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24.12.2015, 10:05

21-Jähriger sucht sein Glück außerhalb von Stuttgart

Vlachodimos: "Vertrauen war nie zu 100 Prozent da"

Der Trainerwechsel von Alexander Zorniger zu Jürgen Kramny hätte für Odisseas Vlachodimos beim VfB von Vorteil sein können. Es kam aber anders! Ausgerechnet der Coach, unter dem er beim VfB Stuttgart II unumstrittene Nummer 1 war, sortierte ihn aus. Jetzt äußert sich Vlachodimos erstmals öffentlich zu den Hintergründen. Für den VfB-Keeper, dessen Kontrakt bis 2017 läuft, steht fest: "Ich will mein Glück anderswo suchen."

Unzufrieden mit seiner Situation: Odisseas Vlachodimos.
Unzufrieden mit seiner Situation: Odisseas Vlachodimos.
© picture allianceZoomansicht

kicker: Herr Vlachodimos, haben Sie den Schock mittlerweile verdaut?

Vlachodimos: Ich habe die Situation akzeptiert - ja! Als Profi kann und sollte man sich nicht in den Schmollwinkel zurückziehen. Also habe ich weiterhin im Training alles gegeben, um mir nichts vorwerfen zu können und den Trainer vielleicht doch zu überzeugen, dass er seine Entscheidung überdenkt.

kicker: Geholfen hat es nicht. Sie sind bei den Profis weiterhin außen vor. Und noch schlimmer: Auch beim VfB II spielen Sie keine Rolle mehr.

Vlachodimos: Diese Entwicklung war so wirklich nicht abzusehen und trifft mich sehr. Ich bin seit Januar 2002 beim VfB, habe alle Jugendmannschaften durchlaufen, war immer die Nummer 1, wie auch in allen Jugendnationalteams. Ich war immer loyal und habe auf dem Platz meine Leistung gezeigt - und jetzt das. Das ist hart.

kicker: Wie hat Jürgen Kramny die Entscheidung gegen Sie und pro Benjamin Uphoff erklärt?

Vlachodimos: Jedenfalls nicht ganz so, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde.

kicker: Da hieß es Sie hätten schlecht trainiert.

Vlachodimos: Das hat er mir gegenüber nicht so gesagt.

kicker: Was hat er denn dann gesagt?

Vlachodimos: Das ist intern und letztlich auch nicht entscheidend.

kicker: Wie kommen sie darauf?

Vlachodimos: Ich habe unter Jürgen Kramny beim VfB II immer gespielt, hatte nie das Gefühl, dass er unzufrieden war, ganz Im Gegenteil. Unser Verhältnis war in Ordnung.

kicker: Was sind denn dann die wahren Gründe?

Vlachodimos: Bereits im Sommer kamen Zweifel bei mir auf, wie sehr der Verein auf mich baut. Mir war eine Chance im Kampf um die Ulreich-Nachfolge zugesagt worden. Und plötzlich wurde mit Przemyslaw Tyton nicht nur ein neuer Keeper, sondern mit Mitchell Langerak gleich noch ein zweiter geholt.

kicker: Entgegen aller Abmachungen?

Vlachodimos: Natürlich hat mich das geärgert, aber ich habe nicht aufbegehrt und dennoch stets alles gegeben, weil ich dem VfB sehr viel zu verdanken habe. Der Klub hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Die Ausbildung in der Jugend gehört zur besten in Deutschland.

kicker: Das gilt auch für Torhüter. Leno, Karius, Benaglio oder Ulreich sind nur die Prominentesten in der Bundesliga.

Vlachodimos: Das zeigt, wie gut man sich hier entwickeln kann. Aber leider haben bis auf Sven Ulreich auch die anderen keine wirkliche Chance im eigenen Verein bekommen.

Ich war immer loyal und habe auf dem Platz meine Leistung gezeigt - und jetzt das. Das ist hart.Odisseas Vlachodimos

kicker: Woran liegt es?

Vlachodimos: Da muss man jeden Fall einzeln betrachten. Ich kann nur für meine Situation sprechen. Ich habe die absolute Rückendeckung vermisst. Das Vertrauen in mich war nie zu 100 Prozent da. Dabei habe ich bei meinen Einsätzen bewiesen, dass ich mithalten kann.

kicker: Ihre drei Einsätze verliefen nicht gerade glücklich.

Vlachodimos: Ja, leider und ich weiß, dass ich stetig weiter an mir arbeiten muss. Aber wir sind seit Saisonbeginn in einer schwierigen Phase, der Tabellenstand dokumentiert es ja. Daher ist es nicht leicht, wenn in der gesamten Mannschaft eine ständige Verunsicherung herrscht. Das ist ein schwieriger Prozess, bei dem Kleinigkeiten den Ausschlag geben können - positiv wie negativ.

kicker: Wie geht es jetzt weiter?

Vlachodimos: Ich will unbedingt spielen, brauche gerade jetzt viel Spielpraxis. Ich will den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen und mich dauerhaft beweisen. Auch um mich für die U21-Nationalmannschaft anzubieten und meine Position dort noch weiter zu verbessern. Daher will ich anderswo mein Glück suchen.

kicker: Gab es diesbezüglich bereits Gespräche mit Sportvorstand Robin Dutt?

Vlachodimos: Man hat mir signalisiert, dass man mir keine Steine in den Weg legen wird.

kicker: Und wohin zieht es Sie?

Vlachodimos: Ich würde am liebsten in Deutschland bleiben. Aber ich bin für alles offen und warte ab, was sich für Möglichkeiten ergeben.

Interview: George Moissidis

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weitere Infos zu Vlachodimos

Vorname:Odisseas
Nachname:Vlachodimos
Nation: Deutschland
Verein:Panathinaikos Athen
Geboren am:26.04.1994