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06.11.2014, 19:43

Berlin: Ben-Hatira muss sich noch gedulden

Luhukay will die bösen Geister vertreiben

Aus im Pokal in Bielefeld, 1:3 Pleite in Paderborn, dazu heftige Kritik am Zweikampfverhalten und wegen der Schwäche bei gegnerischen Standards: Hertha BSC hat unruhige neun Tage hinter sich. Da trifft es sich gut, dass die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay am Freitag gegen Hannover 96 (20.30 Uhr, live bei kicker.de) wieder ein Heimspiel bestreiten darf. Im Olympiastadion waren die Berliner zuletzt eine Macht.

Jos Luhukay
Will wieder in die Spur finden: Hertha-Coach Jos Luhukay.
© imagoZoomansicht

Jos Luhukay hat schon bessere Zeiten erlebt, seit er im Sommer 2012 seinen Dienst in Berlin antrat. "Es war nicht die schönste Woche" sagt der Hertha-Coach und gibt zu: "Das war so auch nicht vorher zu sehen." Seine Mannschaft hat bei den jüngsten Auftritten beim Drittligisten Bielefeld (2:4 im Elfmeterschießen) und in Paderborn (1:3) wieder mal ihr hässliches Gesicht gezeigt. Luhukay weiß: "Die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen ist zu groß." Erklären kann er sich den eklatanten Unterschied zwischen den Vorstellungen zu Hause und in der Fremde nicht. Ihm ist lediglich aufgefallen, "dass die Mannschaft bei Heimspielen in letzter Konsequenz einen Tick mehr fokussiert ist".

Am Freitag soll das erneut so sein, Kapitän Fabian Lustenberger und seine Kollegen sollen wieder ihr wahres Gesicht zeigen. Zu Hause hat das zuletzt ja auch gut geklappt: Gegen den VfL Wolfsburg (1:0), den VfB Stuttgart (3:2) und den Hamburger SV (3:0) fuhr Hertha drei Siege ein, vor allem die Partie gegen den HSV gilt als Maßstab für die Aufgabe gegen Hannover 96. "Das war unser vielleicht bestes Spiel", sagt Luhukay im Rückblick. Es hat gezeigt, was möglich ist. Der Hertha-Coach sieht deshalb in der Partie gegen Hannover die Chance, die bösen Geister der vergangenen neun Tage zu vertreiben.

"Das ist die Gelegenheit, das abzurufen, was wir zuletzt nicht abgerufen haben, aber abrufen müssen. Wir stehen in der Verantwortung und müssen die annehmen." Ob sich die jüngsten Rückschläge nachteilig auf das Selbstvertrauen seiner Spieler ausgewirkt haben, muss der Niederländer abwarten. In vielen Gesprächen - auch unter vier Augen - hat er versucht, seine Profis wieder aufzurichten. Luhukay setzt darauf, "dass jeder Spieler die letzten Tage wegwischen will", und ergänzt:""Wir gehen nicht mit Zweifeln an das Spiel gegen Hannover heran. Dafür war das letzte Heimspiel zu gut. Wenn wir annähernd das abrufen, was wir gegen den HSV abgerufen haben, werden wir gegen Hannover gewinnen."

Personelle Situation entspannt sich allmählich

Nico Schulz
Er fehlte noch im Kader für das Hannover-Spiel: Nico Schulz.
© imago

Personell bleibt die Situation unverändert. Julian Schieber, den muskuläre im Oberschenkel plagen, konnte noch nicht wieder ins Mannschaftstraining integriert werden. Der Stürmer fehlt gegen 96 ebenso wie Änis Ben-Hatira, der nach muskulären Problemen leichtes Lauftraining absolviert. "Bei Änis sieht es positiv aus", sagt Luhukay, "aber wir müssen uns gedulden." Der Hertha-Trainer rechnet damit, dass der Flügelflitzer nach der Länderspiel-Pause wieder bereit steht.

Bei Nico Schulz sieht es besser aus. Der U-21-Nationalspieler konnte nach seinen Oberschenkelproblemen am Mittwoch und auch am Donnerstag trainieren. Als am späten Donnerstagnachmittag der Kader für die Partie gegen Hannover bekannt gegeben wurde, fehlte der 21 Jahre alte Linksfuß allerdings. Nach zwei Trainingseinheiten will Luhukay nicht das Risiko eingehen, dass die Verletzung eventuelle wieder aufbricht "und Nico eventuell sechs Wochen ausfällt".

Unabhängig von der sportlichen Bedeutung hat das Heimspiel der Hertha auch einen Charity-Charakter. Alle 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga werden am Wochenende mit dem Logo der Deutschen Krebshilfe auf dem linken Ärmel auflaufen. Wie am Wochenende in drei weiteren Stadien, wird in Berlin ein von Krebs geheiltes Kind - ein zwölfjähriger Junge - mit dem Schiedsrichter-Gespann einlaufen. Hertha BSC hat zudem 25 erkrankte Kinder mit ihren Eltern eingeladen.

Andreas Hunzinger

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