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13.09.2014, 21:53

Der Bundesliga-Kommentar

Tag 1 nach dem Götze-Lewandowski-Frust - Kellers Déjà-vu

Es ist ein Kinderreim, einigermaßen albern dazu, aber: Er trifft's. Zum Verdruss von ganz Königsblau. Und so geht er: "Willst du Schalke oben sehen, musst du die Tabelle drehen!" Drei Spiele, ein Punkt, Platz 16. Die Schalker Seele schmerzt, mehr aber noch schmerzen Bänder, Sehnen, Gelenke und Knochen jener Akteure, die der bedauernswerte Jens "Er-steht-immer-unter-Druck" Keller derzeit ersetzen muss.

Sieht wieder so aus wie im vergangenen Jahr: Schalke-Coach Jens Keller.
Sieht wieder so aus wie im vergangenen Jahr: Schalke-Coach Jens Keller.
© imagoZoomansicht

In der Spitze ist dieses Schalke aktuell nicht konkurrenzfähig. Was an die vergangene Saison erinnert. Auch da betrug der Abstand auf Platz 3 irgendwann gefühlte vierhundertneunundvierzig Punkte - ehe Keller und sein Team eine Aufholjagd starteten und Bayer Leverkusen am Ende von eben diesem dritten Rang verdrängten. Für viele damals das größte Comeback seit Lazarus. Für einige heute der Mutmacher für kommende Zeiten.

Welpenschutz für einen mutigen Novizen

Oben hat sich die bessere Gesellschaft eingerichtet. Dass Leverkusen nach dem fulminant-naiven 3:3 gegen Werder Bremen 24 Stunden später immer noch Spitzenreiter ist, mag man diesem Team gönnen. Da haben sich offensichtlich Spieler und Trainer gefunden, Kritik an den defensiven Mängeln des attraktiven Systems wird registriert, was aber wirklich zählt ist die Überzeugung, dass man das Richtige tut - viele Tore schießen, die Menschen begeistern.

Ich fürchte: In unserer ergebnisorientierten Gesellschaft wird dies nur so lange als positiv empfunden, wie der Welpenschutz für Roger Schmidt, den mutigen Novizen, gilt.

Tag eins nach dem Götze-Lewandowski-Frust

Mit den Bayern und Borussia Dortmund sind die üblichen Verdächtigen der Werkself auf der Spur. Allerdings war dies Schwarz-Gelb an diesem Samstag reichlich egal. Dass überhaupt anderswo noch Fußball gespielt wurde, bekam man rund um den Borsigplatz - der in nicht allzu ferner Zeit ganz sicher in "Klopp-Kagawa-Platz" umbenannt wird - gar nicht mit. Das traumhafte und glückliche Ende der Kampagne "Free Shinji" wurde frenetisch bejubelt, der kleine Japaner zauberte eine Stunde, als sei er nie weg gewesen. Das 3:1 gegen den SC Freiburg war so vielleicht etwas wie ein neuer Anfang für die Borussia nach all dem Frust um Mario Götze und Robert Lewandowski.

Karlheinz Rummenigge ortete Ende der Woche Nationalismus, ja Rassismus in deutschen Redaktionsbüros, watschte so die Kritiker der Kaderzusammenstellung der Bayern unter Pep Guardiola ab. So nebenbei: Rassismus, Herr Rummenigge, ist sicherlich ein Problem unserer Gesellschaft. Aber sicherlich keines, das ein deutscher Journalist mit einem spanischen Profi hätte. Was Sie missverstanden haben, waren ganz einfache Fragen nach der Zusammenstellung des Kaders. Ach ja: Die Bayern hielten sich routiniert und mit nur zwei Spaniern in der Aufstellung an den strauchelnden Stuttgartern schadlos.

Keller ist nicht allein

Deren aktuelle Lage, die der Schalker und der Berliner natürlich inspiriert dazu, so zu enden, wie wir begonnen haben - mit einem Reim: "Herr Keller, Sie sind nicht allein - der Veh und der Luhukay sind auch dabei!" Der ist auch nicht gut. Aber er trifft es.

PS: Das Spitzenspiel in Paderborn zwischen dem SC Paderborn und dem 1. FC Köln endete 0:0. Nach 20 Minuten Tempo merkten die beiden Teams plötzlich, dass sie Respekt vor einander haben. Und ein Punkt besser ist als keiner. Auch das trifft es. Aber es gefiel nicht.

Frank Lußem

Bilder des Spieltages
1. Bundesliga, 2014/15, 3. Spieltag
1. Bundesliga, 2014/15, 3. Spieltag
Angespannt

Hamburgs Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersiorfer vor dem Nordderby in Hannover.
© Getty Images

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