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26.04.2015, 12:13

Mainz: Einst als Offensiver gestartet

Brosinski: Nach oben schielen? "Das wäre fatal"

"Es fühlt sich gut an. So wie sich drei Punkte eben anfühlen", sagte Daniel Brosinski nach dem 2:0 (2:0)-Sieg seines FSV Mainz 05 am Freitagabend gegen Schalke 04. Klar und geradlinig - das ist das Spiel des Rechtsverteidigers, der vor der Saison von Greuther Fürth den Weg nach Rheinhessen gefunden hat. Und sich auf Anhieb den Stammplatz hinten rechts sicherte - obgleich der 26-Jährige ursprünglich als Offensiver gestartet war, wie er im Gespräch mit dem kicker erklärte.

Daniel Brosinski:
Abwehrspieler mit hoher Laufstärke: Daniel Brosinski.
© imagoZoomansicht

Daniel Brosinski, nach dem Sieg gegen Schalke hat Mainz 37 Zähler auf dem Konto. War das schon der Klassenerhalt?

Zu 80 Prozent. Trotzdem sollten wir die Beine noch nicht hochlegen. Aus den verbleibenden vier Spielen wollen wir versuchen, die Maximalpunktzahl zu holen.

Und vielleicht ein bisschen nach oben schielen in Richtung Platz sieben und Europa League?

Nein, auf keinen Fall. Das habe ich schon nach dem Freiburg-Spiel gesagt. Vor zwei Wochen waren wir mittendrin im Abstiegskampf, jetzt sollen wir auf einmal nach oben schielen? Ich denke, das wäre fatal.

Sie und der Schalker Sead Kolasinac hatten während der Partie den ein oder anderen, sagen wir, "netten Plausch". Was war da los?

Das gehört zum Fußball. Er meinte, dass es kein Foul war, ich war der Meinung, dass es eins war. Das Spiel ist vorbei, wir haben gewonnen - nichts anderes zählt.

In Freiburg bereiteten Sie das vorentscheidende 3:1 von Yunus Malli vor, nachdem Sie nach rechts vorne gezogen wurden. Begehen die Trainer in Mainz einen Denkfehler, indem sie Sie nach rechts hinten stellen?

Nein. Ich kenne diese Position von früher, denn ich bin als Offensiver gestartet und durch Zufall nach hinten gerutscht. Ich weiß, dass ich Stärken vorne habe. Das sehen die Trainer, denke ich, genauso, deswegen werde ich auch mal dahin geschoben, wenn noch ein paar Aktionen benötigt werden.

Also könnten Sie sich auch mit der offensiven Rolle auf Dauer anfreunden?

Klar. Ich kann beide Positionen gut ausfüllen.

Ist die Laufstärke Ihr größter Trumpf?

Ich war immer einer, der hoch und runter gerannt ist, der teilweise unnötige Wege gegangen ist. Mein Spiel lebt von der Schnelligkeit und der Beweglichkeit. Das soll so bleiben, das ist ein Plus von mir. Aber man sollte das nicht nur darauf beschränken.

Martin Schmidt lässt Sie situationsbedingt wie erwähnt gerne nach rechts vorne rücken. Diese zweite Rolle stand unter Kasper Hjulmand nie wirklich zur Debatte, oder?

Eher weniger. Zum Saisonauftakt in Paderborn habe ich rechts vorne angefangen. Seitdem war es kein Thema, da ich auch in der Vorbereitung defensiv gespielt habe.

Was hat sich für Sie als Rechtsverteidiger mit dem Trainerwechsel geändert?

Eher wenig. Mein Aufgabenbereich ist ja der gleiche geblieben. Da wir nicht mehr so ballorientiert spielen, stehe ich nicht mehr so hoch. Die Außenverteidiger sollen nun flacher stehen, damit wir besser im Spielaufbau integriert sind.

Macht das die Wege für Sie nicht noch länger?

Nein. Wenn wir vorher einen Ball verloren haben, waren die Wege nach hinten weiter. Jetzt ist es andersherum, aber von der Strecke her gleich geblieben.

Sie folgten im Sommer auf Zdenek Pospech, eine Institution in Mainz ...

Ich habe es mitbekommen, dass er sehr geschätzt war. Aber ich habe jetzt nicht gesagt: "Oh wow. Da trete ich aber in große Fußstapfen." Ich habe mir nicht ins Hemd gemacht, sondern einfach versucht, wie in Fürth meine Leistung zu bringen. Bis heute habe ich das gemacht. Ich freue mich, dass ich bislang jedes Spiel machen durfte. Ob Liga, Pokal oder Europa League.

Fühlen Sie sich als Leistungsträger?

