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18.01.2013, 10:17

Fürths Trainer im kicker-Interview

Büskens: "Wir sind nicht chancenlos"

Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth steht in der Rückrunde vor einer schweren Aufgabe. Vom letzten Platz wollen die Franken zum Klassenerhalt durchstarten. Personell wurde aufgerüstet, doch Hoffnungsträger Nikola Djurdjic fällt gleich zum Neustart aus. Und der erfolgt ausgerechnet bei den Bayern! Im kicker-Interview spricht Fürths Trainer Mike Büskens (44) über Sorgen, Probleme und die Zukunft.

Mike Büskens
Antreiber und Mutmacher: Fürths Trainer Mike Büskens.
© imago

kicker: Herr Büskens, zum ersten Mal spielt Greuther Fürth in der Bundesliga beim FC Bayern. Sind Sie einfach nur stolz - oder mit Blick auf die Tabelle schon nervös?

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Mike Büskens: Dass es dort schwierig wird, steht fest. Trotzdem sage ich: Wir dürfen bei den Bayern spielen, vor 70.000 Menschen. Das ist etwas Großes. Die Bayern haben die Liga bisher beherrscht. Wir wollen uns dennoch so gut es geht verkaufen.

kicker: Bislang erleben Sie eine Saison der Enttäuschungen. Wie kann das kleine Fürth in der großen Bundesliga doch noch bestehen?

Büskens: Spielerisch haben wir uns, auch wenn das nicht jeder glauben mag, weiterentwickelt. Jetzt geht es um die Effizienz. Wir hatten in vielen Spielen die Möglichkeit, zu gewinnen. Es fehlte die Ruhe. Im letzten Drittel haben wir häufig die falschen Entscheidungen getroffen. Und deswegen haben wir nur neun Punkte. Wir können das besser.

kicker: Also setzen Sie weiter darauf, dass irgendwann das eine Erfolgserlebnis kommt, das alles verändert?

Büskens: Wir wissen, dass es schwer wird, wir schlafen ja auch nicht auf den Bäumen. Aber wir sind nicht chancenlos, dabei bleibe ich. Wir stecken in einem Prozess. Den müssen wir weitergehen, auch wenn wir die Zeit dazu vielleicht nicht haben.

Für das, was wir an Geld besitzen, bekommst du nicht jeden.Mike Büskens

kicker: Der Start war schwierig, dann gab es eine ordentliche Sequenz. In der Endphase der Hinrunde brach Ihre Elf jedoch zusammen. Warum?

Büskens: Niemand ist zusammengebrochen. Gegen Augsburg waren wir eine Hälfte lang schlecht, stimmt. Gegen Stuttgart trafen wir Pfosten, Latte und Gegenspieler auf der Linie. In Hannover hatten wir Chancen. In Freiburg hat Christian Streich selbst gesagt, dass der Sieg unverdient war. Uns fehlte das letzte Quäntchen, vielleicht an Qualität, oder an Ruhe, oder an Überzeugung. Aber keiner ist eingebrochen.

kicker: Wie schwierig ist es, den Spielern weiterhin jeden Tag zu erzählen, dass sie es draufhaben?

Büskens: Uns fehlt das eine Erfolgserlebnis, das ist richtig. Wir müssen uns für den Aufwand belohnen, indem wir noch härter arbeiten und vor dem Tor besser auftreten.

kicker: Der neue Hoffnungsträger, Nikola Djurdjic, fällt gleich mal aus.

Büskens: Ja, ich dachte auch, wir hätten alles Pech aufgebraucht. Aber auch der Situation stellen wir uns.

kicker: Ist die Liga unterm Strich einfach zu stark für Fürth?

Büskens: Natürlich geht die Schere immer weiter auseinander. Der Bayern-Kader hat einen Marktwert von 400 Millionen, oder noch mehr? Wir kommen im Schnitt auf 900.000 Euro pro Mann. Was die Bayern in einer Champions-League-Saison verdienen, davon könnten wir zweieinhalb Jahre Bundesliga spielen.

Tabellenrechner 1.Bundesliga

kicker: Warum tun sich vor allem Ihre Aufstiegs-Helden so schwer?

Büskens: Für viele Spieler ist die Situation völlig neu. Sie waren es gewohnt, von Sieg zu Sieg zu eilen. Sie stecken zum ersten Mal unten drin. 2012 war sehr emotional. Jetzt muss die Eingewöhnungszeit vorbei sein.

kicker: Sie mussten nie um Ihren Job zittern. Hatten Sie mal die Befürchtung, dass die "Mechanismen des Geschäfts" Fürth erreichen könnten und der Trainer in Not gerät?

Büskens: Weiß ich nicht. Wir alle betreiben einen sehr großen Aufwand. Die Menschen in Fürth sehen, dass wir alles versuchen. Sie wissen, dass es Grenzen gibt. Auch intern können wir uns realistisch einschätzen.

kicker: Ihr Präsident Helmut Hack hat Fehler in der Transferpolitik nach dem Aufstieg eingestanden.

Büskens: Die Lage im Sommer war schwierig. Wir mussten den Ronhof bundesligatauglich machen, die Mannschaft umbauen. Diese Baustellen haben wahnsinnig viel Energie gezogen. Viele Spieler konnten wir nicht kriegen. Hier wollte der andere Verein nicht, da konnte der Spieler woanders plötzlich mehr verdienen. Dann wurde die Zeit knapp. Für das, was wir an Geld besitzen, bekommst du nicht jeden.

kicker: Fehlte ein Manager, der Hack hätte unterstützen können?

Büskens: Das war nicht das Problem. Unser Präsident leistet wahnsinnig viel. Der Eindruck, dass er alles macht, täuscht. Die Arbeit ist auf mehrere Schultern verteilt.

kicker: Ihr Vertrag läuft im Juni aus. Wovon hängt es diesmal ab, ob Sie in Fürth bleiben oder nicht?

Büskens: Es ist jetzt nicht die Zeit, das zu klären. Jetzt müssen wir erst mal auf die Rückrunde schauen.

kicker: Egal, wo Sie unterschreiben - wird die räumliche Trennung von Ihrer Familie, die derzeit in Gelsenkirchen lebt, im Sommer enden?

Büskens: Ja. Drei Jahre reichen. Das brauche ich nicht länger.

Interview: Bernd Salamon

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Vorname:Michael
Nachname:Büskens
Nation: Deutschland
Verein:Fortuna Düsseldorf

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