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05.04.2014, 22:24

Stuttgart: Extralob für Ulreich - VfB atmet auf

Nur Ibisevic verspielt seinen Kredit

"Solange wir gewinnen, ist alles okay": Der VfB Stuttgart steht fünf Spieltage vor Saisonende wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Beim 2:0 gegen den SC Freiburg war die entscheidende Szene aber kein Tor, sondern eine Parade. Für Ärger sorgten die Pfiffe gegen Stürmer Vedad Ibisevic.

Vedad Ibisevic im Heimspiel gegen den SC Freiburg
Torschüsse? Fehlanzeige: VfB-Stürmer Vedad Ibisevic lief auch gegen Freiburg seiner Form hinterher.
© imagoZoomansicht

Nicht nur Alexandru Maxim musste an diesem Samstag an den vorletzten denken: Wie schon beim 1:0 gegen den Hamburger SV fand der VfB Stuttgart gegen einen direkten Konkurrenten nur schleppend ins Spiel, wackelte bis zum Schluss immer wieder in der Defensive und ging doch als Sieger vom Feld, weil ebenjener Maxim seine Jokerrolle mit einem Tor ausfüllte. "Das 1:0 war eine Befreiung", sagte Trainer Huub Stevens nach dem 2:0 gegen Freiburg.

Neu war diesmal allerdings: Der Zitter-Heimsieg war aller spielerischen Unzulänglichkeiten zum Trotz vollauf verdient, gleich dreimal scheiterte der VfB am Aluminium. Auch Freiburgs Trainer Christian Streich, der Kapitän Julian Schuster (Gelbsperre) und Innenverteidiger Pavel Krmas (Zerrung im Adduktorenbereich; fehlt auch gegen Braunschweig) schwer vermisste, sah die Hausherren "den Tick besser".

Stevens hebt Ulreich hervor

Will man diesen Tick personalisieren, hieße er wohl Sven Ulreich. Schwer zu erklären, wie der VfB-Schlussmann nach einer Ecke in der 78. Minute Matthias Ginters Kopfball aus dem Eck fischen konnte. Eine Weltklasse-Parade mitten in der Gäste-Drangphase, eingerahmt von Rettungsaktionen gegen Felix Klaus und Admir Mehmedi kurz zuvor und kurz danach. "Ich muss Sven ein Dankeschön sagen", hob Stevens seine Nummer eins hervor. "Er hat bravourös gehalten."

Kaum auszudenken, was andernfalls passiert wäre. "Ein anderes Ergebnis hätte große Schwierigkeiten bedeutet", war Christian Gentner bewusst, Platz 17 nämlich und ein mindestens fünf Punkte entfernter SC Freiburg. Entsprechend zurückhaltend ordneten alle Beteiligten den siebten Saisonsieg ein. "Wir stecken immer noch sehr tief drinnen", mahnte Torschütze Martin Harnik. "Das war nur ein kleiner Schritt", stellte Stevens klar.

Kommenden Spieltag, wenn der VfB zu den heimstarken Gladbachern muss und Hannover und der HSV sowie Freiburg und Braunschweig die Punkte unter sich ausmachen, kann sich die Lage im "Ländle" schließlich schon wieder verdunkeln. "Es ist keine Zeit zum Feiern", folgert Ulreich, der schon gegen Dortmund (2:3) überragt hatte.

"Unpassend": Gentner kritisiert die Pfiffe gegen Ibisevic

Von Harmonie ist man in Stuttgart ohnehin noch ein kleines Stück entfernt, gegen 16.47 Uhr war es am Samstag sogar ein großes: Als Vedad Ibisevic nach 18 Ballkontakten und null Torschüssen ausgewechselt wurde, ließen nicht wenige der 58.500 Zuschauer ein lautstarkes Pfeifkonzert ertönen.

Der Bosnier, nach seiner Fünf-Spiele-Sperre ohne Form zurückgekehrt (kicker-Noten 5,0, 5,5 und 4,5), scheint den Kredit bei den VfB-Fans, den er sich mit 33 Toren und 15 Assists in 69 Bundesliga-Spielen erarbeitet hat, aufgebraucht zu haben. Viele werfen ihm Lustlosigkeit vor. Derzeit ist völlig offen, ob er in Gladbach eine erneute Chance bekommt - geschweige denn, wie es nach einem Abstieg mit ihm weitergehen würde.

Wahler lobt Feuerwehrmann Stevens

"Ich finde es nicht gut", kritisierte Kapitän Gentner die Pfiffe vom eigenen Anhang. "Ich finde es in der Situation einfach nicht passend, wir brauchen alle und jeden." Trotzdem war der Effekt des Doppel-Wechsels - für Ibisevic und Daniel Didavi kamen Timo Werner und Maxim - derart offensichtlich, dass Stevens dafür ein Extralob seines Präsidenten einstrich. "Die Einwechslungen haben eine wichtige Rolle gespielt", wird Bernd Wahler auf der VfB-Website zitiert. "Huub Stevens ist ein absoluter Vollprofi."

In Stuttgart hoffen sie, mit der nicht unumstrittenen Installation des niederländischen Feuerwehrmannes am Ende Recht zu behalten, also drinzubleiben. Stemmt sich einer wie Ulreich auch in den nächsten Wochen gegen das Nervenflattern, kommt einer wie Maxim weiterhin mit so viel Esprit von der Bank, dann kann Stevens' abwartender Stil erfolgreich sein. Das zeigte das 2:0 gegen Freiburg. Oder, wie es Werner vereinfacht: "Solange wir gewinnen, ist alles okay."

1. Bundesliga, 2013/14, 29. Spieltag
VfB Stuttgart - SC Freiburg 2:0
VfB Stuttgart - SC Freiburg 2:0
Shake-Hands

Freundschaftlich gingen Christian Streich und Huub Stevens vor dem Abstiegsderby zwischen dem VfB und dem SC miteinander um.
© picture alliance

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zum Thema

weitere Infos zu Ibisevic

Vorname:Vedad
Nachname:Ibisevic
Nation: USA
  Bosnien-Herzegowina
Verein:Hertha BSC
Geboren am:06.08.1984

weitere Infos zu Ulreich

Vorname:Sven
Nachname:Ulreich
Nation: Deutschland
Verein:Bayern München
Geboren am:03.08.1988

weitere Infos zu Maxim

Vorname:Alexandru
Nachname:Maxim
Nation: Rumänien
Verein:VfB Stuttgart
Geboren am:08.07.1990