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14.10.2013, 16:13

Dortmund: Rekordergebnis für den BVB

BVB-Bosse kassieren Millionen-Boni

Leistung soll sich lohnen, deswegen ist das Vergütungssystem bei Borussia Dortmund auch sehr erfolgsbezogen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (54) und Finanzchef Thomas Tress (47) profitieren beim BVB jetzt vom Aufschwung. Der Verein setzt mit einem Gewinn von über 50 Millionen Euro neue Maßstäbe in der Bundesliga.

BVB-Geschäftsführer Joachim Watzke und Finanzchef Thomas Tress
Werden für ihren Einsatz fürstlich entlohnt: BVB-Geschäftsführer Watzke und Finanzchef Tress.
© imagoZoomansicht

Was erst den Mitgliedern (24. November) und dann den Aktionären (25. November) bei ihren jährlichen Zusammenkünften in der Westfalenhalle präsentiert werden wird, setzt neue Maßstäbe: 53,258 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2012/13 (der kicker berichtete). Das beste Ergebnis, das jemals ein Klub in 50 Jahren Bundesliga erzielte, zahlte sich auch für die beiden BVB-Geschäftsführer aus: Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Thomas Treß (Finanzen) verdienten in der vergangenen Saison insgesamt 4,967 Millionen Euro, allein 3,527 Millionen Euro kassierten sie als Bonuszahlungen. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Jahresabschluss hervor.

Watzkes Gesamteinkommen betrug demnach 3,077 Millionen Euro (Vorjahr: 2,181 Millionen). Zusätzlich zu Festgehalt (900.000 Euro) und "sonstigen Vergütungen" (21.000) erhielt er einen Bonus von 2,156 Millionen Euro (Vorjahr: 1,413 Millionen). Treß kam auf 1,89 Millionen Euro (Vorjahr: 1,394 Millionen). Neben seinem Gehalt von jährlich 460.000 Euro und "sonstigen Vergütungen" von 59.000 Euro durfte er sich über eine Prämie von 1,371 Millionen (Vorjahr: 875.000) freuen.

Mehr als zwei Drittel flossen demnach als variable Komponenten in Form von Erfolgs-bzw. Gewinnbeteiligungen. Die hatte sich Watzke, der 2005 in Zeiten existenzieller Not in die Geschäftsführung eingetreten war und im ersten halben Jahr sogar umsonst gearbeitet hatte, in seinem Vertrag (läuft noch bis 2016) festschreiben lassen. Die Berechnungsgrundlage blieb seitdem immer gleich - nur die Gewinne kletterten, von 9,5 Millionen (2011) über 34,3 Millionen im vergangenen Jahr auf mittlerweile 53,258 Millionen Euro.

Zuletzt kündeten explodierende Umsatzerlöse bei Spielbetrieb (44,8 Millionen Euro, Steigerung von 42,6 Prozent), Werbung (69,3 Millionen, plus 20,4 Prozent), TV-Vermarktung (87,6 Millionen, plus 45,1 Prozent), Transfers (51,6 Millionen, plus 97,5 Prozent), Catering/Sonstiges (19,754 Millionen, plus 25,4 Prozent) und Merchandising (32,0 Millionen, plus 34,9 Prozent) vom schwarz-gelben Wirtschaftswunder. Mit vorher nie für möglich gehaltenen 305 Millionen Euro Umsatz übertraf der BVB das Vorjahresergebnis (215,2 Millionen) um satte 41,7 (!) Prozent. Selbst ohne Transfereinflüsse hätte die Umsatzsteigerung noch bei 34 Prozent gelegen.

Auch für das Geschäftsjahr 2013/14 kalkuliert Watzke mit einem positiven Ergebnis, bei einem konservativen Ansatz aber nur "im einstelligen Millionenbereich". Das Ergebnis werde nur dann höher ausfallen, wenn Dortmund "signifikant besser" abschneide als die Planungsprämissen (Gruppenphase Champions League, DFB-Pokal 3. Runde, erneute Direktqualifikation für die Königsklasse) das vorsehen. Geringere Gewinne würden dann automatisch auch "dramatisch niedrigere" Bonuszahlungen als bisher nach sich ziehen, erläuterte Watzke dem kicker am Wochenende.

Wie leistungs- und erfolgsbezogen das Vergütungssystem der Borussia strukturiert ist, verdeutlichen auch diese Zahlen: von 87,7 Millionen Euro, die 2012/13 an Trainerstab und Spieler (inkl. 2. Mannschaft) ausgeschüttet wurden, flossen immerhin 34,8 Millionen Euro als Prämien. Das entspricht einem Anteil von annähernd 40 Prozent.

In den Portemonnaies der Spieler landeten nach Watzkes Angaben in der vergangenen Saison rund 77 Millionen Euro. Rund zehn Millionen Euro weniger sieht der Personalkosten-Ansatz für die aktuelle Saison vor.

Thomas Hennecke

 

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