
Der Blick auf die Tabelle bietet eigentlich keinen Grund für Hoffnungslosigkeit. Eigentlich sind es schließlich nur vier Punkte zum Platz 16. Eigentlich! Faktisch wachsen nach dem bitteren 0:3 im Heimspiel gegen Mainz die Selbstzweifel. Trainer Mike Büskens wirkte nach der Partie ungewöhnlich in sich gekehrt, auf die Frage, ob dies die schlimmste sportliche Situation seiner Karriere sei, antwortete er so geknickt wie ehrlich einfach mit: "Ja". Der völlig frustrierte Stephan Fürstner drückte es so aus: "Wir sind am Arsch."
Er komme bei der Mannschaft noch an, so Büskens, der in Fürth nicht zur Disposition steht. Was auch Kapitän Mergim Mavraj bestätigt: "Wir verstehen uns super, der Trainer erreicht uns." Doch offensichtlich reicht die Qualität des Kaders nicht aus, um in der Bundesliga zu bestehen. Die Bundesliga, die sie nach so vielen vergeblichen Anläufen nun endlich erreicht hatten. "Das ist das Schlimmste, dass wir über zweieinhalb Jahre so wahnsinnig viel in dieses Projekt reingesteckt haben, um die Bundesliga zu fühlen und zu erleben", sagte Büskens. Doch das Oberhaus fühlt sich inzwischen eher an wie ein ständiger Spießrutenlauf: neun Punkte aus 18 Spielen stehen zu Buche, in 17 Spielen gelang kein Sieg, keinen einzigen Heimsieg konnten die Fans bejubeln.
Gegen Mainz sollte dieser Sieg endlich her, er sollte wieder Hoffnung im Abstiegskampf bringen. Und nun das! "Es tut weh, wenn du bei der Bedeutung dieses Spiels eine zweite Halbzeit mit drei Gegentoren erlebst", so Büskens, der zwar ankündigt, alle müssten sich nun hinterfragen, inklusive ihm selber. Ans Aufgeben denkt er dabei jedoch nicht. Seinen Kampfesmut werde er schon wieder finden, so der Trainer. Und peilt das weiter so dringend benötigte Erfolgserlebnis an. Nächster Gegner ist ausgerechnet sein alter Klub: In der kommenden Woche trifft Fürth auf Schalke 04.
Nach dem 1:2 sind die Hoffenheimer auf den vorletzten Tabellenplatz zurückgefallen. Für Manager Andreas Müller nur eine Momentaufnahme: "Die Tabelle? Es bringt nichts, die jetzt anzuschauen. Die werde ich nach dem 34. Spieltag ansehen. Wir sind erst am 19. Spieltag. Wir sind noch nicht abgestiegen", sagte er trotzig. Und denkt bereits - zusätzlich zu den drei neuen Spielern, die mit Polanski, Acquah und Abraham bereits in den vergangenen vier Tagen verpflichtet worden waren - offenbar über weitere Verstärkungen nach. "Wir haben jetzt fünf Tage Zeit, um uns intensive Gedanken zu machen, ob wir noch etwas tun", sagte der Manager im Hinblick auf das nahende Ende des Transferfensters.
Aktuell ist die Bilanz niederschmetternd: Nur eines der letzten 14 Spiele konnte gewonnen werden, neun Partien gelang kein Sieg mehr. "Wir haben den Glauben und die feste Überzeugung, dass wir uns da rausarbeiten können", ist der neue Trainer Marco Kurz nach wie vor dennoch überzeugt: "Es ist nicht der Zeitpunkt, um aufzugeben. Das wäre Quatsch. Wir schaffen das!" Vorerst belegen die Sinsheimer aber erstmals seit dem dritten Spieltag wieder einen Tabellenplatz, mit dem es direkt in die 2. Liga gehen würde.
Die kurzfristigen Transfers, die Medienschelte von Müller, der Wirbel um die Trennung von Rekordspieler Compper: All das hat nicht gerade für Ruhe im Verein gesorgt. Und es bleiben weiterhin die Zweifel an Keeper Tim Wiese, der vor dem 2:1 von Aigner unglücklich aussah. Sein Trainer nahm den Schlussmann demonstrativ in Schutz: "In der ersten Hälfte hat er zwei tolle Paraden gezeigt. Bei dem Tor wird der Ball von einem eigenen Mann abgefälscht. Den hält kein Torwart der Bundesliga. Für mich hat er ein gutes Spiel gemacht."

Nicht gewonnen, aber immerhin gegen Schalke 04 ein torloses Remis erkämpft: Dank der Hoffenheimer Niederlage kletterten die Augsburger erstmals seit dem achten Spieltag dank der besseren Tordifferenz auf den Relegationsplatz vor. Und die Leistung seiner Schützlinge stimmt Trainer Markus Weinzierl hoffnungsvoll: "Wir haben als Einheit auf dem Platz gestanden und gefightet, das macht mich sehr zuversichtlich."
"Die Mannschaft glaubt an sich und den Klassenerhalt. Das ist das Entscheidende", stieß der neue Manager Stefan Reuter ins gleiche Horn. Die Südkoreaner Ja-Cheol Koo und Dong-Won Ji machten ebenso wie Rechtsverteidiger Ronny Philp bei seinen Vorstößen mächtig Wirbel, speziell Philp bereitete seinem Gegenspieler Christian Fuchs starke Probleme. Zählbares wollte dabei jedoch nicht herausspringen. Dennoch geht Weinzierl mit einem guten Gefühl an die nächste Aufgabe: "In der Winterpause haben uns viele abgeschrieben. Die haben alle einen Fehler gemacht." Die gute Leistung gegen die Königsblauen mache Selbstvertrauen: "Die Leistung und das Selbstvertrauen nehmen wir mit nach Wolfsburg."
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