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04.02.2013, 11:55

Gladbach: Nach dem bitteren 1:2 in Nürnberg

Favre kritisiert: "Zu viele Elfmeterpfiffe"

Die Europa League. Wenn Gladbachs Trainer Lucien Favre das schon hört, stellen sich die Nackenhaare beim sonst so besonnenen Schweizer Trainer der Borussia auf. Das Erreichen der internationalen Startplätze bleibt für den 55-Jährigen ein Tabuthema. Auch wenn die Mannschaft bis zum gestrigen Sonntag massiv auf genau dieses Ziel hinarbeitete. Die Patzer der Konkurrenz öffneten die Tür, doch die Fohlen strauchelten bei ihrem Versuch, auf Platz fünf zu springen. Und ihr Trainer löste eine mögliche Grundsatzdebatte aus.

Gladbachs Trainer Lucien Favre sah einen Elfmeter zuviel in Nürnberg und stößt eine Grundsatzdebatte an.
Gladbachs Trainer Lucien Favre sah einen Elfmeter zuviel in Nürnberg und stößt eine Grundsatzdebatte an.
© imagoZoomansicht

"Wir wussten, dass wir auch mal wieder ein Spiel verlieren", sagte Ersatzkapitän Roel Brouwers nach dem vermeidbaren 1:2 in Nürnberg. Beim Club riss Borussias Erfolgsserie von sieben Ligaspielen und insgesamt neun Pflichtpartien ohne Niederlage.

Die Gladbacher Klettertour in der Liga, begonnen als Tabellenachter nach dem 1:2 gegen Stuttgart am 12. Spieltag mit dem 1:1 in Augsburg, endete vorerst auf Platz sieben. Anders als nach der 2:3-Hinrundenpleite gegen die Nürnberger, die eine längere Talfahrt bis runter auf Platz 13 einleitete, soll Nürnberg jetzt nicht zum zweiten Mal tiefere Spuren hinterlassen. Brouwers ist zuversichtlich: "Das bedeutet keinen Rückschlag."

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Und doch gab es für die Gladbacher genug Grund, sich zu echauffieren. Schon in der vierten Spielminute stellte Schiedsrichter Florian Meyer Favres taktisches Konzept auf den Kopf. Ein Witz-Elfer brachte die Fohlen ins Hintertreffen. Völlig zu Recht wertete Favre die Flugeinlage von Mike Frantz als "klare Schwalbe". Zwar gab es zwischen dem Nürnberger Mike Frantz und Thorben Marx einen späten Kontakt, doch wurde vom Offensivspieler des FCN sehr gesucht. Thorben Marx hatte seinen Fuß zurückgezogen, als Frantz alles dafür tat, doch noch einzufädeln. Er sei Marx "etwas komisch auf die Füße gefallen", räumte Frantz ein, "das muss man nicht pfeifen", sagte der 26-jährige Außenbahnspieler nach dem Schlusspfiff.

Sein Trainer Michael Wiesinger ließ zu der Szene lakonisch wissen, dass "wir uns für diesen Pfiff nicht entschuldigen" müssen, denn "es gab in dieser Saison auch schon genügend Entscheidungen, die uns Punkte gekostet haben". Zum Beispiel vor Wochenfrist in Dortmund (0:3) oder am letzten Hinrundenspieltag, als die Bremer gegen den Club in der Schlussphase ein klares Abseitstor zum 1:1 erzielten.

"... etwas komisch auf die Füße gefallen"Nürnbergs Mike Frantz über die Elfmeterszene

So erbost Gladbachs Übungsleiter Favre über den Elfmeterpfiff auch war, die Niederlage wollte er an diesem 0:1 ausdrücklich nicht festmachen. Er nahm die Situation allerdings zum Anlass anzuregen, grundsätzlich über die Großzügigkeit der Referees bei Strafstößen nachzudenken.

Favres Kritik: "Es gibt zu viele Elfmeter! In Deutschland muss man in Zukunft aufpassen, dass die Schiedsrichter nicht zu schnell pfeifen. Es gibt so einen Penalty zu einfach." Natürlich habe auch die Borussia schon "von solchen Pfiffen profitiert" und die Aufgabe für die Schiedsrichter sei "schwierig" - dennoch sollten sie nur auf Strafstoß entscheiden, "wenn sie sich ganz sicher sind".

Favres Worte bieten Stoff für eine Grundsatzdiskussion. Auch Sportdirektor Max Eberl (39) machte sich bereits Gedanken, inwieweit man vermeintliche Fehlentscheidungen entschärfen könne, um so einen faireren Wettbewerb zu gewährleisten. Dass so ein früher Strafstoß maßgeblichen Einfluss auf das Spielgeschehen besitzt, steht außer Frage. Eberl: "Mein Anliegen wäre, einfach beim gefoulten Spieler nachzufragen, wenn ein Abwehrspieler - wie in diesem Fall Thorben Marx - mehrfach auf die Situation hinweist." Der Vorteil: Wird ein Profi nach Ansicht der TV-Bilder der Falschaussage überführt, könnte er nachträglich sogar gesperrt werden.

Die Szene, die zum Elfmeter führte
Mike Frantz gegen Thorben Marx
Nach einer Ecke prallt der Ball zum Nürnberger Mike Frantz. Der Offensivspieler dringt in den Strafraum der Gladbacher ein. Borusse Thorben Marx (verdeckt von Pekhart) bewegt sich auf Frantz zu. Im Hintergrund beobachtet Schiedsrichter Florian Meyer die Szenerie.
Sequenz 1

Nach einer Ecke prallt der Ball zum Nürnberger Mike Frantz. Der Offensivspieler dringt in den Strafraum der Gladbacher ein. Borusse Thorben Marx (verdeckt von Pekhart) bewegt sich auf Frantz zu. Im Hintergrund beobachtet Schiedsrichter Florian Meyer die Szenerie.
© imago

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04.02.13
 

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weitere Infos zu Brouwers

Vorname:Roel
Nachname:Brouwers
Nation: Niederlande
Verein:Bor. Mönchengladbach
Geboren am:28.11.1981

weitere Infos zu Frantz

Vorname:Mike
Nachname:Frantz
Nation: Deutschland
Verein:SC Freiburg
Geboren am:14.10.1986

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