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24.04.2015, 12:11

Bremen: Internationaler Wettbewerb wäre wie Hauptgewinn

Chance für Werder: Zubrot aus Europa

Auf dem Weg zum Turnaround nach vier mageren Jahren bieten sich für Werder Bremen rosige Aussichten. Sollte der finanziell darbende Nord-Klub sich wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren, so könnte sich die wirtschaftliche Situation radikal verbessern. Werder wäre einen Schritt weiter, die schwarze Null zu schreiben. Boss Klaus Filbry betont dennoch: "Der Konsolidierungskurs muss fortgesetzt werden."

Klaus Filbry
Freut sich über die derzeitige Lage beim SVW: Bremens Vorsitzender der Geschäftsführung, Klaus Filbry.
© picture allianceZoomansicht

Die Zielsetzung stand. Auf Sicht gesehen wollte Werder, wie Thomas Eichin, der Geschäftsführer, immer betont hat, wieder ein Stück weit nach oben kommen. Nach Jahren des absoluten Tiefpunktes und des immer wieder kehrenden Abstiegskampfes hatte der Allofs-Nachfolger dies erhofft: "Wir streben einen einstelligen Tabellenplatz an und wollen möglichst an den internationalen Plätzen kratzen."

Werder und Eichin sind am Zwischenziel angelangt. Die Mannschaft belegt Platz sieben, der aller Voraussicht nach zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Die große Chance für die Hanseaten schon in dieser Spielzeit. Europa wäre wie ein Hauptgewinn. Der Klub, bei dem es eine Schussfahrt in das finanzielle Minus gegeben hat, hätte den ersehnten Turnaround geschafft oder zumindest eingeleitet.

Filbry: "Konsolidierungskurs fortsetzen"

Zwar wird die Europa League im Vergleich zur Champions League immer noch als das Stiefkind der kontinentalen Wettbewerbe angesehen, doch lukrativ ist sie allemal. Erst recht in der kommenden Spielzeit, weil die UEFA die Prämien und Antrittsgagen deutlich anhebt. Beim Erreichen der Gruppenphase, so die Schätzungen von Kennern, ist eine Einnahme von sieben bis neun Millionen Euro möglich. Zudem bietet sich die Möglichkeit von weiteren Zusatzeinnahmen. Die Erlöse bewegen sich in etwa in den Rahmen, der den jährlichen Fehlbetrag in den Bilanzen bei Werder ausgemacht hat und auch für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert wird.

Rosige Aussichten und bessere Bedingungen für den eingeleiteten Sparkurs bei Werder. Über den Glücksfall Europa will Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung, in dessen Ressort der Finanzbereich fällt, indes noch nicht reden. Interviews zu diesem Thema lehnt der Werder-Boss grundsätzlich ab in diesen Tagen, in denen sich die Mannschaft bewähren muss und die gute Ausgangsposition in der Liga verteidigen muss. "Wir müssen unseren Konsolidierungskurs dennoch konsequent weiter fortsetzen", sagt Filbry lediglich, "unabhängig davon, ob wir in die Europa League kommen oder nicht."

Wie wichtig es wäre, zeigt ein Blick auf die letzten Jahre. Trotz radikaler Sparmaßnahmen, speziell einer Senkung des Lizenzspieler-Etats auf unter 30 Millionen Euro, kam der Verein nicht voran auf dem Weg, endlich eine schwarze Null zu schreiben. Die Führung verweist immer wieder auf die hohen Belastungen, die aus dem Stadion-Umbau resultieren und jeweils zum Minus im Jahresetat geführt haben. Kalkuliert worden sind damals bei der Baumaßnahme 20 bis 21 Spiele in der Saison, um den Kredit tilgen zu können. Werder kam zuletzt indes nur auf 17 Partien, da die internationalen Auftritte ebenso fehlten wie die Pokalspiele wegen des mehrmaligen frühzeitigen Ausscheidens.

Bis zu neun Millionen Euro dank Europa League?

In der Europa League gäbe es eine Qualifikationsrunde und gegebenenfalls eine Knockout-Runde sowie im Erfolgsfall drei Spiele in der Gruppenphase. Pro Auftritt im Weserstadion winkt eine Zusatzeinnahme von brutto einer Millionen Euro. Als Antrittsgeld für das Erreichen der Gruppenspiele gibt es 2,4 Millionen Euro, pro erzielten Punkt 120 000 Euro zusätzlich, dazu noch einen Obolus aus dem Marketing Pool der UEFA, also Sponsorengelder, die am Saisonende nach einem komplizierten Schlüssel verteilt werden. In der Summe können bis zu neun Millionen Euro herauskommen. "Das würde natürlich helfen", sagt Filbry nur und spricht damit eine Selbstverständlichkeit aus.

Europa im Blick, die Lizenz in diesen Tagen ohne Bedingungen und Auflagen erhalten, mit dem Verkauf von Davie Selke an Leipzig einen lukrativen Monster-Transfer bewerkstelligt - endlich wieder mehr Licht als Schatten für Werder. Für Filbry fühlt sich diese Lage "gut an". Für den seit 2010 amtierenden Funktionär ist es ein völlig neues Gefühl, das er an der Weser noch nicht erlebt hat: "Die momentane Situation ist besonders schön, weil wir den Klassenerhalt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geschafft haben und fußballerisch gefestigter dastehen." Und es winkt noch das potenzielle Zubrot im Erfolgsfall durch Fleischtopf der UEFA.

Hans-Günter Klemm

 
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