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10.03.2016, 06:34

Verbeek folgt Trapattoni, Völler, Hoeneß & Co.

"Flasche leer!" - Die emotionalsten Wutreden

Emotionen gehören zum Fußball, da sind sich Spieler, Verantwortliche und Fans einig. Speziell wenn sich bei den Beteiligten Frust und Ärger entlädt, entstehen die skurrilsten Schlagzeilen. Jüngstes Beispiel: Gertjan Verbeek. Die wohl berühmteste Wutrede hielt Giovanni Trapattoni vor genau 18 Jahren am 10. März 1998 - eine Chronologie...

Giovanni Trapattoni (1998): "Ich habe fertig!"

Nahm kein Blatt vor den Mund: Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni.
Nahm kein Blatt vor den Mund: Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni.
© imagoZoomansicht

Die wohl legendärste Wutrede aller Zeiten stammt vom 10. März 1998. Zwei Tage zuvor hatte der Tabellenzweite Bayern München mit 0:1 auf Schalke verloren, was den damaligen FCB-Coach Giovanni Trapattoni unheimlich auf die Palme brachte. "Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sehen, was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!", hatte sich der italienische Heißsporn auch 48 Stunden danach noch nicht wieder beruhigt.

Besonders erzürnte er sich dabei über Mittelfeldspieler Thomas Strunz, der nach seinem Wechsel aus Stuttgart mit fortlaufenden Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. "Strunz! Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt. Was erlauben Strunz? Ich habe fertig!", polterte Trapattoni, schnappte sich seinen vorbereiteten "Wutzettel" und verschwand wieder.

Rudi Völler (2003): "So einen Scheiß kann ich nicht mehr hören"

Nicht minder haften blieb das Interview des damaligen deutschen Bundestrainers Rudi Völler, der sich nach dem enttäuschenden EM-Quali-Spiel gegen Island (0:0) am 6. September 2003 angegriffen fühlte. "Delling, das ist eine Sauerei, was der sagt. Die Geschichte mit dem Tiefpunkt, und nochmal ein Tiefpunkt. Da gibt's nochmal einen niedrigeren Tiefpunkt", maulte der Weltmeister von 1990.

Und auch TV-Moderator Waldemar Hartmann bekam sein Fett weg: "Also so einen Scheiß, den kann ich nicht mehr hören, es ist für mich das Allerletzte. Wechselt den Beruf, das ist das Beste." Als sich dieser wehren wollte, fuhr Völler rustikal dazwischen. "Du sitzt locker und bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken."

Uli Hoeneß (2007): "Was glaubt ihr, wer euch alle finanziert?"

Den Zorn des Uli Hoeneß bekamen dann am 18. November 2007 die 1105 erschienen Vereinsmitglieder bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern zu spüren, die monierten, wie wenig die Anhänger vom Klub ernst genommen würden. "Das ist eine populistische Scheiße. Es kann nicht sein, dass wir uns jahrelang den Arsch aufreißen und dann so kritisiert werden. Was glaubt ihr eigentlich, wer euch alle finanziert?", rief Hoeneß mit hochrotem Kopf in Richtung der Fans. Doch damit nicht genug: "Eure scheiß Stimmung, dafür seid ihr doch verantwortlich und nicht wir. Was glaubt ihr eigentlich, was wir das ganze Jahr machen, um euch für sieben Euro in die Südkurve gehen zu lassen?"

Die Methode, wie das denn funktionieren möge, erklärte er plump und ganz direkt. "Die Leute in den Logen, denen wir die Gelder aus der Tasche ziehen. Wir sollen die Champions League gewinnen, aber kosten darf es nichts. Das ist das Problem in diesem Land."

Thomas Doll (2008): "Da lach' ich mir den Arsch ab"

Ihm platzte bei der Pressekonferenz der Kragen: BVB-Coach Thomas Doll.
Ihm platzte bei der Pressekonferenz der Kragen: BVB-Coach Thomas Doll.
© imagoZoomansicht

Nur ein halbes Jahr später - genauer am 23. April 2008 - redete sich dann auch BVB-Coach Thomas Doll in Rage. Ihm stieß übel auf, dass die Presse verschiedenste Spieler bereits auf dem Abstellgleis sah. "Wörns und Kovac sind nächste Saison gar nicht mehr hier. Die sollen aber am Freitag die Kohlen aus dem Feuer holen. Und noch acht andere Spieler. Da lach' ich mir doch den Arsch ab."

Doll beruhigte sich kurz, um wenig später noch einmal nachzulegen. "Die Spieler werden hier von vorne bis hinten madig gemacht. Das ist respektlos ohne Ende", las der Dortmunder Trainer der versammelten Journalistenmeute die Leviten. Vielmehr hätte sich der Ex-Profi positive Schlagzeilen gewünscht: "Dass man nicht mal anfängt und sagt: Geile Kiste, hey, internationaler Fußball, im Finale gut aus der Affäre gezogen. Nein, nur wenn man Schlechtes sehen will, sieht man was Schlechtes."

