
An Adam Szalai (25/20 Tore) ist Andreas Ivanschitz (29) erst mal vorbeigezogen. Mit 21 Toren ist der 60-malige österreichische Nationalspieler derzeit die alleinige Nummer 2 in der ewigen Mainzer Bundesliga-Schützenliste. Nur Mohamed Zidan (31) steht mit 29 Toren noch vor ihm. Den Ägypter ließ Mainz vor dieser Saison (sieben Treffer in zwölf Rückrundenspielen) ziehen. Gut möglich, dass diesen Sommer auch Mainz und Ivanschitz getrennte Wege gehen.
„Unsere Siegchancen sind größer, wenn Andy auf dem Platz steht.“Thomas Tuchel über Andreas Ivanschitz
"Die Gespräche mit Christian Heidel sind gut. Es ist alles offen", äußert sich Ivanschitz weiter zurückhaltend zu seinen Zukunftsplänen. Keine Eile geboten sieht auch der Mainzer Manager, der immerhin verrät: "Es geht nicht ums Geld."
Stellt sich die Frage, wie groß ist der sportliche Wert von Ivanschitz für Mainz? Augenblicklich ist er nicht wegzudenken aus der Mannschaft. Das sagt jedenfalls Thomas Tuchel (39): "Unsere Siegchancen sind größer, wenn Andy auf dem Platz steht." Derart wertgeschätzt beim Trainer war die Nummer 25 nicht immer in den vier Jahren, die er für Mainz in der Bundesliga spielt. Nach Tuchels Einschätzung ruft der torgefährliche Techniker noch zu selten sein Leistungspotenzial ab. Käme es zur Trennung, müsste gleichwertiger Ersatz her. Deutet man Tuchels Worte richtig, dann läuft die Suche für diesen Fall längst: "Wir sind nicht blauäugig, müssen auf alle Eventualitäten eine Antwort haben."
Bekannt ist, dass Ivanschitz ein Faible für Amerika hat. Bei seinem Landsmann Michael Gspurning (31), der bei den Seattle Sounders als Torwart unter Vertrag steht, hat er sich bereits über Möglichkeiten in der Major League Soccer erkundigt. Andererseits reizt Ivanschitz, der im Herbst 30 wird, die sportliche Herausforderung, "noch einige Jahre auf Topniveau spielen zu wollen". Die wäre gegeben, wenn sich Mainz für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren würde.
Schneller als mit Ivanschitz zeichnet sich eine Einigung mit Christian Wetklo (33) ab. Zwei Spiele noch und der Vertrag verlängert sich bis 2014. Heidel plant sogar über das nächste Jahr hinaus mit der Nummer 1. Er hat dem dienstältesten Mainzer Profi (seit 2000 im Klub) die Fortsetzung der Zusammenarbeit bis 2015 in Aussicht gestellt.
Gebunden bis 2014 ist Marcel Risse (23), der nach langer Verletzungspause (Knochenstauchung im Knie) über die Rolle eines Einwechselspielers momentan nicht hinauskommt. Der Flügelstürmer wäre Tuchels Notlösung, falls sich der Engpass auf der Außenverteidigerposition (Caligiuri, Junior Diaz, Zabavnik fehlen) in Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) zuspitzen sollte.
Uli Gerke