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25.01.2016, 00:09

Hannover: "Selbstvertrauen gibt's nicht auf Knopfdruck"

Starker Hoffmann kann sich nicht freuen

Seine Leidenszeit dauerte über 18 Monate. Eineinhalb Spielzeiten verpasste Andre Hoffmann nach seinem Kreuzbandriss im Sommer 2014 komplett, jetzt feierte er in Hannover ein überzeugendes Comeback. Glücklich ist der 22-Jährige verständlicherweise angesichts der 1:2-Niederlage seines Teams gegen Darmstadt dennoch nicht.

Wieder drin im Bundesliga-Trubel: Andre Hoffmann (re.).
Wieder drin im Bundesliga-Trubel: Andre Hoffmann (re.).
© imagoZoomansicht

Es war durchaus eine mutige Entscheidung von Thomas Schaaf. Auf einer Schlüsselposition im zentralen defensiven Mittelfeld vertraute der 96-Trainer in Andre Hoffmann. Ausgerechnet jenen Spieler, der nach seinem Kreuzbandriss vor der Saison 2014/15 kein einziges Spiel mehr in der Bundesliga absolviert hatte.

Das Vertrauen zahlte sich aus, denn es war eine überzeugende Rückkehr als Sechser, nachdem Hoffmann vor seiner Verletzung mehr in der Innenverteidigung zum Einsatz gekommen war. "Wenn man anderthalb Jahre raus ist, ist es sehr schwer, wieder reinzukommen. Letztendlich ist es mir egal, wo ich jetzt wieder starte. Ich habe beide Positionen schon gespielt. Der Trainer wollte vor der Abwehr jemanden, der etwas defensiver denkt. Ich habe versucht, diesen Part zu erfüllen."

Nach zäher Reha hatte sich der 22-Jährige körperlich zwar seit einiger Zeit wieder herangearbeitet, für den ehemaligen 96-Coach Michael Frontzeck aber schien der Zeitpunkt eines Hoffmann Comebacks noch nicht gekommen. Das änderte sich mit dem Rückrundenstart. Hoffmann rückte in die Startelf - und feierte mit einer Vielzahl gelungener Pässe und einem ansprechenden Gesamteindruck ein starkes Comeback. Freuen konnte er sich darüber freilich nicht.

"Bei dem Ergebnis rückt das total in den Hintergrund. Wenn man sich die Tabelle anschaut, wäre es enorm wichtig gewesen, die Punkte in Hannover zu behalten. Wir hatten die Möglichkeiten, waren aber in den entscheidenden Momenten nicht konsequent genug", analysierte der frühere Juniorennationalspieler treffend. Mit dem Spielerverlauf beim 1:2 gegen Darmstadt haderte er wie die meisten bei 96: "Wenn man als Tabellenvorletzer in die Winterpause geht, ist es klar, dass man nicht vor Selbstvertrauen strotzt. Eigentlich hätte uns die 1:0-Führung Selbstvertrauen geben sollen, besser kann man nicht starten."

Es war sehr emotional für mich, nach anderthalb Jahren wieder Bundesliga zu spielen. Dafür habe ich anderthalb Jahre gekämpft.Andre Hoffmann

Doch kleinste Erschütterungen wie das Vergeben eigener Chancen oder Darmstädter Möglichkeiten brachten das Team sofort wieder ins Wanken. "Wir müssen das Spiel nach dem Ausgleich anders gestalten, selbstbewusster agieren. Aber Selbstbewusstsein gibt es nicht auf Knopfdruck. Das geht nur über gelungene Aktionen, vielleicht hatten wir davon zu wenige", so Hoffmann, der dennoch Optimist bleibt: "Es geht weiter. Es gab Teile in diesem Spiel, die mir Hoffnung machen."

Vielleicht können auch die endlich positiven persönlichen Eindrücke Hoffmanns aus den letzten Tagen auf das Team ausstrahlen. "Es war sehr emotional für mich, nach anderthalb Jahren wieder Bundesliga zu spielen. Dafür habe ich anderthalb Jahre gekämpft. Ich bin meiner Familie sehr dankbar und allen Leuten, die mich in einer Phase unterstützt haben, in der es nicht ganz einfach war", so Hoffmann anerkennend. "Ich danke auch dem Trainerteam für das Vertrauen nach den drei Wochen Vorbereitung. Ich habe versucht, es zurückzuzahlen."

Michael Richter

1. Bundesliga, 2015/16, 18. Spieltag
Hannover 96 - SV Darmstadt 98 1:2
Hannover 96 - SV Darmstadt 98 1:2
Die Mission ist klar

Thomas Schaaf soll als neuer 96-Trainer die Niedersachsen zum Klassenerhalt führen. Erste Aufgabe: Heimspiel gegen Darmstadt.
© Getty Images

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25.01.16
 
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