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25.08.2013, 22:09

Stuttgart: Bobic will "vieles hinterfragen"

"Schlechte Argumente": Labbadia muss zittern

"Ich muss das erst verdauen": Nicht nur Fredi Bobic liegt der Null-Punkte-Fehlstart des VfB Stuttgart schwer im Magen. Nach der 1:2-Niederlage beim FC Augsburg am Sonntag vermied der Sportvorstand ein klares Bekenntnis zu Trainer Labbadia, der vom eigenen Anhang erneut mit "Bruno raus"-Rufen bedacht worden war. Jetzt will Bobic "vieles hinterfragen".

Bruno Labbadia in Augsburg
Keine Punkte, keine Siege: VfB-Trainer Bruno Labbadia.
© Getty ImagesZoomansicht

Diesen Satz musste Fredi Bobic am Sonntagabend zum wiederholten Mal aussprechen: "Wir müssen versuchen, so schnell wie möglich die Kurve zu bekommen", sagte der Sportvorstand bei "Sky". Um im Bild zu bleiben: Der VfB Stuttgart hat sich versteuert. Nach den ersten sieben Pflichtspielen steht nur der DFB-Pokal-Erfolg beim Fünftligisten BFC Dynamo (2:0) zu Buche, zuletzt setzte es vier Niederlagen in Serie. Und nicht einmal ein leichter Trend zur Besserung ist dabei erkennbar. Fliegt Trainer Bruno Labbadia schon bald aus der Kurve?

"Wenn du Spiele verlierst, hast du schlechte Argumente", sagte Bobic, der im Vorfeld unmissverständlich Punkte gefordert hatte, nach dem nächsten Dämpfer in Augsburg. Man habe die Wende erneut nicht geschafft, und zwar "zu Recht nicht geschafft, das muss man ehrlich anerkennen", so der Sportvorstand, der sich den Medienvertretern nüchtern und professionell stellte, dabei aber kein klares Bekenntnis zu seinem Trainer formulierte. "Wir haben eine sehr schwierige Situation", sagte er stattdessen. "Ich muss das erst verdauen und verarbeiten, da kann ich jetzt noch nicht die ganz großen Schlüsse ziehen. Wir werden das aufarbeiten und nüchtern betrachten." Und: "Es wird vieles hinterfragt."

Wichtig ist immer, dass der Trainer die Mannschaft erreicht.Fredi Bobic

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Erneut hatte Labbadia mit einer Systemumstellung die Misere zu stoppen versucht, erstmals ließ er in dieser Saison mit Mittelfeldraute und Doppelspitze agieren. Nur um dann hinterher einräumen zu müssen: "Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen. Wir haben die Zweikämpfe nicht gesucht, obwohl du genau das hier in Augsburg tun musst." Wichtig sei immer, sagte Bobic noch, "dass der Trainer die Mannschaft erreicht".

Dass die Defensive einmal mehr wackelte, Unmengen an Standardsituationen verursachte und Augsburg so die ersten Saisontore ermöglichte, ist nur bedingt Labbadia anzulasten: Kein Bundesligist wird sein eingespieltes Innenverteidiger-Duo, wie der VfB Tasci/Niedermeier, ohne Folgen von heute auf morgen ersetzen können. Und auch das Schiedsrichter-Gespann, das Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh kurz vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz hätte stellen müssen und beim Platzverweis für Ibrahima Traoré später deutlich danebenlag, spielte dem VfB nicht in die Karten.

"Wir woll'n euch kämpfen sehen!", riefen VfB-Fans schon vor Anpfiff

Nach vorne jedoch ließ der VfB einmal mehr Torgefahr vermissen, obwohl er sich mit Moral nach der Pause klar steigerte. War zuletzt die Chancenverwertung das bestimmende Problem, kam es in Augsburg oft nicht einmal so weit. Ungenaue Pässe, falsch getimte Flanken, schlechte Ballmitnahmen - all das machte Ibisevic & Co. das Leben schwer und bringt den Anhang mehr und mehr gegen den Trainer auf. Die "Bruno raus"-Rufe, die gegen Leverkusen (0:1) erst in der Schlussphase ertönten, musste sich Labbadia diesmal schon in der ersten Hälfte anhören, sogar auf einem Banner war die Parole nachzulesen. "Wir woll'n euch kämpfen sehen!", riefen die VfB-Fans schon vor dem Anpfiff.

Mit 1,41 Zählern ist Labbadias Punkteschnitt inzwischen schlechter als der von Christian Gross (1,77), Markus Babbel (1,66) und Armin Veh (1,63). Nur Jens Keller schnitt in seinem Intermezzo zuletzt schlechter ab (1,00). Das war 2010/11, als der VfB letztmals mit drei Niederlagen in die Bundesliga-Saison startete (es folgte ein 7:0 gegen Gladbach) und am Ende von Labbadia vor dem Abstieg gerettet werden musste. "Wir haben schon die eine oder andere schwere Phase zusammen genommen", sagte Bobic am Sonntag also mit Recht.

Der Druck ist groß, die Zeit beschränkt: In nur vier Tagen, am Donnerstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de), geht es für Stuttgart im EL-Play-off-Rückspiel gegen Rijeka schon weiter. Mit Labbadia? "Das", befand Bobic und wurde so am Ende doch noch einmal deutlich, "ist eine dumme, respektlose Frage."

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© getty images

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25.08.13
 

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