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16.02.2013, 23:23

Dortmund gewinnt trotz frühem Platzverweis gegen Schieber

Balldieb Reus und Sprung-Schwung-Schieber: Extrem gemischte Gefühle

Der Jubel in Dortmund überwog - bei weitem. Mit dem 3:0 im Topspiel am Samstagabend über Eintracht Frankfurt verteidigte der deutsche Meister Platz eins in der Liga. Wenn man die Bayern ausklammert. Marco Reus erwischte einen Erste-Sahne-Abend, gleich dreimal stand sein Name auf der Anzeigentafel. Reus war nicht zu bändigen, auch nicht, als der BVB nach Schiebers Sprung-Schwung-Abgang mal wieder in Unterzahl üben durfte.

Haupt- und Nebendarsteller in Dortmund: Dreifachtorschütze Marco Reus und Unglücksrabe Julian Schieber umrahmen Jürgen Klopp.
Haupt- und Nebendarsteller in Dortmund: Dreifachtorschütze Marco Reus und Unglücksrabe Julian Schieber umrahmen Jürgen Klopp.
© imago/Getty ImagesZoomansicht

Julian Schieber hatte seine Chance erhalten. Nach der Lewandowski-Roten im vergangenen Ligaspiel zu Hause gegen den Hamburger SV (1:4) setzte Jürgen Klopp auf den ehemaligen Stuttgarter, der es bislang nicht so recht geschafft hat, in der furiosen BVB-Offensive seine feste Rolle zu finden. Ohne Tor im neuen Klub auf dem Konto und mit lediglich zwölf Saisoneinsätzen betraut hatte der Schwabe ein schweres Erbe angetreten im Spiel gegen die Eintracht.

Zwar wurde Schieber von Klopp stets gelobt, aber kaum gebracht. Lewandowski - unangefochten. Doch nach dessen Sperre war der 24-jährige 5,5-Millionen-Mann an der Reihe. Zum zweiten Mal seit dem 5:0 über Gladbach am 29. September (kicker-Note 4) hörte Schieber den Anpfiff auf dem Rasen. "Ich wusste, was auf mich zukommt, als ich mich für den Wechsel nach Dortmund entschieden habe", sagte Schieber im Vorfeld und verwies auf Lewandowskis Anlaufzeit, als Barrios der Platzhirsch vorne war.

Spielbericht

Im Schnitt hatte Schiebers Schicht zuvor 24 Minuten gedauert. Am Samstag steigerte er sich - etwas spöttisch gesprochen - um sieben Zeigerumdrehungen. Dann war Feierabend. Erst Gelb nach "Sohle drüberhalten" gegen Zambrano (27.). Klopps Sichtweise via Sky: "Er berührt ihn nicht, aber Zambrano fällt trotzdem wie von der Axt getroffen. Das ist das Problem. Das ist schwierig für den Schiri, aber das war keine Gelbe Karte." Schieber selbst erklärte im ZDF: "Ich wollte mit Tempo draufgehen und halte den Fuß rein."

Dann Gelb-Rot nach Kopfballduell mit Oczipka (31.). Klopps Sichtweise: "Keine Frage: Er erwischt ihn. Aber alles an dieser Aktion ist eine reine Sprung-und-Schwung-Bewegung - nichts davon ist gegen Oczipkas Nase. Das ist wahnwitzig schwierig auch für die Schiedsrichter zu entscheiden." Schieber selbst bezeichnete den Feldverweis als "sehr unglücklich". "Übermotiviert" sei er keinesfalls gewesen.

Die Nase des Frankfurters blutete, wie Manager Bruno Hübner zur Pause bestätigte. Der Arm war wuchtig gegen den Kopf des Gegners geprallt. Dennoch empfand Klopp die Ampelkarte unter dem Strich als überzogen. "Wir haben uns vor ein paar Wochen mit den Schiedsrichtern getroffen. Dabei haben alle Trainer darum gebeten, diese Szenen ein bisschen entspannter zu sehen und nicht ständig Karten zu zücken, weil der Mensch einfach auf die Art hochspringt, bei den Sachen eigentlich nichts passiert und keiner der Beteiligten das Gefühl hat, dass irgendjemand dem anderen absichtlich weh tun will."

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Zorc nimmt's hin: "Kann man so geben"

Wobei gerade die vielen Jochbeinbrüche in der Vergangenheit ja dazu geführt hatten, dass die Schiedsrichter dazu angehalten werden, bei "Luftkämpfen mit Ellbogen" Karten zu zeigen. Und so konnte Sportdirektor Michael Zorc die Gelb-Rote gegen Schieber nach mehrfachem TV-Studium auch noch hinnehmen: "Das kann man so geben."

Schieber hilft die Fürsprache Klopps wenig. Wieder hatte er sein Können nicht demonstrieren können. Und in Gladbach kommenden Sonntag wird er fehlen. Ebenso wie Lewandowski, wenn dessen Einspruch bei der Nachverhandlung nicht überraschend in eine deutliche Strafmilderung mündet. Der Pole war für drei Partien aus dem Verkehr gezogen worden.

Was wird Klopp tun? Zwar verfügt er über jede Menge hochkarätige Offensivspieler, aber über keinen weiteren echten Mittelstürmer in seinem Profikader. "Wir werden auf jeden Fall elf Spieler aufbieten", verriet Zorc augenzwinkernd. Möglicherweise treten die Westfalen im Borussen-Duell ohne nominelle Spitze an.

Da war's schon passiert: Schiebers Arm prallt gegen Oczipkas Nase.
Da war's schon passiert: Schiebers Arm prallt gegen Oczipkas Nase.
© imago

Reus-Komplimente an Vorbereiter Götze

Wenn die Mannschaft über Hummels, Gündogan und Götze von hinten nach vorne wie gegen die Eintracht traumhaft sichere Kombinationen anzettelt, die dann wiederum der pfeilschnelle und im Abschluss diesmal eiskalte Marco Reus abschließt, wird der BVB auch so wieder viele Torchancen generieren.

Wobei Klopp seinen Goalgetter an diesem Abend (Saisontore 9 bis 11) gleich zu einer weiteren Leistungssteigerung anstacheln wollte. "Die Tore waren nicht schlecht, das war klasse gemacht. Aber er hätte noch eins machen können. Die größte Chance hat er versemmelt." Reus (23) war dennoch überglücklich nach diesem Traumabend. Das Spielgerät nahm er an sich. Denn: "Bei meinem ersten Dreierpack habe ich den Ball nicht mitgenommen, jetzt wollte ich ihn mitnehmen - das ist eine schöne Erinnerung." Sein Dank galt insbesondere Nationalelfkollege Mario Götze (20), der zweimal glänzend auflegte: "Man hat in beiden Situationen gesehen, was in ihm steckt. Er ist noch so jung. Ich freue mich riesig, dass ich mit ihm spielen darf." Auf ein Neues, am kommenden Sonntag - ohne Stürmer in Mönchengladbach.

Bilderstrecke zum 22. Spieltag
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© picture alliance

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16.02.13
 

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weitere Infos zu Reus

Vorname:Marco
Nachname:Reus
Nation: Deutschland
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:31.05.1989

weitere Infos zu Schieber

Vorname:Julian
Nachname:Schieber
Nation: Deutschland
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:13.02.1989

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