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16.05.2014, 14:12

HSV steht nach torlosem Remis mit dem Rücken zur Wand

"Warum sollen wir nicht in Fürth treffen?"

Hängende Köpfe auf der einen, erhobene Häupter auf der anderen Seite: Die Spielerreaktionen nach dem ersten Relegationsduell zwischen dem Hamburger SV und Greuther Fürth sprachen Bände. Beim torlosen Remis in der Hansestadt überraschten die Franken mit einem forschen und beherzten Auftritt, während die Slomka-Elf zu zaghaft agierte. Am Sonntag fällt die Entscheidung in Fürth. Eine Portion Realitätsferne und eine Horrorbilanz lassen einen Hamburger Triumph fragwürdig erscheinen.

Die Uhr läuft - aber wie lange noch? Der Druck auf den HSV ist nach dem Hinspiel gegen Greuther Fürth weiter gewachsen.
Die Uhr läuft - aber wie lange noch? Der Druck auf den HSV ist nach dem Hinspiel gegen Greuther Fürth weiter gewachsen.
© imagoZoomansicht

Der eine oder andere dürfte seinen Ohren kaum getraut haben, was Pierre-Michel Lasogga da sagte. Schwer sei es gegen die Fürther gewesen, denn sie hätten sich nur "hinten reingestellt und auf Konter gelauert", erklärte der HSV-Stürmer im Brustton der Überzeugung.

Eine sehr eigenwillige Sichtweise, denn phasenweise war es genau anders herum. In einigen Phasen dominierte der Zweitligist die Begegnung sogar, erst in den Schlussminuten versuchte der Bundesliga-Dino zum Angriff zu blasen. Heraus kam allerdings nur ein laues Lüftchen. Zugegeben: Die Statistiken sprechen sogar minimal für den HSV. 57 Prozent Ballbesitz erarbeitete sich die Heimmannschaft, in der Torschussstatistik (15:12 für den HSV) und in Sachen Zweikämpfen (52 Prozent für Greuther Fürth) hielten sich die Teams jedoch annähernd die Waage. Gekontert? Ja. Hinten reingestellt? Sicherlich nicht.

Kramer: Wir hätten mehr mitnehmen müssen

Dass die Franken den besseren Eindruck hinterließen, daran gab es jedenfalls keine zwei Meinungen - denn sie hatten schlicht die besseren und - im Gegensatz zum HSV - auch herausgespielte Chancen. Vor allem Ilir Azemi war ein ständiger Unruheherd, der SpVgg-Angreifer agierte allerdings im Abschluss häufig unglücklich oder kam einen Tick zu spät. Es waren wohl auch diese Handvoll Szenen seines Mittelstürmers, an die Trainer Frank Kramer dachte, als er sagte: "Der Ertrag war nicht so wie der Spielverlauf. Wir hätten mehr mitnehmen müssen."

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Die Verkrampfung beim HSV, sie ist nur allzu verständlich. Woher sollen die Hamburger auch das Selbstvertrauen ziehen nach fünf Ligapleiten in Folge? Auch die jüngsten Unruhen um die Zukunft von Hakan Calhanoglu dürften nicht gerade hilfreich gewesen sein, der Zeitpunkt habe Manager Oliver Kreuzer laut eigener Aussage "überrascht". Und dann ist da natürlich auch noch die Erwartungshaltung. "Der Druck kommt hinzu, das macht es komplizierter", gestand Marcell Jansen, mit dessen Einwechslung in der 60. Minute immerhin noch ein wenig Schwung ins HSV-Spiel kam. Obwohl man Hamburg derzeit als eine Stadt in Angst bezeichnen muss, war den Fans jedoch nichts vorzuwerfen. Der Chorgesang Tausender Anhänger ("Immer 1. Liga") sorgte für ein Gänsehautgefühl in der Imtech Arena.

Slomkas erschreckende Auswärtsbilanz

90 Minuten bleiben dem HSV noch. Ein Treffer muss am Sonntag (17 Uhr, LIVE! auf kicker.de) für die Mission Klassenerhalt allerdings irgendwie her, will man dem Nervenspiel Elfmeterschießen entgehen. "Wir haben in der Bundesliga auswärts eigentlich immer getroffen. Warum sollten wir nicht in Fürth treffen?", fragte Trainer Mirko Slomka. Die Stimmung in der Kabine sei jedenfalls "sehr kämpferisch" gewesen. Die nackten Fakten sind aber nun einmal kaum motivierend. Neun Auswärtspartien in Folge konnte der HSV nicht gewinnen. Slomka selbst ist auf fremden Plätzen seit mehr als einem Jahr sieglos. Sein letzter Erfolg datiert aus dem April 2013. Gegner seiner damaligen Mannschaft Hannover 96 waren immerhin ebenjene Greuther Fürther.

Die sprechen nicht miteinander. Das ist eine leblose Mannschaft.Uli Stein über den Hamburger SV

Doch nicht einmal gestandene HSV-Urgesteine können sich vorstellen, dass die Hamburger die ominöse Uhr weiter am Laufen halten. "Beim HSV gibt es keine Führungsspieler. Die sprechen nicht miteinander. Das ist eine leblose Mannschaft", schimpfte Uli Stein, der dafür die Kleeblättler über den grünen Klee lobte. "Die hatten Spaß am Spiel, der HSV nicht." Am meisten habe ihn erschrocken, "dass der Zweitligist mehr Kondition hatte als der Erstligist".

Das Positivste sei laut Stein noch das Ergebnis gewesen. Daraus schöpft auch Lasogga seine Hoffnung. "Es ist noch nichts passiert", protestierte der Stürmer. "Wir sind voller Überzeugung, dass wir das Ding in Fürth ziehen." Realitätsfern oder realistisch? Das wird sich am Sonntag herausstellen.

Bundesliga-Relegation, 2013/14, Relegation
Hamburger SV - SpVgg Greuther Fürth 0:0
Hamburger SV - SpVgg Greuther Fürth 0:0
Knapp vorbei gesprungen

Impressionen aus dem Hinspiel: Ersatzkeeper Jaroslav Drobny fängt den Ball vor Fürths Ilir Azemi ab.
© picture alliance

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weitere Infos zu Lasogga

Vorname:Pierre-Michel
Nachname:Lasogga
Nation: Deutschland
Verein:Hamburger SV
Geboren am:15.12.1991

weitere Infos zu Slomka

Vorname:Mirko
Nachname:Slomka
Nation: Deutschland

Vereinsdaten

Vereinsname:Hamburger SV
Gründungsdatum:29.09.1887
Mitglieder:75.722 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Anschrift:Sylvesterallee 7
22525 Hamburg
Telefon: (040) 41551887
Telefax: (040) 41551234
E-Mail: info@hsv.de
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