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24.03.2014, 16:28

Stimmen zur Ablehnung der Torlinientechnik

Tuchel: "Eine völlig unverständliche Entscheidung"

Die Torlinientechnik kommt vorerst nicht nach Deutschland, die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit wurde auf der DFL-Mitgliederversammlung klar verfehlt. Mancher versteht es nicht "und will den Grund auch gar nicht wissen", andere halten die Entscheidung für "pragmatisch und basisdemokratisch". Die Stimmen aus der Bundesliga - und von Ex-Referee Herbert Fandel.

Thomas Tuchel
Kann das Votum der Profiklubs gegen die Einführung der Torlinientechnik nicht nachvollziehen: Thomas Tuchel.
© Getty ImagesZoomansicht

Christian Seifert (Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung): "Das ist ein demokratisches Votum, das es zu akzeptieren gilt. Der Grad der Professionalität der Bundesliga steht und fällt nicht mit einer Torlinientechnik. Die Bundesliga hat sich ihren Ruf ja auch ohne diese Technik erarbeitet. Es gibt auch in Europa kein einheitliches Bild. Es scheint sicher zu sein, dass Frankreich und Italien weiter auf Torrichter setzen."

Herbert Fandel (Vorsitzender der DFB-Schiedsrichterkommission): "Wir Schiedsrichter haben stets betont, dass wir die Einführung der Torlinientechnologie begrüßen würden, da sie die Unparteiischen bei der wichtigsten Entscheidung des Fußballs unterstützt und somit auch ein Stück weit aus der Kritik nimmt. Dass sich die Profivereine nunmehr mehrheitlich dagegen ausgesprochen haben, akzeptieren wir selbstverständlich. Allerdings hoffe ich, dass sich der ein oder andere nach dieser Entscheidung in Zukunft etwas schwerer tut, die Schiedsrichter für eine strittige oder falsche Entscheidung in diesem Bereich öffentlich zu kritisieren."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandschef Bayern München): "Als Demokraten haben wir das zu akzeptieren, aber wir vom FC Bayern bedauern dies. Wir werden in Zukunft weiter mit Fehlentscheidungen leben müssen. Es sollte dann aber auch nicht weiter darüber lamentiert werden."

Heribert Bruchhagen (Vorstandschef Eintracht Frankfurt): "Der Fußball soll überall unter gleichen Bedingungen gespielt werden. Es war eine pragmatische und basisdemokratische Entscheidung, die man zu akzeptieren hat. Ich glaube nicht, dass es ein Nein für alle Zeiten war."

Mirko Slomka (Trainer Hamburger SV): "Diese Frage ist für mich nicht ganz einfach zu beantworten, weil ich weiß, dass unser Vorstand sich dagegen ausgesprochen hat. Dies ist allerdings aus Kostengründen erfolgt. Ich persönlich bin tendenziell dafür, weil man doch wissen will, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht."

Thomas Tuchel (Trainer 1. FSV Mainz 05): "Für mich ist das eine völlig unverständliche Entscheidung. Den Grund dafür will ich gar nicht wissen und würde ihn auch nicht verstehen."

Ich bin ich dafür, aber der Verein sieht es anders.Schalke-Trainer Jens Keller

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "An dem Tag, an dem es bezahlbar ist und für alle leicht zu kriegen, an dem Tag, an dem es nicht in der Bundesliga wichtig scheint und in der zweiten und dritten Liga nicht, bin ich sofort dabei. Grundsätzlich halte ich alles, was es den Entscheidern leichter macht, für absolut sinnvoll."

Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): "Wir hätten es begrüßt, wenn die Torlinien-Technik eingeführt worden wäre. Aber es ist ein sehr kontroverses Thema und die nötige Mehrheit ist nicht zustande gekommen. Deshalb bleibt vorerst alles so wie es ist."

Jens Keller (Trainer Schalke 04): "Ich bin ich dafür, aber der Verein sieht es anders."

Horst Heldt (Sportvorstand Schalke 04): "Wir haben dagegen gestimmt, weil das System noch nicht ausgereift ist und es einen großen finanziellen Aufwand bedeutet. Wir können dieses Geld zwar aufbringen, andere Klubs aber nicht. Ich persönlich halte den Videobeweis für sinnvoller - nicht nur bei Torentscheidungen."

"Offenbar ist die Bundesliga noch nicht reif"

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Ich bin dafür, weil im Fußball eine Entscheidung Tor oder Nicht-Tor neben der sportlichen auch eine wirtschaftliche Bedeutung haben könnte. Wir geben so viel Geld in die Technik aus, da kann ich nicht einsehen, warum wir das bei so einer wichtigen Sache nicht machen. Wenn man diese Technik hinzuzieht, hat sie viel weniger Einfluss als beispielsweise die fünf Schiedsrichter in Champions-League-Spielen. Dies finde ich viel nerviger als eine Kamera. Dies ist aber alles unter der Voraussetzung, dass die Technik auch zu einhundert Prozent funktioniert."

Alexander Rosen (Sportdirektor 1899 Hoffenheim): "Es ist kein Geheimnis, dass wir klare Befürworter der Torlinientechnologie sind. Deshalb ist das Resultat der Abstimmung für uns natürlich enttäuschend. Offenbar ist die Bundesliga im Jahr 2014 noch nicht reif für dieses wichtige und richtige Instrument im modernen Profifußball, aber wir müssen das jetzt so akzeptieren."

Jörg Schmadtke (Geschäftsführer 1. FC Köln): "Wir standen dem Antrag positiv gegenüber. Das insgesamt klare Mehrheitsvotum der Mitgliederversammlung nehmen wir aber natürlich so hin."

24.03.14
 

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