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18.01.2015, 16:20

Frankfurt: Hellmann fordert Geduld

Warum kooperiert die Eintracht mit Al Ain?

Am Sonntagabend bestreitet Eintracht Frankfurt im rund 180 Kilometer vom Mannschaftsquartier in Abu Dhabi entfernt liegenden Al Ain das zweite Testspiel während des Trainingslagers. Frankfurt hat mit dem Rekordmeister (neun Titel) des Emirats für dieses und nächstes Jahr eine Kooperation vereinbart, die die Kosten für das Trainingslager in Höhe von 150.000 Euro zu großen Teilen abdeckt. Es steckt aber viel mehr hinter der Kooperation.


Aus dem Frankfurter Trainingslager in Abu Dhabi berichtet Julian Franzke

Mahnt Geduld an: Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.
Mahnt Geduld an: Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.
© picture allianceZoomansicht

Zum dritten Mal in Folge bezieht die Eintracht ihr Trainingslager im luxuriösen Emirates Palace in Abu Dhabi. Seit diesem Jahr besteht erstmals eine Kooperation zwischen den Hessen und Al Ain, dem laut Vorstand Axel Hellmann "Klub mit der größten Reichweite, dem neuesten Stadion und einer professionellen Führung". Dabei geht es neben zwei im Hazza Bin Zayed Stadion ausgetragenen Testspielen - das erste verlor Frankfurt 2:3 gegen den HSV - vor allem um den Austausch von Wissen. Die Araber sind beeindruckt von der nachhaltigen Arbeit in der Bundesliga, wollen beim Aufbau von Strukturen von den Erfahrungen der Eintracht profitieren.

"Die Nachhaltigkeit in der Bundesliga macht uns interessant. Dieses Knowhow kann man sich versilbern lassen."Eintracht-Vorstand Axel Hellmann

Aktuell plant Al Ain die Errichtung eines Sportparks auf internationalem Niveau, ein Projekt, das in 18 bis 24 Monaten abgeschlossen sein soll. "Die Nachhaltigkeit in der Bundesliga macht uns interessant. Dieses Knowhow kann man sich versilbern lassen", erklärt Hellmann. Der Vorstand hofft, durch das Engagement in Abu Dhabi in ein paar Jahren deutlich mehr als einen niedrigen sechsstelligen Betrag generieren zu können.

Die Eintracht soll sich deshalb vor Ort als ein Klub zum Anfassen präsentieren. Es reiche längst nicht aus, nur die Fernsehrechte international zu verkaufen. Deshalb saß diesmal Eintracht-Idol und Bundesliga-Rekordspieler Charly Körbel zusammen mit Oka Nikolov und Manfred Binz mit im Flieger, um in Abu Dhabi per Fußballschule schon die Kinder mit der Marke Eintracht Frankfurt bekanntzumachen.

"Das Interesse an der Bundesliga ist hier extrem gewachsen"

Jörg Daubitzer, Geschäftsführer der DFL Sports Enterprises, schaute am Mittwoch als Überraschungsgast beim Training der Eintracht vorbei. "Ich freue mich, dass Eintracht Frankfurt diese internationale Maßnahme ernst nimmt und eine gewisse Kontinuität dahinter steckt. Das hilft uns dabei, zu dokumentieren, dass die Liga daran interessiert ist, nachhaltige Beziehungen zu pflegen", erklärt Daubitzer und konstatiert zufrieden: "Das Interesse an der Bundesliga ist hier extrem gewachsen." Fünf Bundesligaspiele werden pro Wochenende via Pay-TV übertragen, teilweise zeitversetzt.

Hellmann: "Wir müssen Geduld mitbringen"

So überrascht es nicht, wenn Hellmann erzählt, dass Al Ains Vereinsverantwortliche vorab extra gefragt haben, ob Alex Meier im Test am Sonntag mitspielt: "Alex ist in Abu Dhabi herausragend bekannt." Bis sich das Engagement der Eintracht richtig bezahlt macht, werden aber wohl noch einige Jahre verstreichen. "Wir müssen Geduld mitbringen", sagt Hellmann und verweist auf die BHF-Bank, die den Kontakt zwischen der Eintracht und Al Ain herstellte: "Die BHF-Bank erntet jetzt die Früchte, die sie vor zehn Jahren gesät hat. Sie musste lange investieren, hat hier im vergangenen Jahr aber bereits drei Börsengänge begleitet."

Darüber hinaus ist es gut möglich, dass Frankfurt versuchen wird, sich stärker auf dem japanischen Markt zu positionieren. Im Herbst reisten Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Thomas Schaaf nach Fernost, um Kontakte zu knüpfen. Durch die beiden japanischen Nationalspieler Makoto Hasebe und Takashi Inui steht die Eintracht ohnehin schon im Interesse der japanischen Öffentlichkeit. "Wir müssen sehen, dass wir uns auf zwei oder drei Märkte konzentrieren. Japan ist ein gutes Thema", erklärt Hellmann.

Bruchhagens Dank an Armin Veh

Auf die Idee, nach Abu Dhabi zu reisen, kam übrigens Ex-Coach Armin Veh. Dafür ist ihm der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen im Gegensatz zu damals mittlerweile dankbar. "Sein Wunsch, nach Abu Dhabi ins Trainingslager zu fliegen, löste bei mir keine Begeisterung aus. Heute muss ich sagen: Das war eine kluge Entscheidung von Armin."

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weitere Infos zu Schaaf

Vorname:Thomas
Nachname:Schaaf
Nation: Deutschland
Verein:Hannover 96

Vereinsdaten

Vereinsname:Eintracht Frankfurt
Gründungsdatum:08.03.1899
Mitglieder:35.000 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Rot-Schwarz-Weiß
Anschrift:Mörfelder Landstraße 362
60528 Frankfurt/Main
Telefon: 0800 - 7431899
Telefax: (0 69) 95 50 31 10
E-Mail: info@eintrachtfrankfurt.de
Internet:http://www.eintracht.de