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30.09.2013, 18:28

Braunschweig: Arnold hat Verständnis für den Coach

Kein Rücktritt - aber Lieberknecht wirkt angeschlagen

Der Fehlstart in der Bundesliga hat Spuren hinterlassen. Nicht nur in der Tabelle, wo Eintracht Braunschweig abgeschlagen das Ende ziert, sondern auch beim Trainer. Torsten Lieberknecht deutete auf der Pressekonferenz am Sonntagabend nach dem 0:4 gegen den VfB Stuttgart einen Rücktritt zumindest an. Nach einem Gespräch mit Manager Marc Arnold am Montagvormittag steht fest: Lieberknecht macht bei den Löwen weiter. Von Optimismus fehlte bei ihm aber immer noch jede Spur.

Torsten Lieberknecht
Gibt bei der Eintracht weiter die Richtung vor: Torsten Lieberknecht.
© imagoZoomansicht

Nach Aussagen von Arnold, der sich mit Lieberknecht am Montagvormittag austauschte, war der Trainer "aufgewühlt" nach der bitteren 0:4-Pleite gegen den VfB. "Dass er sich hinterfragt, ist menschlich, aber ein Rücktrittsgedanke ist sehr weit hergeholt", sagte Arnold. "Eine Nacht darüber zu schlafen tat gut und das Gespräch darüber auch", meinte Arnold weiter und stellte fest: "Es gibt nichts, was ich ihm vorwerfen kann."

Als Lieberknecht am Montagnachmittag nach dem Training mit den Reservisten vom Platz ging, wirkte er noch immer tief enttäuscht und angeschlagen. "Ich grüble immer noch", murmelte der Trainer, "über alles." Er hatte die Mütze tief ins Gesicht gezogen, die Hände in den Taschen seiner dicken Jacke vergraben - und übte Selbstkritik: "Ich mache mir den Vorwurf, bislang über 90 Minuten nicht die richtige Lösung für einen Sieg gefunden zu haben."

Seine Worte vom Sonntag seien kein Rücktrittsangebot gewesen, betonte Lieberknecht, fügte aber hinzu: "Vielleicht ist es manchmal schwierig, mich zu verstehen." Der Trainer machte einen nachdenklichen und deprimierten Eindruck, von dem Optimismus, den er bis zum Wochenende stets ausstrahlte, keine Spur. "Kann sein, dass der am Mittwoch oder Donnerstag wieder kommt. Kann auch sein, dass er gar nicht mehr kommt", meinte Lieberknecht lakonisch.

Nach der Abfuhr gegen Stuttgart am Sonntag hatte der 40-Jährige mit brüchiger Stimme gesagt: "2008 habe ich den Verein übernommen, als er fast am Boden lag. Jetzt sind wir in der Bundesliga und ich versuche, Lösungen zu finden, aber viele Dinge, die ich versuche, fruchten nicht. Diese Niederlage ist schwer zu ertragen. Es ist schwer, jetzt Optimismus zu versprühen. So ein Rückschlag bringt mich zum Grübeln."

Der Trainer stellte nicht nur sich in Frage, sondern bezweifelte offensichtlich auch, ob die Verantwortlichen ihm noch vertrauen. "Es ist so, dass in solchen Phasen auch die Verantwortlichen ins Grübeln kommen." Die stehen trotz des ersten Schocks angesichts der Aussagen ihres Trainers aber weiterhin hinter Lieberknecht.

Seine Spieler hatte Lieberknecht wenige Minuten vorher richtiggehend vor den Kopf gestoßen. Nach kicker-Informationen soll er im obligatorischen Kreis nach Spielende Äußerungen getätigt haben, die Spekulationen auf einen Rücktritt befeuerten. Sinngemäß soll der Pfälzer erklärt haben, dass er seinen Profis derzeit nicht helfen könne. Arnold selbst dementierte am Montag, dass sich Lieberknecht in diesem Kreis von seinen Spielern verabschiedet haben soll.

Auch nach dem offiziellen Teil der Pressekonferenz hatte er sich den Nachfragen gestellt. Der konkreten Frage nach einem Rücktritt widersprach er nicht, sondern wich aus: "So war das nicht gemeint. Aber wenn Sie das so interpretieren wollen..."

Ich habe nicht mit einem Rücktritt gerechnet, weil ich ihn gut kenne und das richtig einschätzen konnte.Deniz Dogan

Angesichts der Äußerungen von Lieberknecht "war ein kleines Fragezeichen da", sagte Ersatz-Kapitän Deniz Dogan, "es standen ein paar Dinge im Raum". Allerdings hatte der Abwehrroutinier "nicht mit einem Rücktritt gerechnet, weil ich ihn gut kenne und das richtig einschätzen konnte", so der 33-Jährige weiter.

Nun scheint wieder Ruhe einzukehren beim Aufsteiger, wobei Lieberknecht sich und dem Verein mit den Grübeleien und negativen Gedankenspielen in der sportlich schwierigen Situation mit Sicherheit keinen Gefallen gemacht hat. Am Samstag "reisen" die Braunschweiger zum Derby nach Wolfsburg (ab 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de).

Sebastian Wolff/David Bernreuther

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kicker.tv Hintergrund- 30.09., 18:47 Uhr
Nach dem Tränen-Auftritt - Lieberknecht bleibt
Eintracht Braunschweig hat den schlechtesten Start der Bundesliga-Geschichte hingelegt. Nach dem siebten Spieltag steht nur ein magerer Punkt zu Buche. Torsten Lieberknecht hatte nach dem 0:4 gegen Stuttgart genug, über seinen Rücktritt wurde sogar spekuliert. Doch das Dementi folgte einen Tag später. Sportdirektor Marc Arnold ließ wissen: "Da ist nix dran."
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30.09.13
 
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weitere Infos zu Lieberknecht

Vorname:Torsten
Nachname:Lieberknecht
Nation: Deutschland
Verein:Eintracht Braunschweig

Vereinsdaten

Vereinsname:Eintracht Braunschweig
Gründungsdatum:15.12.1895
Mitglieder:4.450 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Blau-Gelb
Anschrift:Hamburger Straße 210
38112 Braunschweig
Telefon: (05 31) 23 23 00
Telefax: (05 31) 23 23 030
E-Mail: eintracht@eintracht.com
Internet:http://www.eintracht.com/