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18.12.2015, 10:22

Ex-Kölner, Ex-Dortmunder: Flemming Povlsen im Interview

"Mein Herz hängt immer noch an Dortmund"

Beim 1. FC Köln fasste er 1987 Fuß in der Bundesliga, bei Borussia Dortmund reifte er zum Klassestürmer: Vor dem Duell seiner beiden Ex-Klubs sagt Flemming Povlsen (49) im kicker-Interview, wie er beim BVB landete, weshalb ihm der Abschied so nahe ging - und warum das Brötchen holen schon mal länger dauerte.

Flemming Povlsen
"Es war ein Glücksfall, dass es mit Borussia Dortmund klappte": Flemming Povlsen.
© imagoZoomansicht

Am Samstag treffen seine beiden Ex-Klubs in der Bundesliga aufeinander, und nach wie vor beobachtet Flemming Povlsen, Europameister von 1992, das Geschehen in der Bundesliga intensiv, wenn auch aus der Distanz. Im vorigen Jahr war er noch Co-Trainer bei Aarhus GF, mittlerweile kümmert er sich um den Nachwuchs und absolviert Spezialtraining mit den jungen Offensivspielern. "Da werden sie in Dortmund sagen: Ausgerechnet er, der konnte es ja früher selbst nicht", sagt der Däne lächelnd.

Vor allem bei den Schwarzgelben ist der mittlerweile 49-Jährige den Fans in angenehmer Erinnerung; der Däne wurde zu einem der Publikumslieblinge. Von 1987 bis 1989 spielte er beim FC (71 BL-Spiele, 19 Tore), später, unterbrochen von einem Jahr in Eindhoven, von 1990 bis 1995 bei Borussia Dortmund, wo ihm in 116 Bundesliga-Einsätzen 20 Tore gelangen.

kicker: Dann vermuten wir mal: Dortmund ist Ihnen näher als Köln, Herr Povlsen.

Flemming Povlsen (49): In Köln fing alles an, das war auch eine phantastische Zeit und eine ganz wichtige Station. Aber mein Herz hängt immer noch an Dortmund, ich war ein Teil vom BVB. Diese Jahre konnte ich richtig genießen, ich war reifer und habe auch das Drumherum aufgesaugt.

Hannes Löhr kannte mich von der Olympia-Qualifikation, der hat mich in Köln empfohlen.Flemming Povlsen

kicker: Sie sind mit 20 von Aarhus zu Real Madrid gewechselt und spielten dort meist in der zweiten Mannschaft. Wie kam denn der Kontakt zum 1. FC Köln zustande?

Povlsen: Hannes Löhr kannte mich von der Olympia-Qualifikation, der hat mich in Köln empfohlen. Christoph Daum war ein Supertrainer, bei ihm habe ich mich gut entwickelt, und es half mir natürlich auch, dass Morten Olsen damals beim FC spielte, das hat mir die Eingewöhnung erleichtert. Es war damals eine tolle Mannschaft mit Bodo Illgner, Icke Häßler, Jürgen Kohler, ich habe gleich 13 Tore geschossen, eine Marke, die ich nachher leider nie mehr erreicht habe.

kicker: War der Wechsel nach Eindhoven ein Fehler?

Povlsen: Ein Fehler nicht, aber ich konnte mich nicht durchsetzen, auch weil bei PSV ein nicht unbekannter Herr namens Romario im Angriff gesetzt war. Da habe ich meinem Manager gesagt: In Dortmund ist immer eine super Atmosphäre, das ist ein toller Klub. Wenn da was geht, das könnte mir gefallen.

kicker: So kam es dann auch, aber die erste Zeit war nicht so erfreulich.

Povlsen: Es war ein Glücksfall, dass es dann mit Borussia Dortmund tatsächlich klappte, aber bei Horst Köppel war es zuerst schwierig. Damals durften ja nur zwei Ausländer spielen, da waren am Anfang Murdo MacLeod und Sergej Gorlukowitsch als Konkurrenten. Aber dann ging richtig die Post ab, als Ottmar Hitzfeld kam. Wir hatten eine Super-Offensive mit Stephane Chapuisat, Kalle Riedle, dann noch Frankie Mill und ich, das war schon eine tolle Auswahl, und wir haben ja auch 1993 die Finalspiele des UEFA-Cups erreicht. Ich war mittendrin und fühlte mich so richtig wohl.

Das Ende beim BVB ging mir sehr nah.Flemming Povlsen

kicker: Mittendrin, das galt ja auch für Ihren ungewöhnlichen Wohnort.

Povlsen: Viele wohnen ja lieber außerhalb, aber ich wollte in die City. Wir haben nahe der B 1 gewohnt, und wenn ich mal Brötchen holen ging, dann dauerte das auch mal eine halbe Stunde, weil da immer mal Fans waren, die gern mit mir über Fußball sprechen wollten.

kicker: Schlimm war nur Ihr Abschied aus Dortmund.

Povlsen: Daran hatte ich lange zu knabbern. Aber nach zwei Kreuzbandrissen kurz hintereinander ging wirklich gar nichts mehr, und ich musste mit 28 Schluss machen mit Fußball. Das Ende beim BVB ging mir sehr nah, als wir auf dem Friedensplatz die Meisterschaft feierten und ich die Meisterschale in die Höhe gestemmt habe.

Flemming Povlsen
Karriereende mit Schale: Flemming Povlsen (Mitte) bei der Meisterfeier 1995.
© imago

kicker: Realistisch sind im Moment andere Ziele. Die Meisterschale ist aktuell kein Thema.

Povlsen: Die ist an die Bayern vergeben, das kriegen wir in Dänemark auch mit. Aber Borussia Dortmund, das sind die Besten vom Rest. Die werden Zweiter, und sie gewinnen auch in Köln.

kicker: Moment, der FC ist schwer auszuspielen und meistens defensiv äußerst stabil.

Povlsen: Aber der BVB hat eine unglaubliche Wucht in der Offensive, die schießen ein Tor nach dem anderen. Und damit werden sie in Köln garantiert nicht aussetzen. Auch wenn es mir für den FC leid tut. Sie werden den BVB nicht stoppen können.

Interview: Oliver Bitter

Die Überläufer zwischen Dortmund und Köln
Zwischen Dom und Pott: Schwarz-gelb-rot-weiß
Zwischen Dom und Pott: Schwarz-gelb-rot-weiß
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Der 1. FC Köln und Borussia Dortmund haben eine lange Geschichte in der Bundesliga. Sehr oft kreuzten die Klubs auch in direkten Duellen ihren Klingen, allerdings verbindet den BVB und den Geißbock-Klub auch viel - über die Jahre hinweg spielten zahlreiche Profis für beide Klubs, die einen mit mehr, die anderen mit weniger Erfolg. Die Überläufer zwischen Dortmund und Köln...

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7VfL Wolfsburg26:2126
 
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