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22.02.2014, 20:45

Stuttgart: Bobic fordert Trendwende

Niedermeier: "Genau so muss das weitergehen"

Lang, lang ist's her, dass der VfB Stuttgart siebenmal nacheinander als Verlierer vom Platz ging. Um genau zu sein: 1986/87 war das der Fall. Durch das 1:2 gegen Hertha BSC wurde dieser Negativrekord von den Schwaben nun eingestellt. Klar, dass Krisenstimmung herrscht: Der Gang in die Zweitklassigkeit droht! Daher ist es verständlich, dass es in Stuttgart emotional zugeht - und die Schwaben decken das Spektrum der Gefühle von enttäuscht bis hin zu kämpferisch ab.

Stuttgarter Profis nach dem 1:2 gegen Hertha BSC
Gedrückte Stimmung: Stuttgarter Profis nach dem 1:2 gegen Hertha BSC.
© Getty ImagesZoomansicht

Trainer Thomas Schneider erklärte, "wahnsinnig enttäuscht" zu sein, hob aber direkt die Moral der Mannschaft ins Rampenlicht: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt, sie hat alles reingeschmissen", so der 41-Jährige, der Schiedsrichter Robert Hartmann mitverantwortlich für die Niederlage macht: "Eine Fehlentscheidung hat uns auf die Verliererstraße gebracht, das Foul an Timo Werner kann man nicht übersehen." Gemeint hat er damit eine Szene in der 86. Minute, als ein vermeintliches Foulspiel am Stuttgarter Youngster nicht geahndet worden war und im Anschluss daran Boka seinerseits Langkamp zu Fall brachte. Aus eben diesem Freistoß entsprang dann das 2:1 von Sandro Wagner in der 87. Minute.

Die Schuld allein am Referee festzumachen, scheint aber zu leicht. Immerhin waren es die Schwaben selbst, die zweimal nach Standards Gegentore einsteckten. Das 1:0 von Levan Kobiasvili fiel nach einer Ecke (5.), Wagners Tor nach einem Freistoß. Gerade beim 2:1 stellt sich auch ein wenig die Qualitätsfrage. Die Abwehr ist das große Problem des VfB, das zeigt die jüngste Vergangenheit mehr als deutlich: In den vergangenen zehn Spielen setzte es immer mindestens zwei Gegentreffer. Richtige Packungen gab es zudem gegen Augsburg (1:4) und in Hoffenheim (1:4).

Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir das zusammen stemmen können.VfB-Coach Thomas Schneider

Trübsal blasen scheint in Stuttgart trotzdem nicht angesagt zu sein, dagegen sprach die Leidenschaft und Moral der Schwaben gegen Hertha. Von Resignation ist beim VfB daher keine Spur zu sehen. "Wir reißen uns den Arsch auf. Genau so muss das in den nächsten Wochen weitergehen", meinte Abwehrrecke Georg Niedermeier bei Sky: "Der VfB gehört nicht da unten hin. Und das muss man auch auf dem Platz sehen." Optimismus verbreitet auch Schneider: "Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir das zusammen stemmen können", so der 41-Jährige, der als Coach weitermachen will: "Ich bin keiner, der vor so einer Situation davon läuft", so Schneider, der "die absolute Rückendeckung" der Vereinsführung spürt: "Die Arbeit wird gesehen, auch wenn die Ergebnisse ausbleiben." Bisher stimmt das auch. Gebetsmühlenartig wiederholte Sportdirektor Fredi Bobic zuletzt, dass der Trainer das volle Vertrauen der Klubs genießt. Nun betonte er aber auch die Notwendigkeit einer Trendwende: "Wir müssen Spiele gewinnen", stellte er klipp und klar fest.

Bleibt aber die eine Frage: Reichen Einsatz, Laufbereitschaft und Wille am Ende für den Klassenerhalt? Das gilt es abzuwarten. Derzeit stehen die Schwaben zwar aufgrund der um ein Tor besseren Tordifferenz im Vergleich zum Hamburger SV noch über dem ominösen Strich auf Platz 15 der Tabelle. Doch im Gegensatz zum VfB sendete der HSV beim 3:0 über Borussia Dortmund unter Neu-Coach Mirko Slomka ein klares Signal an die Liga. Das müsste nun auch in Stuttgart unter Schneider erfolgen, denn eins ist auch klar: "Auf ewig gibt es in der Bundesliga generell keine Jobgarantie, das wäre völliger Quatsch. Da kennt jeder das Geschäft und die Mechanismen gut genug", stellte VfB-Präsident Bernd Wahler unlängst klar.

1. Bundesliga, 2013/14, 22. Spieltag
VfB Stuttgart - Hertha BSC 1:2
VfB Stuttgart - Hertha BSC 1:2
Zeit genommen

Begrüßte vor dem Spiel die kleinen Fans: VfB-Trainer Thomas Schneider.
© Getty Images

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22.02.14
 
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weitere Infos zu Schneider

Vorname:Thomas
Nachname:Schneider
Nation: Deutschland
Verein:VfB Stuttgart