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05.11.2015, 08:58

Zwischen zwei Welten: Leverkusen ärgert sich über erste Halbzeit

Schmidt: "Wir geben nicht auf!"

Nach dem furiosen 4:4 in der BayArena gegen die Roma erlebte Bayer Leverkusen im Stadio Olimpico ein ähnlich wildes Spiel - mit verdrehten Geschehnissen. Denn dieses Mal legten die Italiener stark los, ehe sich die Werkself überragend zurückmeldete und am Ende nach dem 2:3 die Köpfe doch hängen ließ. Für Sportdirektor Rudi Völler verlief die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte demnach nicht wie gewünscht - wie für die ganze Mannschaft von Trainer Roger Schmidt, die Rang zwei in der Gruppe E abtreten musste. Die Chance lebt aber noch.

Roger Schmidt
Hakt die Runde der letzten 16 in der Champions League noch nicht ab: Bayer-Coach Roger Schmidt.
© Getty ImagesZoomansicht

"Das ist ärgerlich", empfand Torhüter Bernd Leno nach dem 2:3 in Rom und der Tatsache, dass Leverkusen mit vier Punkten nur noch auf Rang drei der Gruppe E steht. Bayer-Coach Roger Schmidt sah es genau so: "Das 2:3 ist ärgerlich, denn wir hätten das Spiel drehen können." Und auch der später noch entscheidend in Szene tretende Ömer Toprak fand klare Worte: "Es ist natürlich scheiße. Wir waren erst 0:2 hinten - das war natürlich ein Schock für uns. In der Halbzeit haben wir dann ein paar Dinge angesprochen, die wir verbessern wollten - zum Beispiel nicht mehr so viele einfache Fehlpässe zu spielen."

Den Unterschied zwischen Halbzeit eins und zwei versuchte auch Kevin Kampl zu erklären: "Wir haben uns gesagt, dass wir jetzt hier die Köpfe nicht hängen lassen. Und wir haben uns gesagt, dass wir ruhig bleiben müssen. Wir können zurückkommen, haben das schon einige Male gezeigt und haben das dann auch hier in Rom überragend gemacht. Nach einem harten Spiel gehen wir aber leider wieder ohne Punkte nach Hause."

Toprak probiert noch einmal alles

Tatsächlich hatte die Werkself im zweiten Durchgang klar die Oberhand und näherte sich nach den beiden Treffern von Admir Mehmedi (46.) und Javier "Chicharito" Hernandez (51.) auch dem 3:2 mehr und mehr an. Vor allem der zu Wiederbeginn eingewechselte Karim Bellarabi wirbelte gehörig auf, ehe sich der deutsche Nationalspieler verletzte (Oberschenkelverhärtung links), in der 73. Minute wieder runter musste und das Spiel fortan wieder offener war.

Ömer Toprak
Sein Rettungstat misslang: Ömer Toprak handelte sich Rot ein.
© Getty ImagesZoomansicht

Es passierte schließlich das, was Leverkusen auf jeden Fall vermeiden wollte - das späte Gegentor. Und das nach einer kuriosen Szene in der 79. Minute: Zunächst hämmerte Daniele de Rossi aus der Distanz drauf. Der Ball trudelte abgefälscht vor die Füße von Mohamed Salah, der im Grunde frei vor dem leeren Tor einschieben konnte. Doch Toprak reagierte und stieß den Ägypter von hinten ins Tornetz. Die Folge: Elfmeter und Rote Karte wegen Notbremse.

Eine richtige Entscheidung - auch laut Völler: "Leider haben wir am Ende durch einen berechtigten Elfmeter verloren." Toprak selbst pflichtete bei: "Ich versuche natürlich alles zu machen. Wenn ich den Ball dann habe, dann ist es wahrscheinlich kein Elfmeter. So aber schon. Der Schiedsrichter war genau richtig gestanden und hat die Szene richtig gesehen."

Völler: "Wir hatten Glück"

Noch vielmehr ärgerten sich die Spieler und Verantwortlichen des Bundesligisten über die kargen ersten 45 Minuten, in denen die Giallorossi die Werkself teilweise schwindlig spielten und den Grundstein für den späteren Heimsieg legten. Vor allem Außenverteidiger Wendell hatte reihenweise akute Probleme gegen den quirligen Salah.

"Die erste Halbzeit war wirklich schlecht, da musste man froh sein, dass Rom uns überhaupt noch am Leben ließ", äußerte sich Leno über den Spielbeginn, in dem Bayer viel zu offen agierte und trotz bekanntem Pressing wenig bis nichts zustande brachte. "Wir hatten Glück, dass es nur 0:2 steht nach 45 Minuten", sagte Völler, der selbst zwischen 1987 und 1992 für die Roma gestürmt war und den Klub sogar kurzzeitig trainiert hatte (2004). Der jetzige Coach Rudi Garcia sah es ähnlich: "Wir hätten in der ersten Halbzeit drei oder vier Tore schießen können." Er meinte wohl müssen.

Tah: "Es ist noch nichts verloren"

Aussichtslos ist die Lage für Leverkusen in der Gruppe E jedoch noch nicht. Zwingend erforderlich ist dafür ein Dreier zu Gast bei BATE Baryssau am 24. November (20.45 Uhr), während die Roma zeitgleich beim FC Barcelona gefordert sein wird. Im Anschluss wartet das letzte Spiel - zu Hause in der BayArena gegen Barça.

"Wir geben nicht auf! Wir müssen beide Spiele gewinnen, aber hätten uns natürlich eine bessere Ausgangslage gewünscht", hat auch Trainer Roger Schmidt mit Blick voraus die Hoffnung aufs Achtelfinale längst nicht aufgegeben. Innenverteidiger Jonathan Tah, der die aktuelle Spielweise der Werkself nicht erklären kann ("Wir schießen viele Tore, kassieren aber auch viele, sind oft Sekunden später dran") hegt ebenfalls noch Hoffnung: "Es ist noch nichts verloren, wir geben nicht auf. Wir gehen die Sache an, wollen in den letzten beiden Spielen Punkte mitnehmen."

mag/Frank Lussem

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