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10.01.2016, 11:19

Mainz: Bungert trainiert individuell

In der Flexibilität liegt Schmidts Chance

Am Tag nach der 0:3-Niederlage im Test gegen Standard Lüttich samt Fast-Spielabbruch war wieder alles ganz normal beim 1. FSV Mainz 05. Das komplette Team trainierte am Sonntagmorgen locker, der an der Wade lädierte Niko Bungert absolvierte mit Reha-Coach eine Sondereinheit.


Aus dem Mainzer Trainingslager in Marbella berichtet Benni Hofmann

Martin Schmidt
Testet seine Mannschaft am Sonntagnachmittag erneut: Mainz-Trainer Martin Schmidt.
© imagoZoomansicht

Die hektische Schlussphase mitsamt Keilerei überschattete freilich das Duell mit den aggressiven Belgiern am Samstag. Trainer Martin Schmidt, der sich schon in der 60. Minute ein Wortgefecht mit seinem Konterpart Yannick Ferrera lieferte, wollte die letzte halbe Stunde der aufgeheizten Atmosphäre wegen nicht mehr bewerten.

Die Stunde zuvor lieferte jedoch die ein oder andere Erkenntnis: Nämlich, dass im systematischen Bereich noch viel Arbeit vor dem Schweizer liegt, ehe in knapp zwei Wochen die Rückrunde beginnt. "Wir wollten unter Wettkampfbedingungen den Ball halten, zirkulieren lassen und zu Chancen kommen", sagte Schmidt. Das klappte zunächst gar nicht, "weil wir uns haben einschüchtern lassen". In der Tat ging der Tabellenvierte der Jupiler League überraschend früh und konsequent drauf, nur selten brachten die Rheinhessen anfangs den Ball kontrolliert durch die erste Pressinglinie.

Dort hatte Schmidt die Anordnung minimal verändert bei Ballbesitz. Danny Latza beschrieb es als 4-1-4-1. Der Ex-Bochumer rückte dabei auf die Halbposition neben Yunus Malli. "Das könnte ein System sein, wenn man mal einen Rückstand aufholen muss", findet Schmidt. Julian Baumgartlinger gibt darin den einzigen Sechser. Diese Ausrichtung in der Schaltzentrale erinnert ein wenig an das Dortmunder Herzstück unter Thomas Tuchel. Julian Weigl zentral defensiv, davor Ilkay Gündogan als Scharnierspieler, noch etwas weiter vorne Shinji Kagawa und mit mehr Zug zum Tor.

Wir haben die wichtigen Zweikämpfe verloren, vor allem auf der rechten Defensivseite.Mainz-Coach Martin Schmidt

Erst nach 20 Minuten funktionierte die Idee. Mainz übte Dominanz aus, brachte aber noch zu selten Tempo ins eigene Spiel. "Im zweiten Teil der ersten Halbzeit haben wir es im Griff gehabt, aber wir haben die wichtigen Zweikämpfe verloren, vor allem auf der rechten Defensivseite", kritisierte Schmidt Daniel Brosinski, ohne diesen namentlich zu nennen. In der Tat wurde aber das 0:1 über seine Seite eingeleitet.

Neben dem 0:3, das zu hoch ausfiel, dürfte vor allem die Erkenntnis bleiben: Es wird ein schwieriger Balance-Akt. Mehr mit eigenem Ballbesitz anzufangen wissen - was Sinn ergibt, weil dieses Element den Nullfünfern aktuell oft fehlt - dabei aber Umschaltmomente nicht verlieren. Daran ist zum Beispiel Kasper Hjulmand gescheitert vor einem Jahr. Allerdings auch, weil der Däne recht stur an seinem Konzept festhielt.

In der Flexibilität aber liegt die Chance für Trainer Schmidt. Mainz 05 verfügt über komfortable 24 Punkte. Heißt: Der 48-Jährige kann sich durchaus auf Experimente einlassen zu Beginn der Rückrunde. Greifen diese nicht, sollte es kein Problem sein, seine Mannschaft sofort wieder auf Umschalten und Kämpfen zu polen. "Es wird sich noch ein bisschen einspielen müssen", sagte Latza nach dem 0:3. Schon an diesem Sonntagnachmittag beim Freundschaftsspiel gegen den FC Brügge (16 Uhr, Estadio San Pedro de Alcantara) besteht Gelegenheit dazu.

Benjamin Hofmann

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weitere Infos zu Schmidt

Vorname:Martin
Nachname:Schmidt
Nation: Schweiz
Verein:1. FSV Mainz 05