Ich fühle mich als Stammspieler. Ob ich Leistungsträger bin, müssen andere beurteilen.

Unter Martin Schmidt hat sich das Spiel von Mainz 05 mehr zum Physischen verändert. Ist das die Basis im Abstiegskampf?

Auf jeden Fall. Wer in den Abstiegskampf reingeht und versucht, Schönwetterfußball zu spielen, kommt nicht weit. So hätten wir nicht die Punkte geholt. Gerade in Freiburg (3:2-Sieg, Anm. d. Red.) hat man gesehen: Wir haben fußballerisch zwar nicht immer die Sterne vom Himmel gespielt, uns aber in jeden Zweikampf reingehauen, sind immer den Extra-Meter gegangen - das hat sich bezahlt gemacht.

Hat die Mannschaft den Abstiegskampf unter Hjulmand von der Spielweise her nicht angenommen?

Nein. Es war mehr auf Ballbesitz getrimmt. Darauf haben sich die Gegner mit der Zeit eingestellt, nachdem es am Anfang richtig gut lief. Dann kam ein Bruch. Vielleicht haben wir gedacht, es geht von allein, mit etwas weniger Aufwand. Das war der Cut, danach ging es rückwärts. Vielleicht waren wir mit uns selbst zu zufrieden und haben ein bisschen weniger investiert. Dann kommst du in einen Trott, das konnten wir nicht mehr umbiegen. Als Mannschaft haben wir vielleicht nicht das gebracht, was wir hätten bringen müssen. Da muss sich jeder Spieler hinterfragen.

Ich habe zu meinen alten Trainern relativ guten Kontakt.

Kasper Hjulmand ist ein zurückhaltender Mensch - kann ein eher ruhiger Trainer so einem Trott überhaupt entgegenwirken oder hilft da nur der vielzitierte Tritt in den Hintern?

Das ist von Spieler zu Spieler verschieden. Ich will nicht groß darüber sprechen, ob der alte Trainer etwas falsch gemacht hat. Die Zeit ist vorbei, Martin ist jetzt Trainer. Was war, ist gewesen. Was zählt, ist das Jetzt. Damit fahren wir gut.

Sie erwähnten, dass Sie mehr durch Zufall von der rechten offensiven auf die defensive Position gerückt sind. Wie kam es dazu?

In Köln habe ich bereits in einer Vorbereitung hinten rechts ausgeholfen, weil Miso Brecko damals noch bei der WM war (2010, Anm. d. Red.). Den richtigen Wechsel nach hinten rechts gab es dann bei einem DFB-Pokalspiel mit dem MSV Duisburg beim Karlsruher SC.

Unter Kosta Runjaic ...

Da sind auf einmal drei Außenverteidiger ausgefallen, der Trainer fragte mich, ob ich mir das vorstellen könnte, da auszuhelfen. Das muss ihm so gut gefallen haben, dass er es dabei beließ.

In der kommenden Saison könnte es zum Duell mit Runjaic kommen, wenn Kaiserslautern aufsteigt ...

Könnte, ja (lacht).

Haben Sie Kontakt zu Ihrem alten Trainer? Von Mainz nach Kaiserslautern ist es ja nun keine Weltreise ...

Ich habe zu meinen alten Trainern relativ guten Kontakt. Ab und zu schreibt man sich eine SMS, wünscht sich Glück. Da trennen sich die Wege nicht. Einmal eine SMS im Monat ist schon drin.

Gibt es Rechtsverteidiger, an denen Sie sich orientieren?

Wenn ich ehrlich bin, nicht. Ich versuche, mein Spiel zu machen. Klar: Man kann sich von dem einen oder anderen etwas abschauen. Aber speziell tue ich das nicht.

Letzte Frage: Einige Ihrer Teamkollegen sind von anderen Klubs umworben. Ist das ein Thema in der Kabine?

Nicht dass ich wüsste. Da wird mal einer aufgezogen: "Hey, nächstes Jahr Mailand ..." Aber das ist Spaß, ein Thema ist das nicht in der Mannschaft.

Interview: Benjamin Hofmann

Zur Person:

Daniel Brosinski
geb.: 17. Juli 1988 in Karlsruhe
Position: Rechtsverteidiger, rechtes offensives Mittelfeld
bisherige Vereine: SG Siemens Karlsruhe, Karlsruher SC, 1. FC Köln, SV Wehen Wiesbaden, MSV Duisburg, SpVgg Greuther Fürth, FSV Mainz 05
48 Bundesliga-Spiele (1 Tor/4 Vorlagen), 99 Zweitligaspiele (11 Tore/17 Vorlagen).

26.04.15
 

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