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12.11.2015, 14:50

Das Duell Norwegen gegen Ungarn ist aus Hertha-Sicht delikat

Wir gegen uns: Skjelbred will Dardai wehtun

Wenn heute Abend Norwegen und Ungarn ihr Hinspiel in den EM-Play-offs austragen, wird es aus Berliner Sicht delikat: Hier Pal Dardai, ohne den Ungarn wohl gar nicht so weit gekommen wäre, dort seine Hertha-Profis Per Skjelbred und Rune Jarstein. Klar, dass sich der Trainer da den einen oder anderen Scherz.

Per Skjelbred
Will Ungarns erste EM-Teilnahme seit 1972 verhindern: Per Skjelbred.
© imagoZoomansicht

Zuletzt hat Pal Dardai den einen oder anderen Scherz eingestreut. Nach dem 3:1-Sieg in Hannover gab Herthas Coach zum Besten, er werde Per Skjelbred und Rune Jarstein auf der Rückfahrt im Bus "die ganze Zeit stehen lassen, damit sie müde sind im Länderspiel". Hat er natürlich nicht gemacht. Ungarn, letztmals 1972 bei einer EM-Endrunde und 1986 bei einer WM dabei, muss es in den Play-offs für die EURO 2016 gegen Norwegen ohne die Hilfe des Mannes richten, der bis Juli die Geschicke der Nationalmannschaft lenkte.

Das Doppel-Duell Ungarn gegen Norwegen ist aus Hertha-Sicht durchaus delikat. Kapitän der Skandinavier ist Per Skjelbred, der unter Dardai im Berliner Mittelfeld gesetzt ist. Auch Keeper Rune Jarstein, der seit der schweren Schulterblessur von Thomas Kraft Mitte September Herthas Tor hütet, steht im Kader für die beiden Spiele. Nummer eins im norwegischen Tor war zuletzt allerdings Ingolstadts Örjan Nyland.

Auf der anderen Seite kommt der langjährige Deutschland-Legionär (Hertha, Leverkusen, 1860) und Dardai-Intimus Gabor Kiraly beim Hinspiel am heutigen Donnerstagabend in Oslo (20.45 Uhr) zu seinem 100. Länderspiel. "Das wichtigste Spiel seit Jahren" nennt Skjelbred die Begegnung am Donnerstagabend - "und dann auch noch gegen die Ex-Mannschaft meines Klubtrainers". Darauf kann er freilich keine Rücksicht nehmen, "wir müssen Pal wehtun".

Dardai bleibt in Berlin - aus Respekt gegenüber seiner Mannschaft

Dardai hätte die Erlaubnis des Klubs bekommen, nach Oslo zu fliegen. Aber er verzichtet auf den Trip, weil er das für Donnerstagnachmittag angesetzte Trainingsspiel zwischen Profis und der eigenen U 23 nicht versäumen will. "Das ist eine Frage des Respekts gegenüber meiner Mannschaft", sagt er.

Das große Porträt

Dardai, der die Nationalelf im September 2014 übernahm und keines seiner fünf Qualifikationsspiele verlor (drei Siege, zwei Remis), legte den Grundstein dafür, dass Ungarn überhaupt im Rennen ist. Er hätte die Qualifikation gern zu Ende geführt, Hertha BSC zog ihn mit Hilfe einer Vertragsklausel im Sommer allerdings von dem Posten in seinem Heimatland ab, damit er sich komplett auf seine Aufgabe als Hertha-Coach konzentriert.

Nachfolger Bernd Storck, im März auf Vorschlag von Dardai als Sportdirektor im ungarischen Verband installiert, sagt in der Donnerstagausgabe des kicker: "Pal und ich sind Freunde. Wir haben gemeinsam die Lösung gefunden, wer seinen Weg weitergehen kann. Er durfte im Sommer ja nicht mehr. Dass er aufgrund seiner Vergangenheit hier eine Hausnummer ist, ist klar."

Sie brauchen nicht zu befürchten, dass ich sauer bin, wenn sie ein gutes Ergebnis gegen mein Land erzielen.Pal Dardai

Auch wenn Storck zuletzt den Trainerstab, mit dem Dardai arbeitete, austauschte und u.a. Andreas Möller holte, pflegen beide guten Kontakt. Dardai, der in ferner Zukunft noch einmal Trainer der ungarischen Nationalelf werden will, sagt über die besondere Konstellation der beiden K.-o.-Spiele gegen Norwegen: "Wenn Ungarn weiterkommt, sollten Per und Rune nicht sauer auf mich sein. Und umgekehrt brauchen sie auch nicht zu befürchten, dass ich sauer bin, wenn sie ein gutes Ergebnis gegen mein Land erzielen."

Das Rückspiel findet am Sonntagabend in Budapest statt, Hertha hat am Wochenende trainingsfrei. Womöglich sitzt der Mann, ohne den Ungarn vermutlich gar nicht in den Play-offs stünde, dann im Stadion. Und egal, wie es ausgeht - auch künftig dürfen im Hertha-Bus alle sitzen.

Steffen Rohr

Dardai auf den Spuren großer Namen
Die Spieler-Trainer - Kaiser, Klinsi und Co.
Pal Dardai war nicht nur lange Jahre Spieler bei Hertha BSC, sondern ist bekanntlich auch Coach in Berlin. Und auch für sein Heimatland Ungarn war er sowohl als Spieler wie als Trainer im Einsatz. Das gelang vor ihm erst sechs anderen ehemaligen Spielern, einige illustre Namen finden sich darunter...
Doppelte Karriere

Pal Dardai war nicht nur lange Jahre Spieler bei Hertha BSC, sondern ist bekanntlich auch Coach in Berlin. Und auch für sein Heimatland Ungarn war er sowohl als Spieler wie als Trainer im Einsatz. Das gelang vor ihm erst sechs anderen ehemaligen Spielern, einige illustre Namen finden sich darunter...
© imago

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weitere Infos zu Skjelbred

Vorname:Per Ciljan
Nachname:Skjelbred
Nation: Norwegen
Verein:Hertha BSC
Geboren am:16.06.1987

weitere Infos zu Jarstein

Vorname:Rune
Nachname:Jarstein
Nation: Norwegen
Verein:Hertha BSC
Geboren am:29.09.1984


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