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19.01.2016, 17:13

Anwalt Schickhardt erwägt, das DFB-Bundesgericht anzurufen

"Eierkopp"-Zitat kostet Schmadtke 6000 Euro

Auch in einer mündlichen Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht kam Jörg Schmadtke um eine Geldstrafe nicht herum. Weil der Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln am 12. Dezember in der Partie bei Werder Bremen den Schiedsrichtern in der Halbzeitpause "Ihr Eierköppe werdet auch immer schlechter" hinterhergerufen hatte, wurde er zu einer Geldbuße in Höhe von 6000 Euro verurteilt. Der Verein und Anwalt Christoph Schickhardt prüfen nun, ob das DFB-Bundesgericht angerufen wird.

Jörg Schmadtke
Jörg Schmadtke wird für seine Bemerkung in Richtung Schiedsrichtergespann zur Kasse gebeten.
© imagoZoomansicht

"Ich habe mich für das Zitat entschuldigt und würde es nicht mehr sagen. Aber ich bin erschrocken über das Strafmaß", sagte Schmadtke nach dem Urteil. Das DFB-Sportgericht verhängte am Ende der zweieinhalbstündigen mündlichen Verhandlung die gleichen 6000 Euro, die der Kontrollausschuss bereits im schriftlichen Verfahren beantragt hatte. "Wir dürfen nicht nur den Einzelfall betrachten, sondern müssen auch die Wirkung eines solchen Urteils sehen. Ein Freispruch wäre für jeden Fußballer auch in den unteren Klassen der Freibrief gewesen, einen Schiedsrichter ungestraft 'Eierkopp' zu nennen", betonte Hans E. Lorenz, der Gerichtsvorsitzende. In der Vergangenheit habe die Kammer bei verbalen Entgleisungen von Sportdirektoren gelegentlich auch fünfstellige Strafen verhängt, so dass die 6000 Euro am unteren Ende des Strafrahmens lägen.

Das Gericht kannte kein Pardon mit Schmadtke, obwohl er eindrucksvoll schilderte, dass er in 30 Jahren Tätigkeit als Spieler, Trainer und Manager erstmals vor dem Sportgericht erscheinen musste. Als Torwart hatte er in 375 Ligaeinsätzen neun Gelbe und eine Rote Karte gesehen. Wobei der Platzverweis nicht einmal eine Sperre nach sich zog, weil er sich nach den TV-Bildern als Schiedsrichterfehlentscheidung herausstellte. Schmadtke gilt als besonnener Zeitgenosse, der eine öffentliche Schelte der Schiedsrichter nach Fehlern vermeidet. Auch im vergangenen Dezember kritisierte der Köln-Manager die Unparteiischen nicht vor laufenden Kameras oder Mikrofonen, sondern während der Halbzeitpause im Kabinengang.

"Es ist kein Drama, aber man sollte einen gewissen Respekt haben", rekapitulierte Schiedsrichterassistent Arno Blos bei seiner Aussage vor dem DFB-Sportgericht. Schmadtke war nach der Pause wegen seiner Aussage von Schiedsrichter Guido Winkmann auf die Tribüne geschickt worden.

Dieses Verfahren ist ein Trauerspiel.Kölns Anwalt Christoph Schickhardt

"Dieses Verfahren ist ein Trauerspiel", findet Kölns Anwalt Christoph Schickhardt. "Den ersten Fehler hat Herr Schmadtke gemacht. Den zweiten Fehler die Schiedsrichter. Ein Schiedsrichter, der in der Bundesliga pfeift, muss auch ein dickes Fell haben. Es gibt ganz andere Fälle, wo Manager den Schiedsrichtern wutentbrannt etwas an den Kopf wirft." Die Begrifflichkeit 'Eierkopp' müsse "im Gesamtkontext gesehen werden". Schickhardt befürchtet, dass nun eine ganze Welle von Verfahren auf die Sportgerichtsbarkeit zukommt.

Der Kölner Manager wird am Donnerstag sogar vom örtlichen Karnevalsverein "Löstije Eierköpp" zum Eierkopp ehrenhalber gekürt. "Ich werde die Auszeichnung mit Stolz annehmen", kündigt Schmadtke an.

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19.01.16
 

17 Leserkommentare

Fussballbeobachter
Beitrag melden
21.01.2016 | 00:06

DFB

Man kann die ganze Sache natürlich bagtellisieren und zur Lappalie abstempeln.

Letztendlich [...]
Sciathan
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20.01.2016 | 13:13

Wird Zeit....

....dass Freitag ist.
Wäre nicht Winterpause und wäre das Ganze mitten in der Saison passiert, wä[...]
colongeti
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20.01.2016 | 12:38

Na gut, Eierkopp ist wohl nicht deutschlandweit eine freundliche Formulierung. Gut, das kann man akzeptieren. [...]
svenne09
Beitrag melden
20.01.2016 | 09:28

Ich denke die Schiedsrichter werden wirklich immer schlechter und Schmadtkes reaktion ist nur allzu [...]
Baggio22
Beitrag melden
20.01.2016 | 09:00

Eierköppe...

All Nid Kölner sin Eierköppe...

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Gründungsdatum:13.02.1948
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