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08.01.2016, 13:43

Neu-Frankfurter kehrte wegen der Familie zurück

Huszti: "Meine Verpflichtung ist kein Risiko"

Neuzugang Szabolcs Huszti hinterlässt unter der Sonne Abu Dhabis einen guten Eindruck in den Trainingseinheiten. Der 32-Jährige wirkt fit, fügt sich in den Trainingsspielen nahtlos ein und zeigt, dass er für die Eintracht rasch eine Bereicherung werden könnte. Am Freitag sprach er über seine Zeit in China, die Gründe seines Wechsels und erklärte, warum seine Verpflichtung für Frankfurt kein Risiko darstellt.


Aus Frankfurts Trainingslager in Abu Dhabi berichtet Julian Franzke

Eintracht-Neuzugang Szabolcs Huszti in Abu Dhabi
"Ich bin hungrig": Eintracht-Neuzugang Szabolcs Huszti in Abu Dhabi.
© imagoZoomansicht

Wer im gehobenen Fußballeralter nach China wechselt, verfolgt sportlich in der Regel keine großen Ambitionen mehr, sondern will vor allem eines: Geld verdienen. Aus Letzterem macht auch Neuzugang Huszti keinen Hehl. "Wenn man die Bundesliga verlässt, um nach China zu gehen, ist der Hauptgrund das Geld", sagt der ehemalige Hannoveraner Mittelfeldstratege.

Doch anders als sein früherer Mannschaftskollege Mike Hanke, der nach seinem China-Abenteuer (Guizhou Renhe FC) vor einem Jahr mit nur 31 Jahren seine Karriere beendete, versprüht Huszti immer noch viel Ehrgeiz. "Ich bin hungrig", betont der 132-fache Bundesligaspieler (36 Tore). Die drei täglichen Trainingseinheiten in Abu Dhabi zieht er ohne zu murren oder kürzerzutreten durch.

Armin Veh hält große Stücke auf dem Ungarn. "Huszti bringt viel Erfahrung mit, das sieht man. Ich erhoffe mir von so einem Spieler, dass er Führung übernimmt. Und ich bin mir ganz sicher, dass er das schafft. Aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Könnens ist er eine Verstärkung. Er hat zwar eineinhalb Jahre in China gespielt, dort aber alle Partien bestritten", erklärt der Trainer.

Huszti verpasste die Geburt seines zweiten Kindes

Offen ist, auf welcher Position er den technisch feinen Strategen einplant. Veh: "Er kann auf den vorderen Positionen überall spielen, aufgrund seiner Aggressivität aber auch als offensiver Sechser." Diese Flexibilität, die auch den Mexikaner Marco Fabian auszeichnet, eröffnet dem Fußballlehrer zahlreiche Variationsmöglichkeiten. Auch bei den Standards, die bisher meist von Marc Stendera getreten werden, dürfte die Eintracht schwerer ausrechenbar werden.

Würde es Huszti nur um das Geld gehen, hätte er im Reich der Mitte bleiben müssen. Der Hauptgrund für seinen Wechsel zurück nach Deutschland ist die Familie. Am Mittwoch brachte seine Frau das zweite Kind zur Welt, einen Sohn. Dass er wegen des Trainingslagers bei der Geburt nicht dabei sein konnte, hätte seine Frau zwar etwas verstimmt, letztlich aber habe sie aber Verständnis gezeigt: "Ich mache das schließlich auch für meine Familie, die das Wichtigste im Leben ist."

Wenn meine Frau krank war, konnte sie niemanden anrufen, und im Krankenhaus hat sie niemand verstanden.Huszti über die Probleme in China

Für seine Liebsten war die Zeit in China nicht gerade leicht. Huszti spielte bei Changchun Yatai, einem Klub, der etwa 270 Kilometer nördlich der nordkoreanischen Grenze beheimatet ist, weit im Osten des riesigen Reiches. Nach den Auswärtsspielen schnell in den Bus zu steigen und wenige Stunden später in den Armen von Frau und Kind zu liegen - in China ein Ding der Unmöglichkeit. Die Reisen zu den oft tausende Kilometer entfernten Spielorten nahmen vier Tage in Anspruch, berichtet der Routinier. Frau und Kind waren in dieser Zeit alleine, konnten sich mit der Welt um sie herum kaum verständigen. Englisch habe kaum jemand gesprochen.

"Wenn meine Frau krank war, konnte sie niemanden anrufen, und im Krankenhaus hat sie niemand verstanden", erzählt Huszti. Als sie zum zweiten Mal schwanger wurde, eröffnete er den Vereinsverantwortlichen seinen Wechselwunsch: "Der Verein war sehr korrekt zu mir. Sie sagten, dass ich bis zum Saisonende (Die Liga endet in China mit dem Kalenderjahr, Anm. d. Red.) bleiben und mithelfen muss, die Klasse zu halten, dann aber gehen darf. Dieses Wort haben sie gehalten."

"Ich bin nicht so teuer und bringe viel Erfahrung mit"

Die Eintracht verpflichtete den Regisseur für eine verhältnismäßig geringe Ablöse in Höhe von etwa 350.000 Euro. Huszti, der den Wechsel nach China keineswegs bereut, verzichtet wiederum auf einen Teil seines vorherigen Gehaltes. Auch deshalb erklärt er: "Für Frankfurt ist meine Verpflichtung kein Risiko. Ich bin nicht so teuer und bringe viel Erfahrung mit." Und einen gesunden Körper. "Ich war in meiner Karriere nie ernsthaft verletzt", hebt Huszti hervor.

Nun hat er die große Chance zu beweisen, dass er trotz seiner 32 Jahre noch nicht zum alten Eisen gehört. "Ich gebe immer 100 Prozent, in jedem Training, in jedem Spiel", sagt der Mittelfeldspieler. Bloß mit öffentlichen Äußerungen will er sich zurückhalten. Erklärungen nach den Spielen seien von ihm nicht zu erwarten. Huszti will seinen Job auf dem Platz seriös erledigen, ansonsten aber nicht groß im Mittelpunkt des Interesses stehen. Am liebsten sei es ihm, wenn man ihn mit seiner Familie auf der Straße gar nicht erst erkenne. Denn sein Privatleben, das betont er ausdrücklich, will er von der Öffentlichkeit abschirmen. In der Glamourstadt Frankfurt ist das keine schlechte Tugend.

 
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weitere Infos zu Huszti

Vorname:Szabolcs
Nachname:Huszti
Nation: Ungarn
Verein:Eintracht Frankfurt
Geboren am:18.04.1983

1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München48:949
 
2Borussia Dortmund50:2441
 
3Hertha BSC26:1833
 
4Bor. Mönchengladbach35:3329
 
5Bayer 04 Leverkusen26:2128
 
6FC Schalke 0424:2627
 
7VfL Wolfsburg28:2426
 
81. FSV Mainz 0523:2424
 
91. FC Köln19:2424
 
10FC Ingolstadt 0412:1823
 
11Hamburger SV20:2522
 
12SV Darmstadt 9819:2721
 
13FC Augsburg21:2620
 
14Eintracht Frankfurt24:3020
 
15VfB Stuttgart25:3818
 
16Werder Bremen20:3318
 
17TSG Hoffenheim18:2614
 
18Hannover 9619:3114