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01.11.2015, 17:11

FC-Trainer kritisiert Fehlentscheidungen und den Umgang der Schiedsrichter damit

Stöger kämpft für seine "Ministranten"

Es hatte sie schon wieder erwischt. Wieder entscheidend. Nach dem offensichtlichen, aber nicht geahndeten Handtor von Leon Andreasen bei Hannovers 1:0-Erfolg in Köln vor zwei Wochen waren es beim 0:0 gegen Hoffenheim zwei verweigerte Strafstöße, die im Kölner Lager Empörung hervorriefen. Die Häufung der gravierenden Fehlentscheidungen sorgt dafür, dass sogar Trainer Peter Stöger das Lachen vergeht.

War restlos bedient: FC-Trainer Peter Stöger während der Partie gegen Hoffenheim.
War restlos bedient: FC-Trainer Peter Stöger während der Partie gegen Hoffenheim.
© imagoZoomansicht

Als das Thema nach der Pressekonferenz angesprochen wurde, wurde Peter Stöger ernst. Sehr ernst. "Es ist einfach nicht mehr lustig. Handspiel in Köln gibt es nicht. Vielleicht muss ich da versuchen, einen eigenen Trainingsreiz zu setzen in dieser Woche...", ätzte der FC-Trainer voller Sarkasmus. Der 49-Jährige ist von den Aussetzern der Schiedsrichter genervt: "Wenn ich etwas im Spiel aus 50 Metern sehe und es sieht kein anderer (gemeint sind die Unparteiischen, Anm. d. Red.), dann frage ich mich: Wo schauen die Leute hin? Das sind ja keine versteckten Situationen."

"Wenn du offensichtlich nicht selbst gespielt hast, kannst du es nicht bewerten"

Strobls Handspiel bei Modestes Kopfball hatte der Österreicher von der Coaching Zone aus problemlos erkennen können und auch beim Zweikampf zwischen Hoffenheims Jin-Su Kim und Kölns Leonardo Bittencourt in der Nachspielzeit lag er ohne Fernsehbilder richtig: "Der Ball rollt weiter. Ich wüsste nicht, wo die überall hingeschlagen haben sollten, wenn Kim nicht an Leos Fuß geschlagen hat. Aber wenn du offensichtlich nicht selbst gespielt hast, kannst du es nicht bewerten", beurteilte er die Szene und analysierte die vermeintliche Ursache dafür gleich mit.

Stöger, sonst eigentlich immer für ein Augenzwinkern oder ein kommentierendes Lächeln gut, blieb diesmal bitter ernst: "Bei uns geht es nicht um das 0:3 auf das 0:4, sondern um entscheidende Situationen. Da muss man sich dann immer wieder Erklärungen anhören, wie was geahndet wird. Und warum. Und im Normalfall sagen sie dann: Das habe ich gerade nicht gesehen. Das ist nicht mehr lustig."

Stöger: "Das ist nicht mehr lustig"

Stöger hat in Sachen Schiedsrichter fast schon resigniert. Sieht er doch von Seiten der beim DFB Verantwortlichen keine entsprechenden Konsequenzen. "Es ist mühsam. Der Assistent, der diese Fehlentscheidung gegen Hannover nicht gesehen hat, hat inzwischen zwei Spiele als Hauptschiedsrichter geleitet. Also ist es doch eh wurscht. Da brauchst du gar nicht jammern. Es hat eh keine Konsequenzen. Weiter geht's. Und wir hoffen, dass sich das irgendwann mal ausgleicht - bis ins Jahr 2023. Das ist nicht lustig."

Diese Ignoranz nervt Stöger so sehr, dass er seine eigene Arbeitsweise am Spielfeldrand deshalb sogar überdenken möchte. "Ich muss für mich überlegen, ob es gescheiter ist, dass ich mich auf die Bank zurückziehe und nicht in der Coaching Zone stehe. Ich sehe einfach so viele Sachen. Und du musst dich dann trotzdem kontrollieren", so der Trainer, der von sich behauptet: "Ich bin eher ein ruhiger Mensch."

Ruhig, sauber, fair. So präsentieren sich Stögers Profis in solchen Situationen. Eine Tugend, die Stöger als Nachteil ansieht, ohne allerdings seine Schützlinge öffentlich zu einem Umdenken aufzurufen. "Ich stehe auf meine Mannschaft, auf die Charaktere, aber sie sind schon Ministranten. Da ist nichts schmutzig, nichts Falsches im Normalfall dabei. Und wenn du nichts Ausgebufftes in deinem Spiel hast, kann es auch sein, dass dir das manchmal nicht hilft", vermutet der ehemalige Nationalspieler. So nachdenklich hat man Stöger selten erlebt.

Stephan von Nocks

1. Bundesliga, 2015/16, 11. Spieltag
1. FC Köln - TSG Hoffenheim 0:0
1. FC Köln - TSG Hoffenheim 0:0
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© Getty Images

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18FC Augsburg12:236

weitere Infos zu Stöger

Vorname:Peter
Nachname:Stöger
Nation: Österreich
Verein:1. FC Köln

Vereinsdaten

Vereinsname:1. FC Köln
Gründungsdatum:13.02.1948
Mitglieder:79.500 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:1. FC Köln
Geißbockheim
Rhein-Energie-Sportpark
Franz-Kremer-Allee 1-3
50937 Köln
Telefon: (02 21) 71 61 63 00
Telefax: (02 21) 71 61 63 99
E-Mail: service@fc-koeln.de
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