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31.10.2015, 22:00

Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Oliver Hartmann

Trotz Serie: Gladbach und Schubert brauchen noch keine Klarheit

Auf dem Platz lieferten die Gladbacher im Berliner Olympiastadion eine erneute Demonstration der Stärke, danach machten sie sich kollektiv für ihren Interimstrainer stark. Ob Raffael, Lars Stindl und vor allem Kapitän Granit Xhaka - sie alle sprachen sich überdeutlich für einen Verbleib von Andre Schubert auf der Trainerbank der Borussia aus. Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Oliver Hartmann.

Andre Schubert
Hat der Gladbacher Borussia frische Impulse gegeben: Andre Schubert.
© Getty ImagesZoomansicht

Mehr noch als das Votum der Profis sind die reine Punkteausbeute und die damit einhergehende wiedergewonnene Spielfreude Argumente für Schubert. Sechs Ligasiege in Serie schaffte zum Amtsantritt in 52 Jahren Bundesliga nur Willi Entenmann 1986 in Stuttgart, dazu noch das Weiterkommen im DFB-Pokal und zwei beachtliche Auftritte in der Champions League gegen Manchester City (1:2) und bei Juventus Turin (0:0).

Es ist Schuberts Verdienst, dass die nach dem kolossalen Fünf-Niederlagen-Fehlstart unter Lucien Favre völlig verunsicherte Mannschaft wieder in die Spur gefunden hat und wieder an sich glaubt. Er hat erstens personell wegweisende Entscheidungen getroffen, beispielsweise indem er Stindl einen festen Platz als Raffaels Sturmpartner zuwies, oder indem er an den jungen Mahmoud Dahoud und Andreas Christensen festhielt.

Spielbericht

Er hat zweitens Favres bevorzugtes 4-4-2-System zwar im Grundsatz beibehalten, aber erfolgreich leichte Korrekturen hin zu einer etwas risikofreudigeren Spielweise vorgenommen. Und er hat drittens eine neue Atmosphäre in der Mannschaft geschaffen, sucht im Gegensatz zu seinem Vorgänger den ganz engen Draht zu seinen Spielern, die ihn - anders als zuvor bei Favre - sogar duzen dürfen. Symptomatisch für seine Art der Personalführung war die Szene am Samstag, als er bei Raffaels Auswechslung gestenreich den Hut zog.

Vieles also spricht derzeit dafür, dass Schubert gerade der richtige Mann am richtigen Ort ist. Und deshalb ist es auch nachvollziehbar, wenn intern wie extern immer mehr Stimmen für Schuberts Beförderung von der Interimslösung zum Chefcoach plädieren. Aber brauchen Schubert und Gladbach Klarheit zum jetzigen Zeitpunkt? Nein, brauchen sie nicht. Und deshalb ist die richtige Strategie die von Gladbachs Sportchef Max Eberl, sich eben nicht vom aktuell überaus erfreulichen Trend zu einer schnellen perspektivischen Entscheidung verleiten zu lassen.

Eberl hatte bei Schuberts Vorstellung ausdrücklich betont, dass dies nur eine Lösung auf Zeit wäre. Eine offizielle Beförderung zum jetzigen Zeitpunkt hätte auch deshalb nur dann eine Signalwirkung, wenn der neue Cheftrainer-Vertrag über das Saisonende hinaus gültig wäre. Alles andere wäre keine vertrauensbildende Maßnahme und schon gar keine, die die öffentliche Diskussion beendet.

kicker-Chefreporter Oliver Hartmann.
kicker-Chefreporter Oliver Hartmann.

Dass Eberl für solch eine Entscheidung von immenser Tragweite die gut zweimonatige Probezeit nicht ausreicht, ist nachvollziehbar. Der Sportchef muss sich auch Gedanken über die Szenarien machen, was passiert, wenn die aktuelle Euphorie verflogen ist, wenn erste Rückschläge kommen. Findet der Bundesliga-Neuling, der nach Paderborn und St. Pauli zuletzt die U15 des DFB trainierte, auch dann den richtigen Ton und die richtigen Lösungen? Es reicht deshalb völlig aus, wenn Eberl sich bis zur Winterpause mit einer endgültigen Trainerentscheidung Zeit lässt.

Videobeweis wird nicht für Fußball-Gerechtigkeit sorgen

Das Top-Spiel am Abend zwischen Wolfsburg und Leverkusen wurde von folgenschweren Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Manuel Gräfe überschattet. Der FIFA-Referee erkannte beim Wolfsburger 1:0 nicht, dass zuvor der klar im Abseits stehende Vieirinha nicht von einem Leverkusener, sondern von André Schürrle angespielt wurde. Und er verweigerte auf der Gegenseite den Wolfsburgern den fälligen Elfmeter, als Daniel Caligiuri von Bernd Leno zu Fall gebracht wurde.

Solche Fehler bringen immer wieder den Videobeweis in die Diskussion. Doch dass dieser die Diskussionen nicht beenden und auch nicht für abschließende Fußball-Gerechtigkeit sorgen würde, zeigte Rudi Völlers Reaktion nach dem Schlusspfiff. Leverkusens Sportchef, immerhin seit Jahrzehnten bis hin zum DFB-Teamchef im Geschäft, behauptete auch nach mehrfacher Ansicht der TV-Bilder steif und fest, dass es kein Elfmeter gewesen wäre.

1. Bundesliga, 2015/16, 11. Spieltag
VfL Wolfsburg - Bayer 04 Leverkusen 2:1
VfL Wolfsburg - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Abendstimmung

In Wolfsburg stieg das Topspiel des 11. Spieltags.
© Getty Images

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8 Leserkommentare

-EdelBorusse-
Beitrag melden
01.11.2015 | 18:53

Flow laufen lassen

Es läuft doch richtig gut, bloß nix verändern! Dee Flow muss so lange es geht ausgekostet werden. Einen [...]
OlBeLa
Beitrag melden
01.11.2015 | 12:25

Pro Videobeweis

zum 2. Teil "Videobeweis" (der journalistisch unsauber gar nicht erwähnt wird in der Überschrift): Natürlich [...]
Hoppala
Beitrag melden
01.11.2015 | 11:53

Schubert sichern

Sicher ist das Mannschaftsgerüst das von Lucien Favre, aber ich höre, dass sich die Sache nach den Niederlagen [...]
BesteVomBesten-BVB
Beitrag melden
01.11.2015 | 10:41

Schubert ftw.!

Ich würde mir - und der anderen Borussia ;) -wünschen, dass Schubert bleibt. Ich mag ihn, wenn er von [...]
menon65
Beitrag melden
01.11.2015 | 10:05

"The Interims One"

mausert sich zum "the winning one".

Herr Schubert ist Angestellter des Vereines.
Aktuell nimmt [...]

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