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20.10.2014, 11:59

Interview mit dem Präsidenten des VfB Stuttgart

Wahler: "Diesen Charakter müssen wir weiterhin zeigen"

Am Samstag punktete der VfB Stuttgart erstmals seit 34 Jahren nach einem Drei-Tore-Rückstand noch. 3:3 nach 0:3 - wie ist das zu erklären? Im kicker-Interview spricht Präsident Bernd Wahler über die "Auferstehung" gegen Leverkusen, Armin Vehs Pausenansprache, Antonio Rüdigers Auswechslung und den Zwischenstand bei Manager-Suche.

VfB-Präsident Bernd Wahler
"Ich dachte, wir haben keine Chance mehr": Auch Präsident Bernd Wahler war vom VfB-Comeback gegen Leverkusen überrascht.
© picture allianceZoomansicht

kicker: Herr Wahler, bekommen Sie heute noch Gänsehaut, wenn Sie an das 3:3 gegen Leverkusen denken?

Bernd Wahler: Das war Wahnsinn, unbeschreiblich. Zwei so unterschiedliche Halbzeiten, sowas gibt es nicht aller Tage.

kicker: Hand aufs Herz: Hätten Sie Ihrer Mannschaft diesen Kraftakt samt Wende zugetraut?

Wahler: Ich muss ehrlich zugeben: Ich dachte, wir haben keine Chance mehr. Was dann passiert ist, war eine Riesenüberraschung.

kicker: Die Kraft der Worte des Trainers?

Wahler: Wir haben in Berlin schon erlebt, was Armin Veh mit seiner Ansprache in der Halbzeitpause bei der Mannschaft bewirken kann und wie die Spieler anschließend aus der Kabine gekommen sind.

kicker: Was aber ohne Punktgewinn blieb.

Wahler: Die Chancen waren da, um beim 2:3 zu punkten, aber leider haben uns individuelle Fehler einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür hat es diesmal geklappt.

Antonio Rüdiger war vielleicht auch ein bisschen übermütig.Bernd Wahler

kicker: Können Sie sich die zwei Gesichter Ihrer Mannschaft erklären?

Wahler: Nein, das kann ich nicht vollständig erklären. Das waren zwei völlig andere Mannschaften auf dem Platz. In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen, haben wieder individuelle Fehler gemacht, hatten eigentlich keine Chance. Wir mussten froh sein, dass es zur Pause nicht 0:6 steht.

kicker: Dann kam die Auferstehung.

Wahler: Da stand plötzlich eine Mannschaft mit völlig anderem Gesicht auf dem Platz. Wahrscheinlich haben die Spieler so aufgespielt, weil sie nichts mehr zu verlieren hatten und sich nicht noch mal so präsentieren wollten wie in der ersten Halbzeit.

kicker: Konnten Sie Vehs Entscheidung, Jungstar Antonio Rüdiger auszuwechseln, nachvollziehen?

Wahler: Ich denke, er war nach den Länderspielen einfach nicht gut drauf.

kicker: Vielleicht ein bisschen übermütig?

Wahler: Vielleicht auch ein bisschen übermütig. Das kann in dem Alter schon mal passieren.

kicker: War das in der zweiten Halbzeit der VfB, wie Sie ihn sich vorstellen?

Wahler: Von der Einstellung her, vom Kampf her war das eine ausgezeichnete Leistung. Wir haben schließlich nicht gegen irgendwen gespielt, sondern gegen ein Spitzenteam der Bundesliga, das technisch und fußballerisch sehr stark ist. Diesen Charakter müssen wir weiterhin zeigen.

kicker: Die Mannschaft sucht Konstanz, Sie suchen einen Manager. Wie ist da der Stand?

27.9.1980: Als der VfB letztmals so zurückkam

Wahler: Wir arbeiten daran und werden uns die nötige Zeit dafür nehmen. Es ist schließlich nicht so, dass wir momentan große zeitliche Not haben, weil Jochen Schneider und Armin Veh die Aufgaben bis auf Weiteres übernommen haben. Aber es handelt sich um eine Schlüsselposition, da muss alles passen.

Interview: George Moissidis

1. Bundesliga, 2014/15, 8. Spieltag
VfB Stuttgart - Bayer 04 Leverkusen 3:3
VfB Stuttgart - Bayer 04 Leverkusen 3:3
Verbiegen für den Sieg

Der VfB Stuttgart möchte endlich gewinnen. Auch wenn die Aufgabe gegen Bayer Leverkusen schwerer kaum sein könnte.
© Getty Images

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20.10.14
 
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