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10.11.2014, 21:33

Berlin: Hertha knackt die 100-Millionen-Grenze

Preetz stützt Luhukay: "Der richtige Trainer"

Der Ende Januar besiegelte Einstieg des US-Finanzinvestors KKR hat Hertha BSC in neue finanzielle Dimensionen katapultiert. Angesichts der sportlichen Talfahrt von Hertha BSC und der aufkommenden Unruhe rund um den Verein hat Manager Michael Preetz Besonnenheit und Geduld angemahnt. Obendrauf stärkte Preetz Trainer Jos Luhukay explizit den Rücken, während Präsident Werner Gegenbauer die Mannschaft in die Pflicht nahm.

Ingo Schiller und Michael Preetz
Dank des US-Investors KKR haben Herthas Finanzchef Ingo Schiller (li.) und Manager Preetz eine "stabile Planungsperspektive".
© imagoZoomansicht

Finanziell spielt Hertha BSC inzwischen in einer anderen Liga als noch vor ein paar Jahren. Der Bundesligist hat die Saison 2013/14 mit Erträgen von 104,3 Millionen Euro beendet, demgegenüber stehen Ausgaben von 90,9 Millionen Euro, darunter 39,9 Millionen fürs Personal. Unterm Strich vermeldet Hertha BSC für die Spielzeit 2013/14 nach Steuern einen Gewinn von 13,4 Millionen Euro. Das verkündete Herthas Finanzchef Ingo Schiller am Montagmittag. Die Verbindlichkeiten sanken zum Stichtag 30. Juni 2014 auf 24,4 Millionen Euro, zum 30. Juni 2013 hatten sie 36,8 Millionen Euro betragen. Zudem kündigte Schiller an, dass sämtliche zinstragenden Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2015 getilgt sein sollen.

Die auf eine Mindestlaufzeit von sieben Jahre angelegte Partnerschaft mit KKR gelte "unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit", erklärte Schiller. In der Bilanz, die am Montagabend bei der Mitgliederversammlung in der Messehalle der Klub-Basis vorgestellt wird, wird das Eigenkapital auf 22,94 Millionen Euro beziffert. "Die völlig andere Eigenkapital-Ausstattung ist Ausdruck des Einstiegs von KKR. Sie versetzt uns in die Lage, eine stabile Planungsperspektive zu haben", betonte Schiller.

Den größte Posten bei den Erträgen von insgesamt 104,3 Millionen Euro machen 30 Millionen von KKR auf, die als außerordentliche Erträge firmieren. Insgesamt investiert KKR 61,2 Millionen Euro beim Hauptstadt-Klub, der nach seiner Hochinvest-Phase um die Jahrtausendwende chronisch klamm war und 2006 Verbindlichkeiten von 54 Millionen Euro aufgebaut hatte.

KKR (Kohlberg, Kravis, Roberts & Co.) hatte zu Jahresbeginn 9,7 Prozent der Anteile der Hertha-Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) erworben. Zudem besitzt der Investor eine Option, den eigenen Anteil auf 33,3 Prozent aufzustocken. Veräußert KKR nach Ablauf der sieben Jahre seine Anteile, besitzt Hertha BSC ein Vorkaufs- und ein Vetorecht. Die KKR-Millionen dienten nicht nur der Entschuldung, sondern Hertha kaufte damit auch einst veräußerte Rechte (Catering, Marketing, TV) zurück.

Preetz mahnt zu Besonnenheit und fordert Geduld

Geduldsprobe: Berlins Salomon Kalou.
Geduldsprobe: Berlins Salomon Kalou.
© imagoZoomansicht

Angesichts der sportlichen Talfahrt von Hertha BSC und der aufkommenden Unruhe rund um den Verein hat Manager Michael Preetz Besonnenheit und Geduld angemahnt. "Ich kann verstehen, dass unsere Fans aufgrund der aktuellen Situation unruhig sind und Ängste haben", erklärte Preetz bei der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung des Klubs am Montagabend in der Messehalle unterm Berliner Funkturm. "Doch Angst ist kein guter Ratgeber. Gerade jetzt müssen wir konsequent, ruhig, sorgfältig und sachlich arbeiten."

