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27.11.2013, 10:45

Zeichen gegen Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit

DFL unterzeichnet die "Berliner Erklärung"

Im Juli dieses Jahres wurde die "Berliner Erklärung", eine von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld initiierte Deklaration gegen Homophobie im Fußball, vorgestellt. Nun ist nach längerer Bedenkzeit auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) diesem Bekenntnis zu Vielfalt, Respekt und Akzeptanz beigetreten und setzt damit ein Zeichen gegen Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit.

"Weltoffenheit und Toleranz müssen Markenzeichen der Bundesliga sein": Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball.
"Weltoffenheit und Toleranz müssen Markenzeichen der Bundesliga sein": Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball.
© Getty ImagesZoomansicht

Unterzeichner der "Berliner Erklärung" erklären insbesondere, sich aktiv gegen Homophobie auf allen Ebenen des Sports einzusetzen. Von den 36 Mannschaften der Bundesliga und der Zweiten Liga hatten es anfangs bei weitem nicht alle unter die Erklärung geschafft. Lediglich der SV Werder Bremen, der FC Bayern München, Hannover 96, Hertha BSC, der FC St. Pauli und der 1. FC Union Berlin leisteten ihre Unterschrift. Dazu kam noch der VfR Mannheim.

Mittlerweile haben 38 Vereine und Institutionen die "Berliner Erklärung", die sich zudem für eine Intensivierung der Forschung auf dem Gebiet der Homophobie einsetzt, unterschrieben.

Im Gegensatz zum DFB fehlte bisher die DFL. Der Ligaverband wollte zunächst einmal "eine Beobachterrolle" einnehmen, stünde dem "Konzept aber positiv gegenüber", sagte Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (benannt nach dem im Dritten Reich verfolgten Sexualwissenschaftler), im Sommer.

Nun also hat auch die DFL die "Berliner Erklärung" unterzeichnet. "Weltoffenheit und Toleranz müssen Markenzeichen der Bundesliga sein. Dazu gehört auch ein klares Bekenntnis gegen Homophobie. Die sexuelle Orientierung darf genauso wenig wie Hautfarbe oder Religion ein Vorwand für Ausgrenzung und Ablehnung sein", sagt Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball: "Es ist beschämend, dass es auch in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist, wenn sich Menschen zu ihrer Homosexualität bekennen. Alle gesellschaftlichen Kräfte sind daher gefordert."

Gemeinsam mit der Arbeitsstelle für Sportpsychologische Beratung und Betreuung der Universität Vechta entwickelt die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld derzeit unter anderem Bildungsmodule zur Sensibilisierung und zur Steigerung der Akzeptanz von Schwulen und Lesben im Sport. Eine Begleitforschung soll Erkenntnisse liefern, welche Maßnahmen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu mehr Akzeptanz beitragen helfen.

"Mit unserem Bildungs- und Forschungsprojekt 'Fußball für Vielfalt - Fußball gegen Homophobie' möchten wir ein vorurteilsfreies Klima im Fußballsport fördern, das eine Kultur gelebter Vielfalt auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Achtung schafft. Es freut mich sehr, dass der Ligaverband mit der Unterzeichnung ein starkes Signal weit über die Bundesliga hinaus setzt", sagt Litwinschuh.

 

kicker-sportmagazin

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