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27.04.2014, 21:49

"Fohlen" träumen von der Königsklasse

Rekord! Gladbach begeht auf Schalke nur ein Foul

Es lief die 90. Minute, Roel Brouwers zupfte kurz am Trikot von Klaas Jan Huntelaar. Schalke 04 erhielt einen Freistoß nahe der Mittellinie. Das Besondere daran? Es war das einzige Foul von Borussia Mönchengladbach im gesamten Spiel. Damit stellten die "Fohlen" einen neuen Bundesliga-Rekord auf - und träumen ganz nebenbei von der Königsklasse.

Die Gladbach-Profis jubeln nach dem Schlusspfiff auf Schalke mit den eigenen Fans
Fair geht vor: Die Profis von Borussia Mönchengladbach feiern nach dem Spiel auf Schalke mit ihren Fans.
© imago

Nur ein Foul in 90 Minuten plus Nachspielzeit: Seit die Bundesliga-Daten detailliert erfasst werden, hat es das nicht gegeben. Zum Vergleich: Der zweitbeste Wert am 32. Spieltag waren die sechs Fouls von Mainz beim 2:0 gegen Nürnberg. Ob es was damit zu tun hatte, dass Granit Xhaka (zehn Gelbe Karten, eine Gelb-Rote) gesperrt fehlte, bleibt eine Vermutung. In der Fairplay-Tabelle 2013/14 liegt die Borussia trotz der Karten-Sammlung des Schweizers hinter Bayern und Dortmund auf Rang drei.

Fakt ist: Den neuen Fairness-Spitzenwert erarbeiteten sich die Gladbacher am Sonntagabend auf Schalke nicht, weil sie körperlos in die Zweikämpfe gingen, er war vielmehr Ausdruck einer konzentrierten, abgeklärten Auswärtsleistung. "Bis auf Distanzschüsse oder Abschlüsse nach Standardsituationen haben wir nicht viel zugelassen", bilanzierte Abwehrchef Martin Stranzl nach dem ersten Sieg auf Schalke seit 1992 zufrieden.

Das ist heute fast ein bisschen wie Weihnachten.Tony Jantschke

Vorzuwerfen war den "Fohlen" lediglich, dass sie nicht nachlegten, nachdem Patrick Herrmann mit seinem schwächeren linken Fuß ebenso wuchtig wie sehenswert das Führungstor besorgt hatte (35.). "Es war schwer, aber verdient", fand Trainer Lucien Favre, Sportdirektor Max Eberl sprach von einem "harten Stück Arbeit".

Der Lohn: Die Europa-League-Qualifikation ist gesichert, zumindest zu "99,7 Prozent" (Eberl), und es kann noch mehr werden: Der Vierte Leverkusen ist nur drei Punkte entfernt, die Tordifferenz vielversprechend. Sich Mainz vom Leib halten und Wolfsburg überholen - das können die "Fohlen" selbst in die Hand nehmen. Es sind die letzten beiden Gegner.

"Jetzt haben wir Blut geleckt", sagt Eberl mit Blick auf die Königsklasse, von der die Gladbach-Fans schon nach der Hinrunde (Platz 3) geträumt hatten. Mancher zog am Sonntag schon mal eine Zwischenbilanz: "Heute ist ein Riesentag für Borussia", schwärmte Tony Jantschke auf der Borussen-Website. "Wenn man sieht, was wir hier in den letzten dreieinhalb Jahren aufgebaut haben, ist das heute fast ein bisschen wie Weihnachten."

1. Bundesliga, 2013/14, 32. Spieltag
FC Schalke 04 - Bor. Mönchengladbach 0:1
FC Schalke 04 - Bor. Mönchengladbach 0:1
Konkurrenten im Dialog

Schalkes Manager Horst Heldt und Gladbachs Coach Lucien Favre
© Getty Images

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