für den Spieler", schimpfte Thomas Eichin schon am Donnerstag über das Verhalten der Verbände, nahm von dieser Kritik aber ausdrücklich die DFL aus, die nur ausführendes Organ sei. Der Geschäftsführer von Werder wollte endlich Klarheit in dieser Angelegenheit, die seit Dienstag die Juristen beschäftigt. Eichin zum kicker: "Wir haben den Statuten gemäß gehandelt und alles richtig gemacht. Danach sind Dinge passiert, auf die wir keinen Einfluss hatten."

Die Argumentation des Werder-Chefs liest sich so: Als Yatabaré verpflichtet worden ist, war dieser gemäß dem Transfersystem des Weltverband ohne Einschränkungen spielberechtigt. Unter diesen Voraussetzungen ist es zum Wechsel gekommen. Danach verhängte der Belgische Verband eine Sperre gegen den Profi aus Mali, der bei seinem letzten Einsatz für Standard Lüttich im Spiel gegen AA Gent am 24. Januar auf einen am Boden liegenden Gegenspieler trat, was die TV-Bilder nachweisen. Im Regelfall soll eine Sperre auch bei einem Wechsel ins Ausland gelten. Doch der Fall Yatabaré ist speziell, weil die Sperre erst nach dem Abschluss des Transfers erfolgt ist.

Drei oder vier Spiele Sperre? Nicht einmal das ist klar!

Ein Sonderfall, den zu bewerten sich die Verbände schwer tun. Dies zeigt die lange Zeit der Beratungen, bei denen es den Anschein hat, dass sich der DFB und die inzwischen wieder eingeschaltete FIFA den schwarzen Peter gegenseitig zuschieben. Kurios wird das Ganze, weil selbst die Dauer der Sperre gegenwärtig nicht klar ist. Erst hieß es, es handle sich um vier Spiele. Nun, so berichtet Eichin, müsse von drei Spielen ausgegangen werden. Das Vergehen Yatabarés geschah in einem Meisterschaftsspiel. Ob die Sperre somit nur für die Bundesliga oder aber auch für den nationalen Pokalwettbewerb gelte, ist ebenfalls noch fraglich. Ein entscheidender Punkt, denn Werder spielt am kommenden Dienstag im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen und würde eingedenk der Personalmisere gerne auf den 26-Jährigen zurückgreifen wollen.

Keine Auskünfte von den Verbänden, ein Schwebezustand, den Eichin kritisiert. Die Auskunft, die er bisher aus Frankfurt erhalten hat, war lediglich dieser vage Hinweis: Der Spieler sei eigentlich spielberechtigt, doch dafür könne keine Gewähr übernommen werden.

Zum Skandal würde die Geschichte, sollte bis zum Anpfiff der Partie in Gladbach immer noch keine offizielle Klärung erfolgt sein. Eichin würde sich dann gegen einen Einsatz des Spielers entscheiden, obwohl er sich im Recht sieht. "Dieses Risiko können wir nicht eingehen, weil es später Proteste geben könnte." Sollte der Entscheid negativ für Werder ausfallen, so behalten sich die Bremer, wie der Geschäftsführer Sport andeutete, ihrerseits rechtliche Schritte vor.

Hans-Günter Klemm

Tabellenrechner 1.Bundesliga
05.02.16
 
Seite versenden
zum Thema

weitere Infos zu S. Yatabaré

Vorname:Sambou
Nachname:Yatabaré
Nation: Frankreich
  Mali
Verein:Werder Bremen
Geboren am:02.03.1989

1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München50:953
 
2Borussia Dortmund52:2445
 
3Hertha BSC29:2135
 
4FC Schalke 0429:2633
 
5Bayer 04 Leverkusen29:2132
 
6Bor. Mönchengladbach40:3532
 
71. FSV Mainz 0525:2430
 
8VfL Wolfsburg29:2827
 
91. FC Köln21:2626
 
10FC Ingolstadt 0414:2126
 
11SV Darmstadt 9821:2924
 
12VfB Stuttgart31:4124
 
13Hamburger SV22:2823
 
14FC Augsburg22:2821
 
15Eintracht Frankfurt26:3421
 
16Werder Bremen24:4119
 
17TSG Hoffenheim18:3014
 
18Hannover 9619:3514