Vor der Zusammenkunft bemühten sich alle Seiten, die Bedeutung der Sitzung, die den Auftakt zu mehreren Gesprächsrunden bilden soll, herunterzuspielen. "Es ist kein Gipfeltreffen, sondern ein Treffen auf Arbeitsebene", betonte Rettig. "Wir machen das Aussetzen des Stimmungsboykotts nicht vom Erfolg dieser Gespräche abhängig, sondern davon, dass die Klubs beschlossene Maßnahmen, wie die Reduzierung des Auswärtskontingents, nicht in die Tat umsetzen", erläuterte Jan-Henrik Gruszecki.
"Es war ein erstes Abtasten mit einer Fehleranalyse von beiden Seiten. Es wurde auch kontrovers diskutiert. Dass es das Gespräch überhaupt gab, sehen wir positiv", erklärte der Sprecher der Fan-Initiative "12:12" nach dem zweieinhalbstündigen Dialog: "Mittelfristig fordern wir aber konkrete Ergebnisse, um den Stadionbesuch nicht nur sicher, sondern auch freundlich zu gestalten. Es gab viel Redebedarf und es gibt immer noch viel Redebedarf."
Dies sieht auch Rettig so: "Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass der Austausch notwendig ist, auch weil in vielen Punkten noch Redebedarf bestand und weiterhin besteht." Beim nächsten Treffen, voraussichtlich Ende März, soll laut dem 49-Jährigen "die künftige Einbindung von Fanvertretern in den Strukturen von DFB und DFL" besprochen werden.
„Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass der Austausch notwendig ist, auch weil in vielen Punkten noch Redebedarf bestand und weiterhin besteht.“DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig
"Unsere-Kurve"-Sprecher Ben Praße wertete es als "positives Signal, dass die DFL erkennbar bestrebt ist, sich mehr für die Fan-Interessen einzusetzen", er will aber erst noch die weitere Entwicklung abwarten. Michael Gabriel, Leiter der bundesweiten Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) empfand das Gespräch "positiv und auch glaubwürdig. Die DFL ist langfristig daran interessiert, dass die Fans besser eingebunden werden."
Noch im Januar soll es zudem wie 2012 vier Regionalkonferenzen in Hannover, Leverkusen, Berlin und München geben. Hier wurde der Kreis der Teilnehmer gezielt erweitert. Er reicht von Fan-Organisationen über Fan- und Sicherheitsbeauftragte der Vereine sowie Ticketing-Verantwortliche bis zu Polizeivertretern. Rettigs Ziel ist es, viele Beteiligte miteinander ins Gespräch zu bringen und sich einen möglichst umfangreichen Überblick über deren Probleme zu verschaffen. Einen ersten hat er am Dienstag bekommen.
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