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05.04.2014, 11:00

Leverkusen trennt sich vom Finnen

Hyypiä muss gehen - Lewandowski übernimmt

Sami Hyypiä fuhr auf alles vorbereitet zur BayArena, das Wetter passte sich der Stimmung an. Strömender Regen erwartete ihn an seiner Arbeitsstätte - die ihn am Samstag zum letzten Mal in seiner Funktion als Trainer von Bayer Leverkusen sah. "Die dramatische Entwicklung der jüngsten Wochen ließ uns letztlich keine andere Wahl, als nun die Trennung herbeizuführen. Wir wollen und müssen alles versuchen, die Saison noch zu retten", begründete Sportdirektor Rudi Völler.

Sami Hyypiä
Abschiedsgruß: Die Pleite in Hamburg war der letzte Auftritt für Sami Hyypiä als Bayer-Coach.
© Getty ImagesZoomansicht

Nach der 1:2-Pleite in Hamburg reagierten die Bosse, der dramatische Niedergang (zuletzt nur ein Sieg aus zehn Spielen) soll nun von Sascha Lewandowski - in der vergangenen Saison noch Hyypiäs Partner - gestoppt werden. "Sascha hat bewiesen, dass er ein Toptrainer ist und uns schon einmal - nach dem Scheitern von Robin Dutt gemeinsam mit Sami Hyypiä - in einer kritischen Situation geholfen. Wir glauben fest daran, dass es ihm abermals gelingen wird", sagte Völler.

Sehr selbstkritisch äußerte sich Emir Spahic über ein soziales Netzwerk. "Heute ist kein guter Tag. Wegen unserer indiskutablen Leistung in der Rückrunde musste heute unser Coach zurücktreten. Danke Dir für Deine Unterstützung in meiner ersten Saison in Deutschland, Sami! Ich wünsche Dir alles Gute! Emir."

Zur neuen Saison soll ein neuer Trainer kommen, gehandelt werden Kandidaten wie der seit einem Jahr pausierende Thomas Schaaf (ehemals Werder Bremen) und Markus Weinzierl (FC Augsburg), Armin Veh (Eintracht Frankfurt) steht ebenso wenig auf der Liste wie Jos Luhukay (Hertha BSC Berlin).

Hyypiä hatte mit der Mannschaft einen fulminanten Saisonstart hingelegt, nach 17 Spieltagen stand Platz zwei mit 37 Punkten. Doch nach der Winterpause folgte der Einbruch, nahezu alle Stammspieler fielen sportlich und mental in ein tiefes Tal, dazu gesellte sich Pech mit Verletzungen (Kruse, Hegeler, Toprak, Reinartz, Sam) und beim Auftritt in Hamburg eine Schiedsrichterleistung, die den Prozess von Hyypiäs Abschied beschleunigte. Zwei klare Elfmeter verwehrte Referee Dankert aus Rostock den Leverkusenern, deren Siegchance bei einer Führung ungleich größer gewesen wäre. Ein Dreier hätte die Situation befriedet, nun aber muss Bayer um das Verpassen aller Saisonziele fürchten - und greift zum bekannten Mittel der Trainerentlassung.

Diese Entscheidung ist uns mehr als schwer gefallen, denn Sami hat in den vergangenen zwei Jahren einen tollen Job gemacht.Sportdirektor Rudi Völler

"Nach reiflicher Überlegung und angesichts der anhaltenden Krise sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass zum jetzigen Zeitpunkt nur noch ein Wechsel in der Mannschaftsführung die dringend notwendige Wende herbeiführen kann", begründete Bayer 04-Geschäftsführer Michael Schade die Entscheidung, bedankte sich beim Finnen, schob aber hinterher. "Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir leider keine andere Möglichkeit mehr sehen, um das Ruder herumzureißen."

Die Spieler allerdings bleiben die gleichen und sie waren es letztlich, die Leverkusen in das Ergebnischaos abrutschen ließen. Der aktuelle Kader führt den Verantwortlichen brutal vor Augen, dass es vorne und hinten nicht reicht für höhere Ansprüche. Gut getarntes Mittelmaß treibt sich in Leverkusen um, die Erfolgsserie der Vorrunde ist längst vergessen. Die hoch bezahlten Mitläufer versteckten sich, je schlechter die Ergebnisse wurden. Außer Torwart Bernd Leno und Stürmer Stefan Kießling offenbarten alle Profis Defizite in der Einstellung, ganz zu schweigen davon, dass Spieler wie Giulio Donati, Roberto Hilbert, Emir Spahic, Eren Derdiyok ebenso überbewertet wurden wie die etablierten Gonzalo Castro, Sebastian Boenisch oder Sidney Sam.

Junge Spieler wie Heung-Min Son, Emre Can, Julian Brandt oder Levin Öztunali deuteten ihr Potenzial durchaus an - doch Champions-League-Träume darf man mit diesem Personal eben nicht hegen.

Eine Mischung aus Unerfahrenheit, Pech und zu viel Vertrauen in zu wenig Potenzial kosteten Sami Hyypiä letztlich den Job - es wird spannend zu beobachten, wie es in Leverkusen weitergeht.

Frank Lußem

1. Bundesliga, 2013/14, 29. Spieltag
Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Der HSV schlägt zurück

Heiko Westermann jubelt über sein 2:1.
© Getty Images

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Vereinsdaten

Vereinsname:Bayer 04 Leverkusen
Gründungsdatum:01.07.1904
Mitglieder:28.000 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Rot-Weiß-Schwarz
Anschrift:Bismarckstraße 122-124
51373 Leverkusen
Telefon: (02 14) 8 66 00
Telefax: (02 14) 8 66 05 12
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