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07.09.2015, 20:43

Trotz Saisonticket kein Stadionbesuch

Wolfsburg kämpft gegen die No-Show-Rate

Fans, die sich eine Dauerkarte kaufen und sich dann nur drei Bundesliga-Spiele in der Saison ansehen? Kaum vorstellbar, aber die gibt's tatsächlich! In Wolfsburg müssen dafür andere Zuschauer, die gerne eine Karte hätten, draußen bleiben. Der VfL geht nun gegen dieses bedenkliche Phänomen vor.

VfL Wolfsburg
So will der VfL Wolfsburg sein Stadion sehen: bis auf den letzten Platz besetzt.
© Getty ImagesZoomansicht

Verwunderung macht sich so manches Mal in Wolfsburg breit, wenn irgendwann während des Spiels via Lautsprecher ein ausverkauftes Stadion vermeldet wird, gleichzeitig aber Lücken mit freien Plätzen im Rund zu erkennen sind. Kurios: Sämtliche 30.000 Plätze der Volkswagen-Arena sind dann zwar für diesen Tag wirklich veräußert worden, aber längst nicht alle Ticketbesitzer gehen hin!

Für dieses Phänomen sorgen in Wolfsburg vor allem Saisonkarteninhaber. "Wir haben die preiswertesten Dauerkarten im Stehplatzbereich. Das verleitet dazu, sich eine Dauerkarte zu kaufen, wenn man eigentlich nur drei oder vier Spiele sehen aber zugleich sicherstellen will, bei diesen Spielen auch dabei zu sein", berichtet Thomas Röttgermann, als VfL-Geschäftsführer unter anderem zuständig für Organisation und Service. Die sogenannte "No-Show-Rate" - also: die Zahl von Dauerkarteninhabern, die nicht zum Spiel kommen - nimmt beim Vizemeister bedenkliche Ausmaße an. Röttgermann berichtet, dass etwa beim jüngsten Heimspiel gegen Schalke 04 knapp 29 Prozent der Stehplatz-Dauerkarteninhaber tatsächlich gar nicht im Stadion waren. Im Sitzplatzbereich habe der Anteil der Nicht-Nutzung trotz dieses attraktiven Spiels immerhin bei elf Prozent gelegen.

Günstiges Preisgefüge bietet Missbrauchspotenzial

Zu viel, meint der Bundesligist, und geht auch angesichts der steigenden Karten-Nachfrage zu den Spielen in der Bundesliga und Champions League nun abgestimmt mit der eigenen Fan-Vertretung verstärkt gegen diese bedenkliche Entwicklung vor. Die Obergrenze des Dauerkarten-Kontingents von 21.500 könne nicht nach oben verändert werden. "Wir möchten aber ungern denen, die wirklich alle Spiele sehen wollen, sagen, dass wir keine Dauerkarten mehr haben", so Röttgermann.

Auch das im Ligavergleich äußerst günstige Preisgefüge wolle man nicht verändern, obwohl der Klub gerade in seinem Ansinnen, Stadionbesuche für alle erschwinglich zu machen, ein großes Missbrauchspotenzial ausgemacht habe: "Man kann ein Schnäppchen mit unseren Karten machen." Ein sehr günstiges Dauerbillett rechne sich nun einmal bereits auch bei nur einzelner Verwendung für Top-Spiele wie gegen Bayern München und andere attraktive Gegner, gegen die die Einzelticketpreise stets in die Höhe schnellten.

Angebot der Tauschbörse soll den Fans näher gebracht werden

"Wir werden uns die tatsächliche Nutzung der Dauerkarten genauer anschauen", kündigt Röttgermann nun an. Anhand des Scans beim Einlass am Spieltag sei im Saisonverlauf die exakte Nutzung jeder Dauerkarte per EDV-Analyse nachvollziehbar. Wird die Karte nicht wenigstens zu einem Drittel - Röttgermann nennt das Minimum von fünf Spielen - verwendet, werde der VfL Kontakt zum Karteninhaber aufnehmen. Diesem soll dann zunächst das Angebot der Tauschbörse näher gebracht werden. Auf der Homepage des Vereins können so für das jeweilige Spiel nicht genutzte Karten eingestellt und zum Original-Tagespreis, den der Besitzer erstattet bekommt, an interessierte Fans weitergegeben werden. Verfällt eine Dauerkarte zu oft wegen Nichtnutzung, droht dem Besitzer als nächster Schritt sogar der Kartenentzug zur neuen Saison.

Zu Leibe rücken will der VfL künftig darüber hinaus verstärkt einem weiteren Problem. Zunehmend gebe es Stadiongänger mit vergünstigten Karten, die den Grund für die Ermäßigung nicht nachweisen können. Nichts einzuwenden sei zwar gegen die Weitergabe ermäßigter Tickets an Normalzahler, diese müssten allerdings vor dem Betreten des Stadions einen entsprechenden Aufpreis entrichten. Röttgermann: "Auch das werden Ordner am Eingang nunmehr verstärkt kontrollieren müssen."

Michael Richter

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Volkswagen-Arena

Stadionkapazität: 30.000

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