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10.07.2014, 14:27

DFL-Geschäftsführer hofft auf das Einlenken der Klubs

Vorbild Niederlande: Rettig glaubt an den Videobeweis

Freistoß-Spray, Torlinientechnologie - der Fortschritt im Profi-Fußball ist nicht aufzuhalten, wie die WM 2014 in Brasilien zeigt. Kritisch stehen die Funktionäre hingegen dem Videobeweis gegenüber - noch. Bei einem Treffen mit dem kicker erklärt DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, wie er für mehr Gerechtigkeit im Fußball sorgen will. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei ein Video-Referee in einem Ü-Wagen ein.

Andreas Rettig
Verfolgt neue Pläne in Sachen Videobeweis: DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig.
© imagoZoomansicht

Unmittelbar vor der WM weilte Sepp Blatter bei einem FIFA-Kongress in Sao Paulo. Überraschend machte er den Videobeweis auf der Veranstaltung zum Thema. "Warum geben wir den Trainern nicht die Möglichkeit, zwei Entscheidungen anzuzweifeln, wenn sie anderer Meinung sind", fragte der 78-Jährige in die Runde.

Entsprechende Möglichkeiten gibt es bereits in diversen Sportarten, sei es beim Hockey, Eishockey oder American Football. Für Rettig ist diese Form der Überprüfung hingegen keine Option. Er will nicht, dass es zu einer Art Auszeit kommt, und so richtet sich Rettigs Blick vielmehr in die Niederlande, wo der Fußballverband KNVB in der vergangenen Saison ein Pilotprojekt startete.

Die Idee: Ein fünfter Schiedsrichter sitzt in einem Übertragungswagen, in dem er das Spiel auf einem Monitor verfolgt. Bei strittigen Entscheidungen sieht er die Szenen binnen Sekunden gleichzeitig aus neun Blickwinkeln und kann per Funk Kontakt zum Schiedsrichter aufnehmen, was derzeit aber noch verboten ist.

Entscheidung innerhalb von 15 Sekunden

Gemessen wurde die Zeit, die der Video-Referee benötigte, um zu einer Entscheidung zu kommen. Rettig erläutert: "Entscheidend ist, dass der Charakter des Spiels nicht verloren geht und der Schiedsrichter der Souverän auf dem Platz bleibt. Er trifft die letzte Entscheidung. Die Videotechnik übernimmt eine zusätzliche Assistentenfunktion. Der niederländische Antrag sieht vor, dass es innerhalb von 15 Sekunden zu einer Entscheidung kommen muss. Es geht also darum, offensichtliche Fehlentscheidungen zu minimieren. Das ist die Motivation. Eine 100-prozentige Gerechtigkeit wird es nie geben können."

Im Idealfall bekommen die Zuschauer im Stadion und vor dem Fernseher nichts davon mit, dass der Schiedsrichter über sein Headset informiert wird. Ein Beispiel: Übersieht der Schiedsrichter einen Ellenbogenschlag, kann der Video-Referee in der Zeit, in der die Spieler mit dem Schiedsrichter diskutieren, für Klarheit sorgen. Ähnlich sieht es bei Abseitsentscheidungen aus. "Hätten wir bei der WM schon diese Unterstützung gehabt, wären viele falsche Entscheidungen sicherlich nicht getroffen worden. Zum Beispiel wären im Spiel Mexiko gegen Kamerun die beiden Tore wegen vermeintlicher Abseitsstellung höchst wahrscheinlich anerkannt worden", glaubt Rettig.

International Board muss grünes Licht geben

Neues Entscheidungszentrum? Blick in das Innere eines Ü-Wagens.
© imago

Spruchreif ist allerdings noch nichts. Zum einen muss das International Football Association Board (IFAB), das über Vorschläge zu Änderungen der Spielregeln berät und entscheidet, dem niederländischen Antrag grünes Licht geben. Zum anderen müsste eine Mehrheit der 36 Profiklubs in Deutschland dafür stimmen. Daran scheiterte kürzlich schon die Einführung der Torlinientechnik, 24 Vereine waren dagegen. Doch diesmal ist Rettig zuversichtlicher. "Das Hauptargument der Kritiker der Torlinientechnologie war, dass durch so ein System nur fünf Prozent der strittigen Entscheidungen aufgeklärt werden. Deshalb haben sich vor allem in der 2. Liga viele Vereine gefragt: Soll ich so viel Geld in die Hand nehmen, um am Ende fünf Prozent mehr Gerechtigkeit zu haben?" Der Videobeweis aber könnte weitaus mehr Fehlentscheidungen verhindern.

Welche Kosten auf die Vereine zukämen, kann Rettig noch nicht beziffern. Offen ist auch, wann der Video-Referee eingeführt werden könnte, sollte es grünes Licht geben. Im August wird das Thema in einer Sitzung des Liga-Vorstandes diskutiert, im September soll es bei der Manager-Tagung auf die Agenda kommen.


"Rettigs Vision: Die Video-Revolution": Lesen Sie die gesamte Reportage von Julian Franzke in der aktuellen Ausgabe des kicker-Sportmagazins.

 

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