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29.10.2015, 19:45

Bremer Ex-Profi mit Dortmunder Vergangenheit im Interview

Votava: "BVB favorisiert, doch Werder kann sich wehren"

Für beide Klubs war er aktiv: Mirko Votava, in Prag geboren und während des Prager Frühlings mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen, spielte von 1974 bis 1982 bei Borussia Dortmund, bevor er nach einem Intermezzo bei Atletico Madrid (1982 bis 1985) zu Werder Bremen wechselte, wo er bis 1996 engagiert war. Der heutige Trainer der U 19 bei Werder blickt vor dem Bundesliga-Duell seiner beiden Vereine am Samstag zurück auf seine Zeit und beantwortet Fragen zur Gegenwart.

Markenzeichen Schnauzbart: Mirko Votava spielte während seiner aktiven Zeit für Werder und den BVB.
Markenzeichen Schnauzbart: Mirko Votava spielte während seiner aktiven Zeit für Werder und den BVB.
© imagoZoomansicht

kicker: Am Mittwoch haben Sie sicherlich im Weserstadion auf der Tribüne gesessen und den Pokalsieg von Werder verfolgt. Wie bewerten Sie das Spiel, Mirko Votava?
Mirko Votava: Es war ein typisches Pokalspiel. Zum Glück hat Werder gewonnen und ist weiter. Heutzutage wird es für die Bundesligisten immer schwerer, im Pokalwettbewerb zu bestehen. Kein Wunder, schließlich spielen auch in der 2. Liga und 3. Liga überall Profis. Wir hatten es damals leichter.
kicker: Bremen hat eine große Tradition im DFB-Pokal, bei der Sie maßgeblich mitgewirkt haben. In den letzten Jahren ist diese Stärke von Werder etwas verschüttet worden. Kann die Elf von Viktor Skripnik nun daran anknüpfen?
Votava: Wir hoffen es alle. In Würzburg und nun gegen Köln hat die Mannschaft zu null gespielt. Das macht Mut, auch gerade für die Liga. Im Cup kommt es natürlich darauf an, wie die Auslosung ausfällt. Wenn Werder zuhause spielt, ist vieles möglich.

Viktor hat ein gutes Händchen bewiesen.Mirko Votava zu den Umstellungen von Trainer Skripnik nach der Negativserie.

kicker: Sie haben es angesprochen: Kann das Weiterkommen gegen Köln auch einen positiven Effekt haben für die restlichen Spiele in der Bundesliga in diesem Jahr?
Votava: Natürlich, ich hoffe es jedenfalls. In Mainz und nun gegen Köln sah es schon wieder besser aus als in den Wochen zuvor.
kicker: Was hat aus Ihrer Sicht diesen Aufschwung mit den zwei Erfolgen beschert?
Votava: Viktor Skripnik hat einige Umstellungen vorgenommen, die sich positiv ausgezahlt haben. Es war klar, dass er nach den fünf Niederlagen etwas ändern musste. Er hat das Richtige getan und lag auch mit der Wahl des neuen Systems richtig. Viktor hat ein gutes Händchen bewiesen.
kicker: Nun folgt die schwere Prüfung in der Meisterschaft gegen Dortmund. Wie sehen Sie es? Ist der BVB der klare Favorit?
Votava: Sicherlich, ist die Dortmunder Borussia favorisiert. Doch ich denke, wenn Werder so dagegen halten kann wie im letzten Heimspiel gegen die Bayern, könnte etwas herausspringen.

kicker: Worauf wird es beim Duell Ihrer beiden Ex-Klubs ankommen?
Votava: Es wird entscheidend sein, welche Einstellung die Bremer an den Tag legen. Entscheidend wird sein, dass sie so die Zweikämpfe annehmen wie gegen die Münchner. Die Mannschaft muss den Fans etwas anbieten. Das Stadion muss beben.
kicker: So wie zu Ihrer aktiven Zeit?
Votava: Das wäre schön. Damals war die Arena zwar nicht voll ausverkauft, doch es herrschte immer eine gute Stimmung. Ich besaß damals mit meinem Partner Wolfgang Vöge ein Reiseunternehmen und hatte über Jahre einige Dauerkarten für meine Partner und Kunden gekauft.
kicker: In Dortmund begann Ihre Karriere als Profi. Welche Erinnerung haben Sie?
Votava: Zunächst mal diese: In acht Jahren hatte ich bei der Borussia sage und schreibe zwölf Trainer. Doch es war eine schöne Zeit. In der 2. Liga hat es begonnen, ich bin einmal aufgestiegen und dort zum Nationalspieler unter Jupp Derwall geworden.

