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15.09.2014, 16:12

Eintracht: Selbstkritik statt Schirischelte

Fandel ärgert sich über Gräfes Technikpanne

Es war der erste große Aufreger der Sonntagspartie zwischen Frankfurt und Augsburg und nicht nur SGE-Keeper Kevin Trapp meinte nach der mit 0:1 verlorenen Begegnung: "Vielleicht wäre das Spiel anders gelaufen, wenn wir den Strafstoß bekommen hätten." In der 16. Minute hatte Augsburgs Dominik Kohr heftig am Trikot von Vaclav Kadlec gezerrt, der angebrachte Elfmeterpfiff blieb aber aus. Dass ein Strafstoß angebracht gewesen wäre, bestätigte nach der Partie auch Schiedsrichter Manuel Gräfe nach Darstellung der Frankfurter.

Schiedsrichter Manuel Gräfe stand in Frankfurt ungewollt im Mittelpunkt.
Schiedsrichter Manuel Gräfe stand in Frankfurt ungewollt im Mittelpunkt.
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Ein Kommunikationsproblem habe die Zusammenarbeit zwischen dem Referee und seinen Assistenten gestört. Der vierte Offizielle habe demnach dem Unparteiischen von der Seitenlinie aus mitteilen wollen, dass Kohr Kadlec im Strafraum gehalten hatte. Doch dabei habe die Technik gestreikt, das Headset keinen Kontakt ermöglicht.

"Herr Gräfe ist zu mir gekommen und hat gesagt: 'Tut mir leid, das war ein klarer Elfmeter'", berichtete nach dem Spiel Eintracht-Trainer Thomas Schaaf.

Am Montag meldete sich Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel zu Wort. Er will die Headset-Panne bei einem der nächsten Schiedsrichter-Treffen noch einmal aufarbeiten. "Ich denke, dass war eine sehr unglückliche und ärgerliche Situation, aber doch auch eine Ausnahme", sagte der Vorsitzender der DFB-Schiedsrichter-Kommission in einem Interview mit "dfb.de". "Dennoch werden wir gemeinsam mit den Bundesliga-Schiedsrichtern darüber sprechen und versuchen, Wege zu finden, um auch solche, eigentlich nur schwer vorstellbaren Vorgänge, in Zukunft möglichst auszuschließen."

Schaaf wollte aus der Fehlentscheidung des Unparteiischen keine Entschuldigung für sein Team kreieren: "Dieser Elfmeter hätte uns heute auch sicherlich geholfen. Aber ich finde es gut, dass er klar Stellung bezieht. Wir haben heute selbst zu viele Fehler gemacht. Wir werden an vielem arbeiten - aber nicht am Headset."

Den gleichen Kurs verfolgte auch Sportdirektor Bruno Hübner, der die Gründe für die Niederlage durch Bobadillas Treffer in der 47. Minute vor allem in Fehlern der eigenen Mannschaft sah: "Auch unabhängig von dem klaren Elfmeter hätten wir im ersten Durchgang in Führung gehen müssen. Beim Gegentor haben wir den Ball unnötig verloren, das darf so nicht passieren. Dann haben wir den Beginn der zweiten Halbzeit einfach verschlafen und hatten auch zu viele Ballverluste im Spiel."

Unverständnis: Vaclav Kadlec vermisst in der 16. Minute den Elfmeterpfiff.
Unverständnis: Vaclav Kadlec vermisst in der 16. Minute den Elfmeterpfiff.
© picture alliance

"Heute ist eine Menge schiefgelaufen", befand auch Schaaf: "Wir haben kopflos gespielt, hatten keinen Rhythmus und, was noch entscheidender ist, keinen Zugriff. Wir konnten den Gegner nicht im Spielaufbau stören. Den Elfmeter hätten wir gebraucht, um ins Spiel reinzufinden. Dann wären wir vielleicht in Führung gegangen und hätten Selbstvertrauen bekommen." Die Länderspielpause habe seiner Mannschaft nicht geholfen, im Gegenteil: "Das Spielverständnis war weg. Aber deswegen werde ich nicht unruhig."

Und so richtete man in Frankfurt den Fokus schnell auf die eigene Leistung und nicht auf das Schiedsrichtergespann. Torhüter Trapp, der der Eintracht mit mehreren Paraden eine höhere Niederlage ersparte, gab die Richtung vor: "Wir müssen an unseren Fehlern arbeiten und sie abstellen."

1. Bundesliga, 2014/15, 3. Spieltag
Eintracht Frankfurt - FC Augsburg 0:1
Eintracht Frankfurt - FC Augsburg 0:1
Plauderei

Frankfurts Coach Thomas Schaaf und FCA-Trainer Markus Weinziel im lockeren Gespräch vor dem Spiel.
© picture-alliance

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3 Leserkommentare

wolfleader
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18.09.2014 | 19:51

wie habt man denn vor Funk kommuniziert? Ui, ui, ui ...

Wieso ist der 4. Schiedsrichter nicht winkend auf das Feld gelaufen? Die Strecke hätte er in wenigen [...]
TEAMUSA
Beitrag melden
16.09.2014 | 11:47

Ausrede

Gräfe wollte einfach keinen Elfer pfeifen. Funkstörung ist doch nur eine faule Ausrede.
Wahrscheinli[...]
rv50
Beitrag melden
15.09.2014 | 20:32

Technik versagt, der normale Menschenverstand auch!

Sind denn die Herren Schiedsrichter, Assistenten und 4. Mann so von der Kommunikationstechnik abhängig, [...]

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