In Anwesenheit von Cheftrainer Jos Luhukay und der Mannschaft nahm Preetz die in die Kritik geratenen Neuzugänge ausdrücklich in Schutz. "Sie zu integrieren, ist ein Prozess", sagte der Manager. "Wir haben sie nicht für ein, zwei oder elf Spiele geholt, sondern mit der Perspektive, unser Team langfristig zu verbessern." Zugleich gab er zu, dass die jüngsten Niederlagen in Liga (Paderborn, Hannover) und Pokal (Bielefeld) Spuren hinterlassen haben: "Die Mannschaft hat Selbstvertrauen eingebüßt. Wir mussten gegen Hannover erkennen, dass die Mannschaft noch nicht so stabil ist, wie wir uns das gewünscht haben. Es ist gut, dass jetzt Pause ist."

Hertha will sich sammeln - und nach der durch die Länderspiele bedingten Pause beim Spiel in Köln neu angreifen. "Wir haben die Qualität, um Spiele zu gewinnen, und vertrauen auf die Kraft, die wir in der Mannschaftsführung und in der Mannschaft haben", erklärte Preetz, der zugleich unterstrich: "Unser Ziel bleibt es, Hertha BSC in der Bundesliga zu etablieren. Das geht nicht ohne Rückschläge - die muss man schlucken." Für die nächsten Tage gab er Trainer und Profis einen klaren Arbeitsauftrag an die Hand: "Wir werden hart arbeiten an der defensiven Stabilität, an besserem Zweikampfverhalten, an schnellem Umschaltspiel, an guten Torabschlüssen."

Die 1174 anwesenden Vereinsmitglieder rief Preetz zur Geduld auf: "Es wird ein langer und vielleicht auch mühsamer Weg aus dieser Situation." Der im Sommer durch neun Neuzugänge verbreiterte Kader habe durch die gehäuft aufgetretenen schweren (Baumjohann, Cigerci, Langkamp, Lustenberger) und mittelschweren Verletzungen (Ben-Hatira, Schieber, Schulz, van den Bergh) an Power verloren, bilanzierte der Manager: "Wenn es so geballt kommt, geht es an die Substanz."

Allerdings ließ Preetz an seiner Unterstützung für Luhukay keinen Zweifel: "Wir haben eine Grund-Überzeugung. Jos Luhukay ist der richtige Trainer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn wir die erste problematische Phase nach zweieinhalb Jahren nicht gemeinsam überstehen, machen wir etwas falsch." Auch Präsident Werner Gegenbauer betonte nachdrücklich: "Jos Luhukay bleibt unser Trainer." In Berlin sieht man ohnehin eher die Spieler in der Bringschuld, wie Präsident Werner Gegenbauer deutlich machte: "Die Mannschaft weiß, dass sie liefern muss. Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat." Steffen Rohr/ Andreas Hunzinger

 

3 Leserkommentare

fox69
Beitrag melden
11.11.2014 | 09:48

Das Team ist der Star...

Alles Blödsinn, immer Einzelpersonen für den Misserfolg in einem Mannschaftssport verantwortlich zu [...]
Eysenbeiss
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11.11.2014 | 08:24

Alles nur der Versuch ...

... über die tatsächlichen Gegebenheiten hinweg zu täuschen.

Klar, finanziell ist einiges pass[...]
mainiac324
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10.11.2014 | 19:54

noch so ein gekaufter club

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Vereinsdaten

Vereinsname:Hertha BSC
Gründungsdatum:25.07.1892
Mitglieder:34.000 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Blau-Weiß
Anschrift:Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2
14053 Berlin
Telefon: (0 30) 30 09 28 0
Telefax: (0 30) 30 09 28 94
E-Mail: info@herthabsc.de
Internet:http://www.herthabsc.de