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13.01.2016, 10:51

Interview: Der Ex-Nationalspieler sucht einen Klub

Cacau: "Ohne Druck macht Fußball keinen Spaß"

Der VfB Stuttgart II bereitet sich in Estepona im Süden Spaniens auf die restliche Runde in der 3. Liga vor. Mit dabei ist ein früherer deutscher Nationalspieler: Cacau hält sich bei der VfB-Reserve fit - und hofft auf einen neuen Klub. Im Interview spricht der 34-Jährige über seine Zeit in Japan, die Vereinssuche, seine Rolle als "Opa" und die Bundesligisten Stuttgart und Augsburg.

Cacau
Hält sich aktuell bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart fit: Cacau.
© imagoZoomansicht

Ob auf dem Trainingsplatz oder beim Essen - wenn Cacau sich dieser Tage umschaut, dann sind die Kollegen um ihn herum zwölf oder gar fünfzehn Jahre jünger als er. Doch davon lässt sich der 33-jährige Ex-Nationalspieler (23 Länderspiele, sechs Tore) die Laune nicht verderben. Er trainiert mit dem Reserveteam seines Herzensklubs, für den er von 2003 bis 2014 stolze 263 Bundesligaspiele (80 Tore) absolvierte. Zwischen Vormittagseinheit und Mittagessen nimmt sich Cacau Zeit für ein Gespräch.

kicker: Herr Cacau. Wie fühlen Sie sich mit so vielen jüngeren Mannschaftskollegen? Sind Sie innerhalb der Gruppe eine Art Vater?

Cacau: Oder ein Opa... (lacht). Nein, ich verhalte mich wie immer. Die Jungs spielen auch Fußball. Das Beste ist, wenn man ganz normal vorangeht und auf dem Platz Einsatz und Willen zeigt. Ab und zu gebe ich natürlich mal einen Tipp, wenn mir etwas auffällt.

kicker: Sie trainieren seit Juni beim VfB II, um sich fitzuhalten. Wie sind Sie im Moment drauf?

Cacau: Ich merke, dass der Körper mitmacht und dass der Kopf funktioniert und Spaß hat. Deswegen will ich es noch mal versuchen. Es finden immer wieder Gespräche mit Vereinen statt. Ich hoffe, dass demnächst etwas Passendes kommt. Ich will wieder spielen.

kicker: Was schwebt Ihnen vor? Ein Klub in Deutschland oder im Ausland?

Cacau: Deutschland wäre schön, weil ich mich mit meiner Familie dort wohlfühle und meine Kinder schon in der Schule sind. Aber ich bin auch offen für andere Dinge. Wegen meiner Familie kommt allerdings nicht mehr alles infrage.

Ich merke, dass der Körper mitmacht und dass der Kopf funktioniert und Spaß hat.Cacau

kicker: Was trauen Sie sich zu? 1., 2. oder 3. Liga?

Cacau: Von der Fitness und vom Kopf her würde alles gehen. Ich habe schon Gespräche mit einigen Zweitligisten geführt, aber es muss einfach insgesamt passen.

kicker: Ist es eine Option, für den VfB II zu spielen?

Cacau: Ich trainiere nicht mit, um mich beim VfB zu bewerben. Ich bin froh, dass der Verein diese Tür geöffnet hat, man braucht einfach professionelle Bedingungen, um in einen Fitnesszustand zu kommen, in dem man spielen kann. Alles andere wäre nur Spekulation.

kicker: Der FC Augsburg trainiert nur zwei Kilometer von Ihrem Hotel entfernt ebenfalls in Estepona. Wie bewerten Sie die Entwicklung des schwäbischen Konkurrenten?

Cacau: Sehr, sehr positiv. Ich wünsche ihnen, dass sie aus der aktuell schwierigen Situation herauskommen, denn gute Arbeit muss belohnt werden. Die letzte Saison war überragend. Es war zu erwarten, dass es nicht so gut weiterläuft. Aber sie haben eine gute Basis: Ehrlichkeit, ein respektvolles Miteinander. Der FCA ist ein solider Verein, der sich das alles verdient hat.

kicker: Haben Sie Kontakt zu den Verantwortlichen beim FCA?

Cacau: Wenig. Ich habe Markus Weinzierl und Stefan Reuter vor einiger Zeit bei einem Länderspiel getroffen. Man kennt sich, aber es gab keinen engeren Kontakt.

Cacau
Cacau hat weiterhin großen Spaß am Fußballspielen und ist derzeit auf Vereinssuche.
© imago

kicker: Sie spielten zuletzt in der Saison 2014/15 bei Cerezo Osako. Wie war die Zeit in Japan?

Cacau: Es war eine schöne Erfahrung für uns als Familie. Wir haben ein neues Land, eine neue Kultur und die Menschen kennengelernt. Japan ist sehr organisiert, die Menschen sind sehr strukturiert.

kicker: Und der Fußball?

Cacau: Auch der ist deutlich anders, das hängt mit der Kultur zusammen, die sich auf den Fußball überträgt. Die meisten Spieler setzen einfach das um, was der Trainer ihnen sagt, sie sind weniger für Überraschungen gut. Die Spieler, die ein bisschen von dieser Linie abweichen, fallen auf und sind diejenigen, die für das Ausland infrage kommen, wie Shinji Kagawa oder Takashi Usami.

kicker: Sportlich lief das Jahr in Osako nicht gut, ihr Verein stieg ab. Gab es viel Kritik?

Cacau: Nein, die Leute sind anständig und respektvoll. Wir hatten nach dem letzten Spiel eine Abschiedsfeier im Stadion, trotz des Abstiegs wurden wir von den Fans begrüßt und umarmt. Es gab wenig Druck und Kritik vonseiten der Anhänger und der Presse. Das hat mich sehr überrascht.

Ich habe schon Gespräche mit einigen Zweitligisten geführt, aber es muss einfach insgesamt passen.Cacau

kicker: Klingt angenehm...

Cacau: In Deutschland beschwert man sich häufig, dass der Druck zu hoch sei. Aber man lebt als Fußballer auch davon, diesen Druck zu überwinden und zu zeigen, dass man trotzdem gut spielen kann. Wenn man das schafft, gibt es einem ein gutes Gefühl. Ohne Druck macht der Fußball auch keinen Spaß.

kicker: Apropos Druck: Wie sehen Sie die Lage bei den Profis des VfB Stuttgart?

Cacau: Ich hoffe, dass sie jetzt die Kurve kriegen und den Klassenerhalt schaffen. Es ist an der Zeit, dass sich der VfB stabilisiert, um irgendwann wieder an mehr zu denken. Aber zurzeit zählt nur, in der Liga zu bleiben. Wenn alle fit sind, hat die Mannschaft dafür die Qualität.

kicker: Als Sie Mitte Juni zur VfB-Reserve stießen, war Jürgen Kramny dort Coach. Inzwischen trainiert er die Profis. Ist er der richtige Mann für den Job?

Cacau: Er hat die nötige Erfahrung, hat selbst Bundesliga gespielt und war unter Jens Keller schon Co-Trainer bei den Profis. Er kennt sich aus und bringt alles mit.

Interview: David Bernreuther

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