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11.05.2014, 16:20

Mainz: Zusammenarbeit mit dem Trainer ist beendet

Heidel: Keine Freigabe für Tuchel

Die Zusammenarbeit von Mainz 05 und seinem Trainer Thomas Tuchel ist beendet. Das gab Manager Christian Heidel auf einer Pressekonferenz bekannt. Allerdings wird der FSV den noch bis 2015 gültigen Vertrag nicht auflösen. Eine Freigabe für einen anderen Verein werde es, so Heidel, nicht geben. Schmutzige Wäsche wurde aber nicht gewaschen.

Christian Heidel
Sucht nach einer Lösung aus dem Dilemma: Mainz-Manager Christian Heidel.
© imagoZoomansicht

"Ich hätte mir sehr gewünscht, dass das heute unsere Bilanz-Pressekonferenz einer sehr erfolgreichen Bundesliga-Saison sein könnte", so Heidel. Leider trete nun der sportliche Erfolg gegenüber den aktuellen Ereignissen in den Hintergrund. Heidel bedankte sich bei Tuchel und seinem Trainerteam für die geleistete Arbeit. Heidel: "Es gibt keinen Krach zwischen Tuchel und mir."

Nach dem 3:2 gegen den Hamburger SV, durch das sich Mainz den siebten Platz und die Teilnahme an der Europa League gesichert hatte, habe sich Tuchel bereits mit bewegenden Worten von der Mannschaft verabschiedet. Wie es nun von juristischer Seite weitergehe, sei - so Heidel - nun offen. Er sprach von einem "Novum". Tuchel hatte 2012 seinen Vertrag vorzeitig bis 2015 verlängert. Alle Planungen im Verein seien auf eine Zusammenarbeit bis zu diesem Zeitpunkt ausgerichtet gewesen. Heidel: "Wir haben Tuchel jeden Wunsch erfüllt."

Tuchel war selber nicht auf der Pressekonferenz anwesend. Heidel habe dies nicht gewollt und ihm stattdessen geraten, sich schriftlich zu erklären. Angestrebt sei nun eine Vereinbarung, nach der "wir uns noch in die Augen schauen können". Nach Lage der Dinge laufe es wohl auf ein Jahr unbezahlten Urlaub oder auf einen Auflösungsvertrag hinaus - allerdings mit der Maßgabe, dass Tuchel in dieser Zeit nicht für einen anderen Verein aktiv werde.

Tuchel hatte Heidel zufolge schon im Januar - einen Tag vor der Partie gegen den VfB Stuttgart - verkündet, ab Sommer nicht länger für den Verein tätig sein zu wollen. Er habe den Eindruck, dass sein Anteil am Erfolg der Mannschaft kleiner werde und er dem Team nichts mehr hinzufügen könne. Nach weiteren Gesprächen sei Heidel dann vor vier Wochen endgültig bewusst geworden, dass die Entscheidung von Tuchel unumstößlich sei und sich die Wege trennen würden. Heidel: "Wir wollten dies nicht der Öffentlichkeit mitteilen. Dass so etwas erst am Samstag durchsickerte, ist ungewöhnlich, allen Beteiligten, die eingeweiht waren, möchte ich dafür herzlich danken". Die Mannschaft sollte nicht durch die Pläne des Trainers verunsichert werden.

Dass Tuchel auch - wie inzwischen bekannt wurde - mit anderen Vereinen Gespräche geführt habe, habe ihn überrascht. Man habe dies aber bereits vor einiger Zeit offen besprochen. "Damit ist es für mich geklärt." Es habe ihn natürlich nicht gefallen, hatte aber auf die tägliche Zusammenarbeit keinen Einfluss.

Konkret nannte Heidel auf Nachfrage Kontakte von Tuchel zu Bayer Leverkusen ("Mit Rudi Völler ist alles geklärt") und Schalke 04. Horst Heldt habe er zu einer Verpflichtung von Tuchel geraten, denn er sei ein hervorragender Trainer. "Allerdings erst ab 2015." Für 2014 würde es definitiv keine Freigabe geben.

Nun müsse ein Coach gefunden werden, der hundertprozentig zu Mainz 05 passt. "Das schränkt den Kandidatenkreis ein." Und fügte schmunzelnd hinzu: "Wir sind auf einem guten Weg." Auch im übrigen Trainerteam werde es dann möglicherweise Änderungen geben. Zumindest Co-Trainer Arno Michels habe angekündigt, "den Weg von Thomas Tuchel zu gehen".

Nach der Pressekonferenz von Heidel äußerte sich dann auch Tuchel in einer schriftlichen Mitteilung. Seine Darstellung entspricht dabei im Wesentlichen der von Heidel. Schon im Herbst habe er die Entscheidung getroffen, "dass die Saison 2013/2014 meine letzte Saison als Trainer von Mainz 05 sein wird". Er habe um Auflösung seinen Vertrages gebeten und bedauert, dass es bisher nicht zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sei. Gespräche mit anderen Vereinen seien nie so weit gekommen, dass er um eine Freigabe habe bitten müssen.

 

kicker

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