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18.06.2014, 17:54

HSV: Slomka versteht Kühnes Kritik als Motivation

Besonnener Slomka will Calhanoglu helfen

Nach der Krisensaison und dem gerade noch abgewendeten Abstieg war man in Hamburg voller Hoffnung, es in der neuen Spielzeit besser zu machen und wieder in ruhigere Gefilde zu segeln. Allerdings folgte kurz vor Beginn des Trainingsauftakts der große Schock: Jungstar Hakan Calhanoglu wurde von einer Psychologin für vier Wochen krankgeschrieben. Derweil holte Investor Klaus-Michael Kühne zum Rundumschlag aus.

Hakan Calhanoglu
Wurde bis zum 1. Juli krankgeschrieben: Hakan Calhanoglu.
© imagoZoomansicht

Der 20-jährige Calhanoglu war am Dienstagnachmittag in Heidelberg, um sich bei einer Spezialistin für Neurologie und Psychologie behandeln zu lassen. Das Ergebnis der Untersuchung war eine Krankschreibung bis zum 15. Juli, die er am Abend noch den Hamburgern zukommen ließ. Beim HSV reagierte man besonnen. "Wir sind nun aufgefordert, ihm jedwede Hilfe zu geben, die er braucht", sagte HSV-Coach Mirko Slomka und warnte ausdrücklich davor, sich irgendwelchen Spekulationen hinzugeben. Kapitän Rafael van der Vaart meinte, dass er Calhanoglu als Jungen kennt, der "immer nur Fußball spielen" möchte und lobte so explizit den Charakter des Jungstars.

Welche Probleme Calhanoglu genau hat, ist nicht bekannt, allerdings war der Jungprofi zuletzt vor allem in den Sozialen Medien massiv angefeindet worden. Auslöser war sein Wechselwunsch nach Leverkusen, wegen dem er dann - auch über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus - beschimpft wurde.

Bayer Leverkusen hat starkes Interesse am treffsicheren Mittefeldspieler (elf Tore) bekundet, möchte diesen so schnell wie möglich ins Rheinland holen und hat dem HSV bereits ein Angebot unterbreitet. Und auch Calhanoglu hatte seinen Wechselwunsch klar geäußert. Doch Hamburg blieb bisher hart und pocht auf die Einhaltung des bis 2018 laufenden Vertrages. Das hatte der amtierende Sportchef Oliver Kreuzer nach einem Gespräch mit Calhanoglus Berater, Bektas Demirtas, verdeutlicht: "Er hat mir klar signalisiert, dass der Wunsch des Spielers unverändert ist. Und ich habe ihm mitgeteilt, dass sich an unserer Haltung auch nichts verändert hat."

Slomka konnte zum Trainingsauftakt am Mittwoch Calhanoglu demnach nicht begrüßen, ebenso wenig die WM-Fahrer Johan Djourou (Schweiz) und Milan Badelj (Kroatien) sowie die verletzten Slobodan Rajkovic, Maximilian Beister und René Adler. Ferner wechselte Innenverteidiger Lasse Sobiech, der unter Slomka keine echte Perspektive beim Bundesliga-Dino hatte, auf Leihbasis zum Stadtrivalen FC St. Pauli, um in der 2. Liga Spielpraxis zu sammeln. Dafür durften die 500 Zuschauer, die zum "Aufgalopp" gekommen waren, bei strahlendem Sonnenschein Rückkehrer Artjoms Rudnevs begutachten.

Kühne holt zum Rundumschlag aus

Schelte gab es zudem noch von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne (77). In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt holte dieser zum Rundumschlag aus und forderte zahlreiche Köpfe. Kühne sprach sich vor allem auch gegen den Verbleib von Slomka als Trainer aus. "Als Privatmann und HSV-Fan kann ich nur sagen, dass ich an diesen Trainer nicht glaube. Er hat in der Endphase der Saison keine Punkte geholt, er hat wahnsinniges Glück gehabt, dass der Abstieg verhindert wurde", so der 77-Jährige, der die Entscheidung über Slomkas Zukunft aber bei Dietmar Beiersdorfer sieht, der als neuer Vorstandschef "die ideale Lösung" ist. Slomka erklärte daraufhin, dass er Kühnes Aussagen "als Motivation versteht" und sich keineswegs angegriffen fühlt.

Als Privatmann und HSV-Fan kann ich nur sagen, dass ich an diesen Trainer nicht glaube.HSV-Investor Klaus-Michael Kühne

Lob erhielt auch Jens Lehmann, den Kühne gerne beim HSV sehen würde, weil er "intelligent ist und sich im Fußball auskennt" - welche Position Lehmann, der weder als Trainer noch im Fußball-Management bisher gearbeitet hat, in Hamburg bekleiden soll, das weiß Kühne allerdings nicht und möchte das auch nicht entscheiden. So sehr sich der Unternehmer für Lehmann ausspricht, so sehr ist er für einen Weggang von Rafael van der Vaart, dessen Transfer nach Hamburg er einst realisiert hatte. "Ich glaube, das Hamburger Umfeld ist für ihn zu schwierig geworden, er hilft uns nicht mehr weiter. Wenn es da eine Scheidung im fußballerischen Sinne geben würde, fände ich das die beste Lösung." Van der Vaart selbst sieht das anders und richtet seinen Blick nach vorne, wohlwissend, dass "wir vieles besser machen müssen."

Außerdem gab es auch kritische Äußerungen in Richtung Carl-Edgar Jarchow, von dem er nicht erwartet hatte, "dass er so hartnäckig an seinem Amt festhält." Kurz gefasst: Kühne möchte einen kompletten Neuanfang beim HSV, ohne Jarchow, Sportdirektor Oliver Kreuzer ("Ich finde, dass er bei seinem Amtsantritt jede Menge Baustellen vorgefunden hat, die er bewältigen musste. Und das hat er nicht geschafft"), van der Vaart und Slomka. Wen er sich als neuen Trainer vorstellt, das ließ Kühne offen, sagte nur soviel: "Gute Trainer sind nicht irgendwo bei Karstadt zu kaufen, sondern man muss sie überzeugen, nach Hamburg zu kommen. Und das ist sehr schwierig, so lange es hier diese Störfeuer gibt."

18.06.14
 

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