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30.01.2015, 23:58

Vollzug im Fall Schürrle steht noch aus

"Brutal fokussierte" Wölfe ohrfeigen Bayern

Mit herzlichem Applaus wurde unmittelbar vor dem Spiel nochmals an den verstorbenen Junior Malanda gedacht. Trauerbewältigung der anderen Art. Wolfsburgs Coach Dieter Hecking hatte außerdem vor dem Spitzenspiel gegen Bayern München verkündet: "Ich glaube, dass die Jungs innerlich sagen: Gott sei Dank geht es wieder los." Und wie es losging: Mit 4:1 wurde der Tabellenführer aus der eigenen Volkswagen-Arena gekehrt. Ein perfekter Abend, der aufzeigte, dass der große FCB doch verwundbar ist. Ferner gab es Neuigkeiten im Fall André Schürrle.

VfL Wolfsburg
Der VfL Wolfsburg bot den eigenen Fans im ausverkauften Haus ein Fußballfest - 4:1 gegen Bayern.
© Getty ImagesZoomansicht

"Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir das überragend gemacht", frohlockte Doppelpacker Bas Dost im Anschluss gegenüber der ARD. Bemerkenswert sein folgender Satz: "Man muss heute nicht darüber reden, ob Bayern schlecht gespielt hat. Wir waren einfach überragend."

Viel Wahrheit steckte darin mit Sicherheit, denn die Niedersachsen hatten einen klaren Plan, den Trainer Hecking nochmals erläuterte: "Wir wollten nicht zu tief stehen, aber auch nicht zu hoch." Das gelang im Grunde über das komplette Spiel hinweg famos: Reihenweise wurden Aufbaufehler von Innenverteidiger Dante oder anderen FCB-Akteuren erzwungen und direkt in Gegenzüge umgewandelt. Außerdem bestach der VfL mit Eiseskälte, nutzte die Großchancen stets aus.

Dennoch machte das alles auch ein überraschend schwacher Abend der Gäste möglich, die aufgrund der wenigen Ideen und erstaunlich wenigen Gelegenheiten in der Offensive teils einen Harakiri-Modus zelebrierten. Dante und Weltmeister Jerome Boateng standen oftmals so hoch, dass rund 60 Meter Spielfeld hinter den Innenverteidigern entblößt wurden. Beim 3:0 wurde das am klarsten offensichtlich: Maximilian Arnold steckte perfekt für den eigentlich im Abseits stehenden Kevin De Bruyne (zwei Treffer) durch. Warum die Fahne nicht gehoben wurde? Der Belgier hatte noch nicht einmal die Mittellinie überquert, machte sich im Anschluss frei auf in Richtung Torhüter Manuel Neuer.

Der Nationaltorwart im Anschluss: "Das ist in die Hose gegangen. Es ist keine Katastrophe bei uns ausgebrochen, aber wir wissen, dass wir noch viel zu tun haben." Bayern-Coach Pep Guardiola fand ähnliche Worte: "Die waren im richtigen Moment besser. Wir konnten die Konter nicht kontrollieren. Wir müssen das professionell für das nächste Spiel aufarbeiten." Auch der sichtlich noch nicht gänzlich wieder spielfitte Bastian Schweinsteiger übte Selbstkritik: "Wir haben viele Fehler gemacht und uns auskontern lassen. Wir waren nicht immer richtig geordnet und haben die Bälle unglücklich verloren. Heute war nicht unser Tag. Das müssen wir abhaken, analysieren und besser machen."

