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20.01.2016, 13:42

Darmstadts Präsident mahnt zur Eile beim Stadion-Umbau

Fritsch: "Herzblut ist eine begrenzte Ressource"

Über 500 Gäste aus Sport, Wirtschaft und Politik strömten am Dienstagabend ins Darmstädter Audi-Zentrum zum Neujahrsempfang des SV Darmstadt 98. Nach dem sportlich sensationellen Jahr 2015 blickte man in viele frohe Gesichter. Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch hielt eine emotionale Rede und nutzte die Gelegenheit, um den anwesenden Oberbürgermeister Jochen Partsch beim geplanten Stadionumbau dezent unter Druck zu setzen.

Fritsch (l.) und OB Partsch
Auch Darmstadts Stadion-Umbau war ein Thema beim Dialog zwischen Rüdiger Fritsch (l.) und Oberbürgermeister Jochen Partsch.
© imagoZoomansicht

Es dürfte Fritsch nicht außerordentlich schwer gefallen sein, an seiner Rede für den Neujahrsempfang zu feilen. Schließlich musste er auf kein Horror-Krisen-Jahr zurückblicken, sondern auf ein modernes Fußball-Märchen, dessen neues Kapitel in der Bundesliga ebenfalls zu fesseln weiß. "Das ist die erfolgreichste und aufregendste Epoche in der Vereinsgeschichte", sagte Fritsch - und verteilte reichlich Lob in alle Richtungen.

"Der positive Erfolg setzte nicht vor zwei, drei Jahren ein, sondern 2007, als Hans Kessler diesen Verein übernahm (als Präsident, Anm. d. Red.). Ab 2007 hat er die Drecksarbeit gemacht, aufgeräumt und den Boden bereitet, damit die Früchte gedeihen konnten, die wir jetzt ernten. Dafür sind wir ihm ewig dankbar. Er hat dem Begriff Demut eine besondere Darmstädter Bedeutung gegeben", resümierte der Vorsitzende anerkennend und betonte: "Demut und Erdung sind wichtige Faktoren, die wir nicht aufgeben dürfen."

Zusammenhalt, Wille und Teamgeist statt Okocha-Tricks.Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch zu den Tugenden der Lilien.

Eng mit diesen Begriffen verknüpft sind die viel zitierten Darmstädter Tugenden. Okocha-Tricks und Spielzüge für die Galerie wird man von den "Schusterjungen" auch 2016 eher nicht zu sehen bekommen. "Zusammenhalt, Wille und Teamgeist sind zu unserem Markenzeichen geworden", konstatierte Fritsch und sprach von einer "phänomenalen Leistung" des Trainerteams und der Mannschaft: "Dafür kann man gar nicht oft genug Danke sagen."

Fritsch warnt und wünscht sich die nächste Feier

Ein paar Atemzüge später warnte der 54-Jährige allerdings auch vor Nachlässigkeiten. "Wir dürfen uns auf keinen Fall auf den vermeintlichen Lorbeeren ausruhen. Wenn wir nur einen Zentimeter nachlassen, sind wir genauso schnell weg, wie wir hochgekommen sind", meint Fritsch. Im Mai, so seine Hoffnung, soll die nächste große Fete rund ums "Bölle" steigen: "Wir wollen ein weiteres Wunder, ein weiteres Märchen hinzufügen, wir wollen, dass der Wahnsinn kein Ende nimmt. Auch wenn wir nicht von Sieg zu Sieg eilen werden, besitzen wir eine reelle Chance, die Liga zu halten. Aber es werden ganz, ganz harte Wochen."

Der Plan: Stadionumbau zu Saisonbeginn 2018/19 abgeschlossen

Natürlich sprach der Präsident in Anwesenheit des Oberbürgermeisters auch die Stadion-Thematik an. "Wir müssen unbedingt sehen, dass wir den Um- oder Neubau nach vorne treiben. Das Herzblut, das wir alle haben, ist eine begrenzte Ressource. Nur mit Herzblut funktioniert es auf Dauer nicht", mahnte er zur Eile in der Planung und Umsetzung. OB Jochen Partsch erklärte hinterher: "Ziel ist, dass das Stadion zum Saisonbeginn 2018/19 fertig ist." An diesen Worten muss er sich nun messen lasssen.

Julian Franzke

 
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Vorname:Dirk
Nachname:Schuster
Nation: Deutschland
Verein:FC Augsburg