Bruno Labbadia (2012): "Am Arsch geleckt!"

Bis zum nächsten Vulkanausbruch der Emotionen dauerte es viereinhalb Jahre, ehe Bruno Labbadia am 7. Oktober 2012 die Hutschnur riss. Den 0:1-Rückstand hatte sein VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen erst in ein 2:1 umgemünzt, bis Stefan Kießling den 2:2-Endstand besorgte. Auf der anschließenden Pressekonferenz brannte es Labbadia unter den Nägeln.

"Ich finde, es ist eine gewisse Grenze erreicht hier. Ich kann gewisse Dinge nicht akzeptieren, wenn ein Trainer wie der letzte Depp dargestellt wird, als hätte er gar keine Ahnung. Ich muss ganz ehrlich sagen, die Trainer in der Bundesliga sind nicht die Mülleimer von allen Menschen. Da ist eine totale Grenze erreicht - auch hier in Stuttgart", grantelte der aktuelle HSV-Coach drauf los.

"Als normaler Bundesliga-Trainer muss man sich heute die Frage stellen, gehe ich einen schweren Weg, wie ihn der VfB Stuttgart gehen muss, gehe ich den mit, oder sage ich: Am Arsch geleckt! Das Fass ist absolut voll." Dem war anschließend nichts mehr hinzuzufügen.

Torsten Lieberknecht (2013): "Du bist dieser kleine Piss-Verein"

Ließ seinen Gefühlen nach dem HSV-Spiel freien Lauf: Löwen-Coach Torsten Lieberknecht.
Ließ seinen Gefühlen nach dem HSV-Spiel freien Lauf: Löwen-Coach Torsten Lieberknecht.
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Die nächste verbale Entgleisung leistete sich Torsten Lieberknecht nach der 0:4-Pleite seiner Braunschweiger in Hamburg am 31. August 2013. Im NDR-Radio legte der Ex-Profi so richtig los: "Es gab dann wieder Momente, wo du merkst: Du bist dieser kleine Piss-Verein. Du bist dieser Piss-Verein, der auch bei den Schiedsrichtern nicht die Wahrnehmung hat. Und der erste abgefälschte Fuck-Ball geht dann rein."

Aber nicht nur der 4. Spieltag alleine erzürnte ihn. "50:50-Entscheidungen fallen in der Bundesliga immer für den Großen aus. Und damit kämpfen wir. Seit dem ersten Spieltag."

Gertjan Verbeek (2014): "Unglaublich, wie ein Verrückter!"

Den ersten Auftritt in der prominenten Reihe der Ausraster hatte Gertjan Verbeek bereits im vergangenen Jahr. Am 28. Spieltag war der Niederländer mit dem 1. FC Nürnberg im Breisgau zu Gast, trotz zwischenzeitlicher 2:1-Führung ging der Club in Freiburg am Ende leer aus (2:3). Mehr beschäftigte Verbeek aber SC-Coach Christian Streich: "Wenn man sieht, wie der Trainer mich beschimpft hat, das ist unverschämt, brutal, respektlos. Unglaublich, wie ein Verrückter. Das habe ich noch nie mitgemacht."

Das nötigte ihn sogar zu ungewöhnlichen Maßnahmen. "Ich gehe auch nicht zur Pressekonferenz und setze mich neben diesen Mann, ich setze mich nur neben Kollegen. Und Streich ist kein Kollege. Das ist unverschämt, wie man hier empfangen wird." Damit nicht genug.

Gertjan Verbeek (2015): "Ihr seid ja Arschlöcher!"

Ballt die Faust: Mit Gertjan Verbeek ist nicht immer alles nur lustig.
Ballt die Faust: Mit Gertjan Verbeek ist nicht immer alles nur lustig.
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Im September 2015 war es wieder soweit: Vulkan Verbeek brodelte - und brach aus. Grund? Die Verbreitung von "Unwahrheiten" in der Presse über seinen VfL Bochum. "Ich habe nicht gesagt, dass wir Meister werden. Jeder sieht, dass wir die Qualität nicht haben, um Meister zu werden. Jeder sieht, dass vier, fünf Mannschaften mehr Möglichkeiten haben."

Die Unterscheidung von Ambitionen und Zielen erzürnte Verbeek: "Also was wollt ihr, Bild? Warum schreibt ihr immer so eine Scheiße? Warum spielt ihr immer zwei Parteien gegeneinander aus? Selbst mit Flüchtlingen dazwischen - ihr seid ja Arschlöcher, das seid ihr! Wir wollen gerne den Aufstieg machen, aber das Ziel ist nicht, den Aufstieg zu machen. Das ist etwas ganz anderes. Eine Ambition ist etwas, das mal vorbeikommen kann. Ein Ziel ist etwas, dafür spielt man." Nur eine Frage der Zeit, bis das nächste verbale Beben die Medienlandschaft erschüttert.

sid

 

kicker-sportmagazin

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