Jubilierende Wölfe

Dieter Hecking mit Stürmer Bas Dost
Hier bedankt sich VfL-Coach Dieter Hecking bei Doppelpacker Bas Dost, später beim gesamten Team.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Stimmen aus dem Wolfsburger Lager? Natürlich absolut positiv! Trainer Hecking: "Wir waren brutal fokussiert und haben für das Tor direkt den richtigen Moment erwischt. Das hat der Mannschaft genau diese Sicherheit gegeben, die man gegen Bayern braucht. Wir haben heute ein Ausrufezeichen gesetzt, dass wir nicht locker lassen werden, um unsere Ziele zu erreichen." Der 50-Jährige verkündete darüber hinaus, dass die Konkurrenz vergeblich auf einen Ausrutscher der Autostädter gehofft habe. Manager Klaus Allofs erkannte ferner "ein Ergebnis, das wir uns so gar nicht erhofft hätten. Wir haben es clever gemacht. Natürlich hatten wir in der einen oder anderen Szene Glück, dass wir dem Druck der Bayern standhalten konnten. Im Umkehrspiel haben wir es dann sehr gut gemacht. Wir haben heute die Gunst der Stunde genutzt. Aber wir sollten jetzt nicht die falschen Schlüsse daraus ziehen und denken, dass alles andere jetzt leicht wird. Wir sehen die Bayern immer noch weit vor uns".

Noch nicht fix: Schürrle-Deal lässt auf sich warten

Derweil gab es im Rahmen der Partie auch Neuigkeiten im Fall Schürrle. Der Flügelstürmer, der vom FC Chelsea für rund 30 Millionen verpflichtet werden wird, ist noch nicht offiziell in der Autostadt "gelandet". Manager Allofs betonte dahingehend: "Wenn wir das als Verein noch nicht offiziell vermeldet haben, dann ist das noch nicht amtlich. Wir würden ihn gerne verpflichten. Ich bin eingeschränkt optimistisch. André Schürrle würde liebend gerne zum VfL Wolfsburg kommen, Chelsea möchte ihn auch abgeben, aber dennoch gibt es noch Probleme im wirtschaftlichen Bereich. Da gilt es auch für uns am Ende die Geduld zu bewahren." Auch Trainer Hecking blies ins selbe Horn: "Wenn man unser Spiel heute gesehen hat, weiß man, dass er gut zu uns passen würde. André Schürrle würde mit seiner Dynamik, seinem Tempo und seiner Torgefährlichkeit unsere Optionen im Angriff deutlich erhöhen. Ich würde mich freuen, wenn das klappt. Doch sicher ist noch nichts."

Stand jetzt kommt der Wechsel noch nicht zustande.Wolfsburgs Manager Klaus Allofs

Etwas später am Abend wurde Allofs gar noch etwas deutlicher: "Stand jetzt kommt der Wechsel noch nicht zustande. Es gibt noch Probleme mit Chelsea, nicht mit André. Dahingehend ist alles klar. Letztlich muss irgendwann einfach die Vernunft siegen. Morgen wird er jedenfalls nicht vorgestellt." Etwas beeilen sollte sich Wolfsburg aber schon, denn die Transferperiode endet offiziell am 2. Februar.

mag

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Guardiola nach der Klatsche: "Es ist nicht einfach"
Mit einer krachenden Niederlage für den FC Bayern München in Wolfsburg ist die Rückrunde der Bundesliga vielversprechend gestartet. Nach einem emotionalen Freitagabend musste Pep Guardiola die erste Pleite des Rekordmeisters in der laufenden Saison erklären. Dem Team von Dieter Hecking gelang nicht nur ein Sieg, sondern auch vier Tore - so viele hatten die Bayern zuvor in der ganzen Hinrunde bekommen. Für Hecking nicht verwunderlich, man habe eben selbst auch Qualität im Kader.
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30.01.15
 
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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München42:845
 
2VfL Wolfsburg37:1837
 
3Bor. Mönchengladbach26:1630
 
4FC Schalke 0429:2130
 
5FC Augsburg25:2230
 
6Bayer 04 Leverkusen28:2029
 
7TSG Hoffenheim30:2826
 
8Hannover 9621:2724
 
9Eintracht Frankfurt35:3823
 
101. FC Köln19:2322
 
111. FSV Mainz 0524:2321
 
12Werder Bremen28:3920
 
13SC Paderborn 0721:3119
 
14SC Freiburg21:2618
 
15Hertha BSC24:3718
 
16Hamburger SV9:2117
 
17VfB Stuttgart20:3317
 
18Borussia Dortmund18:2616

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