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18.11.2015, 01:41

Bruder des Ingolstadt-Profis arbeitete nahe des Bataclan

Wie Bregerie den Horror von Paris erlebte

Der Horror von Paris hat auch Ingolstadts Romain Bregerie in der Nacht von Freitag auf Samstag um den Schlaf gebracht. Zwei seiner drei Brüder leben in der französischen Hauptstadt, einer hielt sich während der Anschläge in einem Musikklub in der Nähe des Bataclan auf. Ihm passierte glücklicherweise nichts, dennoch waren es für Bregerie "Stunden, die niemand erleben will".

Romain Bregerie
Hofft, dass bald wieder Normalität und Sicherheit einkehren: Ingolstadts Romain Bregerie.
© imagoZoomansicht

Am Freitagabend saß Bregerie zu Hause in Ingolstadt vor dem Fernseher und verfolgte das Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland. "Ich habe die Detonationen gehört, nach der zweiten war mir klar, dass etwas Komisches passiert ist", erinnert sich der Innenverteidiger. Er schaltete daraufhin um auf einen französischen Nachrichtensender und verfolgte das grausame Geschehen.

Bregerie stammt aus Bordeaux, aber zwei seiner drei Brüder und viele seiner Freunde leben in Paris. Er versuchte, Kontakt mit ihnen aufzunehmen, aber das war nicht so leicht, das Netz war überlastet. Wie sich im Laufe der Nacht herausstellte, weilte einer seiner Brüder im Urlaub in Marokko, der andere befand sich jedoch mitten in Paris. Bregerie erreichte ihn nachts per Textnachricht: "Er arbeitete in einer Konzerthalle nur ein paar hundert Meter entfernt vom Bataclan. Das war schockierend, weil du denkst, er hätte auch dort sein können. Zum Glück ist ihm nichts passiert."

Es war drei oder vier Uhr, bis Bregerie mit allen Freunden Kontakt aufgenommen hatte. "Das waren schon Stunden, die niemand erleben will. Aber ich weiß jetzt, dass alle okay sind", sagt er. Die Anschläge waren für ihn "ein großer Schock", es sei "unmöglich, das zu vergessen".

Die Leute in Frankreich erwarten das Turnier mit Freude. Es wäre sehr traurig, wenn es nicht gespielt werden könnte.Romain Bregerie

Trotzdem müsse es weitergehen, findet Bregerie. "Solche Leute wollen, dass wir aufhören zu leben und nur noch Angst haben", sagte der 29-Jährige am Dienstagmittag. Dem dürfe man sich nicht beugen. Dass das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden am Dienstagabend in Hannover aufgrund von Hinweisen auf eine konkrete Gefahr abgesagt werden muss, ahnt Bregerie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er hofft, dass bald wieder Normalität und Sicherheit einkehren. Und er wünscht sich, dass die EM 2016 in seinem Heimatland wie geplant stattfinden kann: "Die Leute in Frankreich erwarten das Turnier mit Freude. Es wäre sehr traurig, wenn es nicht gespielt werden könnte."

David Bernreuther

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