kicker: Wie lebte es sich damals als Profi?
Votava: Wie gesagt: Ich fing in der 2. Liga an, habe meine Ausbildung als Starkstromelektriker beendet, danach noch gearbeitet auf der Zeche Gneisenau, nicht unter Tage. Wie heißt es so schön: Handwerk hat goldenen Boden.
kicker: Galt dies auch für Ihre Spielweise? Sie galten als Antreiber und Malocher im Mittelfeld.
Votava: In gewisser Weise schon. Ich lebte im Mittelfeld von der Balleroberung, um dann das Sturmspiel anzutreiben. Spieleröffnung, wie es heute so schön heißt.
kicker: Bevor Sie in der Bundesliga bei Bremen anheuerten, spielten Sie in Spanien. Die Primera Division als Abenteuer?
Votava: Ich wechselte zu Atletico Madrid, das mich unbedingt haben wollte. Eine interessante Epoche in meiner Laufbahn. Ich musste mich in Madrid durchboxen. Die Madrilenen haben viel Geld für mich gezahlt. Mein Gehalt betrug 1,2 Millionen Mark, für die damalige Zeit viel Geld. Aus diesem Grund habe ich versucht, meinen Spielstil zu ändern. Das war ein Fehler. Ich wollte mehr Leistung, wollte zaubern, was zu vielen Ballverlusten führte. Doch insgesamt habe ich es nicht bereut, zu Atletico gegangen zu sein. Mit dem Klub wurde ich spanischer Pokalsieger.

Wegen Rehhagel und Heimweh zurück nach Deutschland

kicker: Ihr alter Trainer Otto Rehhagel holte Sie dann zurück in die Bundesliga?
Votava: Richtig, Rehhagel war schon mein Trainer in Dortmund, wenn auch nur für kurze Zeit. Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen. Er wollte mich unbedingt und kam nach Madrid. Wir spielten bei Real im Bernabeu, wir gewannen, ich spielte gut. Nach der Partie haben wir uns getroffen und den Deal perfekt gemacht.
kicker: Haben Sie sofort zugesagt?
Votava: Ja, ich hatte ein wenig Heimweh, wollte unbedingt zurück nach Deutschland. Meine Frau war anfangs dagegen, doch ich konnte sie überzeugen.
kicker: Otto hatte mal wieder einen Glücksgriff getan. Werder war die richtige Wahl für Sie.
Votava: Zunächst zu Otto: Wir stehen immer noch in Kontakt. Wir haben nach meiner aktiven Zeit nochmals zusammengearbeitet. Als er Griechenland trainierte, war ich für ihn als Scout tätig bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal. Und bei Werder konnten wir etliche Erfolge feiern.

Mirko Votava
Sternstunde 1992: Mirko Votava streckt den Europapokal der Pokalsieger in die Höhe.
© picture allianceZoomansicht

kicker: Ihr größter Erfolg?
Votava: Der Europacupsieg gegen Monaco in Lissabon. Aber auch die Pokaltriumphe.
kicker: Werder war eine Pokalmannschaft. Wie ist es dazu gekommen?
Votava: Es ist dieses Gefühl, was in einer Mannschaft entsteht. Wer einmal im Pokal-Finale in Berlin war, entwickelt halt diese Gier und Galligkeit. Wer einmal dort war, will immer wieder dorthin. So war es bei uns.
kicker: Mit Berlin ist indes auch der Moment einer großen Enttäuschung verknüpft...
Votava: ...ich wusste, dass diese Frage kommen musste.
kicker: 1989 gab es das Endspiel der beiden Vereine, für die Sie aktiv waren. Wie war es damals?
Votava: Wir waren favorisiert, doch die Dortmunder siegten, klar mit 4:1. Es war die Sternstunde des Norbert Dickel. Der kam sozusagen aus dem Krankenhaus und hat uns im Alleingang bezwungen.

kicker: Am Samstag nun steht dieser Vergleich zwischen Werder und der Borussia in der Bundesliga auf dem Spielplan. Sie werden im Stadion sein. Oder?
Votava: Leider nein, ich bin verhindert.
kicker: Warum?
Votava: Ich spiele mit der U 19 selbst gegen Dortmund - in Bramsche bei Osnabrück.
kicker: Wem drücken Sie die Daumen?
Votava: Was soll diese Frage? Natürlich Werder, meinem Arbeitgeber.

Interview: Hans-Günter Klemm

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