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23.01.2016, 20:48

Spieltags-Kommentar von Thiemo Müller

Was Hannover mit Schaaf gewonnen hat

Die Rückrunde läuft, Bayern sucht noch seinen Rhythmus und siegt trotzdem. Der BVB ist zurecht die zweitbeste Elf der Liga. Und in Hannover schrillen weiter die Alarmglocken, dennoch hat die aktuelle Situation der 96er etwas Positives. Der Spieltagskommentar ...

Hannover startete gut und stand am Ende mit leeren Händen da: 1:2 gegen Darmstadt.
Hannover startete gut und stand am Ende mit leeren Händen da: 1:2 gegen Darmstadt.
© imagoZoomansicht

Der Start des FC Bayern in die Rückrunde verführt schnell zur Kaffeesatzleserei. Zwar siegte der Branchenprimus in Hamburg verdient, zeigte dabei aber eben nur eine mittelmäßige Leistung. Und das zum Auftakt der "Abschiedstour" von Trainer Pep Guardiola! Alle Hinweise darauf, dass die Münchner sich speziell im Hinblick auf die Champions League steigern müssen, sind natürlich berechtigt. Allein: Seriöse Rückschlüsse aus der aktuellen Verfassung auf die Spiele gegen Juventus Turin im Februar und März lassen sich nicht ziehen. Zumal eine leichte Verunsicherung vor den K.O.-Duellen bekanntlich sogar leistungsfördernder sein kann als eine allzu breite Brust. Fakt bleibt: Der FC Bayern ist seiner vierten Deutschen Meisterschaft in Serie bei acht Punkten Vorsprung wieder einen Spieltag nähergekommen. Auch wenn Verfolger Borussia Dortmund nach dem verpatzten Hinrundenfinale in Köln diesmal mit dem 3:1-Sieg in Gladbach ein eindrucksvolles Zeichen setzte.

Faszinierender Abstiegskampf - VfB zeigt sein Potenzial

Die größte Spannung bezieht die Liga aber sowieso weiter aus dem Abstiegskampf. Wobei sich der VfB Stuttgart, von vielen Experten aktuell als Kellerkind mit der größten Kaderqualität eingestuft, tatsächlich anschickt, frühzeitig Richtung Mittelfeld durchzustarten. Über die Winterpause hinweg blieben die Schwaben unter Neu-Trainer Jürgen Kramny nun in vier Spielen hintereinander ungeschlagen, acht Zähler bilden dabei eine famose Quote. Und die kommenden Heimspiele gegen Hamburg, Hertha, Hannover sowie Hoffenheim bieten die herausragende Gelegenheit, sich bis Anfang März vielleicht schon nahezu aller Sorgen zu entledigen.

Davon weit entfernt bleiben Hoffenheim und Hannover, auch wenn die TSG das 1:1 gegen Leverkusen immerhin als Achtungserfolg verbuchen darf - und auf Tabellenplatz 17 vorrückt. Die Rote Laterne holte sich Thomas Schaaf zum Einstand bei 96 ab. Das 1:2 gegen Aufsteiger Darmstadt ist ein böser Tiefschlag für die Niedersachsen, der noch einmal verdeutlicht, wie verfahren die Lage tatsächlich ist nach der missglückten Personalpolitik speziell im vergangenen Sommer. Bei 96 liegt womöglich zu viel im Argen, als dass ein noch so renommierter Fußballlehrer sowie kurzfristige Kraftakte auf dem Transfermarkt rechtzeitig für eine Wende sorgen können.

Ausgerechnet Wagner

Dass letztlich nicht der aus Russland in die Bundesliga zurückgelockte Schaaf-Zögling Hugo Almeida zum Matchwinner avancierte, sondern Sandro Wagner, entbehrt dabei nicht einer gewissen Pikanterie. Ausgerechnet Wagner, bei seinem Engagement in Bremen (2009 bis 2012) mit Schaaf nur selten auf einer Wellenlänge und dann auch bei Hertha durchgefallen, schnürte seinen zweiten Doppelpack in dieser Saison - den ersten übrigens beim 2:1 gegen Ex-Klub Werder.

Einmal mehr wird der andernorts abgeschriebene Stürmer damit zur Symbolfigur jener Tugenden, mit denen Underdog Darmstadt sich weiterhin gegen das Bundesliga-Establishment behauptet. Ebenso übrigens wie Mitaufsteiger Ingolstadt. Vom vielfach prophezeiten "Einbruch" der Neulinge also auch zum Rückrundenauftakt keine Spur.

Frontzeck hat nachträglich Recht

kicker-Redakteur Thiemo Müller
kicker-Redakteur Thiemo Müller

Derweil darf sich Hannover in der bitteren Niederlage immerhin mit dem Gedanken trösten, dass sich der Trainerwechsel dennoch gelohnt hat. Man stelle sich nur vor, 96 hätte den Start ins Jahr 2016 unter Schaaf-Vorgänger Michael Frontzeck genauso in den Sand gesetzt. Wilde Hektik wäre nun garantiert, und ein neuer Coach müsste ohne Vorbereitung übernehmen. Ein absehbares Szenario, mit dem ja nicht zuletzt Frontzeck seinen (offiziellen) Rücktritt begründete.

So hat Hannover die immens wichtigen Punkte zwar auch verloren. Aber wenigstens Zeit gewonnen. Ob diese am Ende reicht, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt.

Thiemo Müller

Bilder des Spieltages
1. Bundesliga, 2015/16, 18. Spieltag
1. Bundesliga, 2015/16, 18. Spieltag
Gespannter Blick

Schalkes Coach Andre Breitenreiter vor dem Anpfiff gegen Bremen.
© Getty Images

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13 Leserkommentare

kkjohannes
Beitrag melden
26.01.2016 | 00:22

Was Hannover mit Schaaf gewonnen hat? Nichts!
thegrandfather
Beitrag melden
24.01.2016 | 13:55

@JakobIN

12/13 hatte Augsburg 12 Punkte nach 18 Spieltagen (17. Platz) und hat am Ende mit 2 Punkten Vorsprung [...]
Fussball321
Beitrag melden
24.01.2016 | 13:55

2012/13

Schneller Blick in die Geschichte zeigt: 2012/13 waren Hoffenheim und Augsburg bei 13 bzw 12 Punkten [...]
fandessvwilhelmshaven
Beitrag melden
24.01.2016 | 13:55

@ JaobIN: 2012/ 2013

Da hatten Hoffenheim (13) und Augsburg (12) sogar noch weniger Punkte und einen deutlich deutlich deutlich [...]
Schokojunkie2007
Beitrag melden
24.01.2016 | 13:55

Ja, gab es schon mindestens einmal...

Augsburg hatte 2012/2013 sogar nur 12 Punkte und 9 Punkte Rückstand auf #16 und ist nicht abgestiegen [...]

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